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Renaturierung der Großen Aue

Wasserwirtschaft und Naturschutz arbeiten Hand in Hand


Der Blick von oben zeigt sowohl die Große Aue als auch den neu geschaffenen Seitenarm. (Bild: Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue)   Bildrechte: Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue
Der Blick von oben zeigt sowohl die Große Aue als auch den neu geschaffenen Seitenarm. (Bild: Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue)

Von Melanie Büchler

Die Renaturierung der Großen Aue bei Sarninghausen (Flecken Steyerberg) im Landkreis Nienburg gilt als „blau-grünes“ Vorzeigeprojekt. Blau steht für die Wasserwirtschaft, grün für den Naturschutz. Verschiedene Akteure beider Bereiche haben bei dieser Maßnahme Hand in Hand zusammengearbeitet: der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband (ULV) Große Aue, der Landkreis Nienburg, der Flecken Steyerberg und der NLWKN. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Große Aue weitest­gehend begradigt. Im Rahmen der nun umgesetzten Maßnahme erhielt sie einen neuen Seitenarm und damit wieder eine natur­nähere Gestaltung.

Start des Projekts war bereits vor rund 30 Jahren. Damals wurden rund 30 Hektar Landesnaturschutzflächen vor Ort erworben. Ab 2012 flossen etwa 400.000 Euro an Fördermitteln für Fließgewässerentwicklung in das Vorhaben.

Auf einer etwa fünf Hektar großen Fläche wurden ein Seitenarm zur Verbesserung der Gewässer- und Auendynamik und eine Feuchtberme (terrassenartige Abstufung des Geländes am Gewässerrand) zur Aufweitung des Fließgewässerquerschnitts neu angelegt. Für die Herstellung des dadurch entstandenen Sekundärauenbereichs wurden rund 30.000 Kubikmeter Erde bewegt. Der neue Altarm bietet ein verbessertes Angebot an Laich- und Aufwuchshabitaten für Fische und Kleinstlebewesen. Durch die naturnahe Gewässerentwicklung sollen darüber hinaus auentypische Lebensräume entstehen. Von diesen und den periodischen Überflutungen des Bereichs profitieren vor allem überflutungsabhängige Arten und Pionierarten. Zudem soll die Maßnahme auch das Jagdhabitat der FFH-Anhang II-Art Teichfledermaus (Myotis dasycneme) verbessern und als Lebensraum für den in der Nähe vorkommenden Fischotter (Lutra lutra) dienen. Die Maßnahme dient also als ein Schritt hin zum „guten ökologischen Zustand“ im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie und bewirkt zugleich eine vielfältige naturschutzfachliche Aufwertung.

Das Projekt stieß bei Politik und Bevölkerung auf großes Interesse. Zum Abschluss der Arbeiten lobte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies bei seinem Besuch am 9. Oktober 2019 besonders die enge Zusammenarbeit der beteiligten Partner.

Der neue Altarm bietet ein verbessertes Angebot an Laich- und Aufwuchshabitaten für Fische und Kleinstlebewesen. Durch die naturnahe Gewässerentwicklung sollen darüber hinaus auentypische Lebensräume entstehen. (Foto: NLWKN)   Bildrechte: NLWKN
Der neue Altarm bietet ein verbessertes Angebot an Laich- und Aufwuchshabitaten für Fische und Kleinstlebewesen. Durch die naturnahe Gewässerentwicklung sollen darüber hinaus auentypische Lebensräume entstehen. (Foto: NLWKN)
Für die Renaturierungsmaßnahme der Großen Aue wurden rund 30.000 Kubikmeter Erde bewegt. (Foto: NLWKN)   Bildrechte: NLWKN
Für die Renaturierungsmaßnahme an der Großen Aue wurden rund 30.000 Kubikmeter Erde bewegt. (Foto: NLWKN)
Vor-Ort-Termin am 9. Oktober 2019 mit Umweltminister Olaf Lies sowie mit Vertretern der lokalen Politik und der Projektpartner. (Foto: NLWKN)   Bildrechte: NLWKN
Vor-Ort-Termin am 9. Oktober 2019 mit Umweltminister Olaf Lies sowie mit Vertretern der lokalen Politik und der Projektpartner. (Foto: NLWKN)
Von links nach rechts: Berthold Paterak, stellvertretender Direktor des NLWKN,

Olaf Lies, niedersächsischer Umweltminister, Heinz-Jürgen Weber, Bürgermeister Flecken Steyerberg, Heinrich Nuttelmann, Verbandsvorsteher Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue, Dr. Frank Schmädeke, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Nienburg-Nord, Anne Richter-Kemmermann, Leiterin des Geschäftsbereichs Regionaler Naturschutz im NLWKN Hannover und Rainer Ausborn, Geschäftsführer Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue

Artikel-Informationen

erstellt am:
10.09.2020
zuletzt aktualisiert am:
11.09.2020

Ansprechpartner/in:
Pressestelle NLWKN

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden

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