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EFRE-Verbundprojekt „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“

Das Verbundvorhaben beschäftigt sich mit dem Anbau und der Verwertung von Biomasse auf ehemals landwirtschaftlich genutzten und nun vernässten Niedermoorböden (Paludikulturen) in Niedersachsen und den damit erbrachten Ökosystemleistungen. Die Paludikultur verspricht eine bodenschonende und torferhaltende Form der Landwirtschaft auf bisher trocken gelegten Moorböden. Durch die Vernässung der Böden trägt diese Form der Bewirtschaftung aktiv zum Klimaschutz bei. Zusätzlich können z. B. Wasserrückhalt und eine Steigerung der Biodiversität erwartet werden.
Abbildung 1: Anbauregionen der Pilotflächen   Bildrechte: NLWKN
Abb. 1: Anbauregionen der Pilotflächen

Die Umsetzung von Paludikulturen in den niedersächsischen Niedermooren ist derzeit aus verschiedenen Gründen noch nicht erfolgsversprechend. Für die Produkte insbesondere im Bereich Substrate, Baustoffe und Energie gibt es noch keine oder nur sehr geringe Absatzmärkte. Die Produktketten müssen zum größten Teil neu entwickelt werden, Anbau und Technik sind noch nicht ausgereift. Hinzu kommen für die Paludikultur ungünstige politische und fördertechnische Rahmenbedingungen auf EU-, Bundes- und Landesebene. Dementsprechend ist auch die Wirtschaftlichkeit noch nicht gegeben. Um Paludikultur realisierbar zu machen, sollen in Zukunft gemeinsam mit den relevanten Akteuren neue Wertschöpfungsketten entwickelt werden.

In diesem Vorhaben werden die ersten Pilotflächen für Niedermoor-Paludikultur in Niedersachsen eingerichtet. Die Pilotflächen entstehen in unterschiedlichen Regionen, so dass regionalspezifische Aussagen getroffen werden können (s. Abb. 1). Die Standorte sind entwässerte, ehemals landwirtschaftlich genutzte Niedermoorböden (s. Abb. 2), auf denen im Rahmen des Projektes Rohrkolben- und Schilfkulturen entwickelt werden (s. Abb. 3 u. 4). Noch steht die Paludikultur in Niedersachsen am Anfang der Erprobung und insbesondere praxisorientierte Pilotprojekte sind in den folgenden Jahren dringend erforderlich. Forschungsbedarf gibt es in der langfristigen Entwicklung der Bestände. Ziel ist es, bei einem hohen Wasserstand Ökosystemleistungen im Bereich Klimaschutz und Biodiversität zu erbringen und gleichzeitig einen möglichst hohen Ertrag mit hoher Qualität und Wertschöpfung zu erzielen. Die Versuchsflächen werden im Praxismaßstab angelegt und dienen gleichzeitig Demonstrationszwecken.

Abbildung 2: Artenarmes trockenes Grünland auf Niedermoorboden. Hier wird eine der Pilotflächen eingerichtet. (Bildrechte: Colja Beyer)   Bildrechte: Colja Beyer/NLWKN
Abb. 2: Artenarmes trockenes Grünland auf Niedermoorboden. Hier wird eine der Pilotflächen eingerichtet.

Ziele des Vorhabens:

Entwicklung nachhaltiger Produktketten aus Paludikultur-Biomasse von wiedervernässten, ehemals landwirtschaftlich genutzten Niedermoorflächen sowie deren ökologische und ökonomische Bewertung.

Hierzu gehören

  • die Erzeugung und Anwendung nachhaltiger hochqualitativer biobasierter Produkte aus Paludikulturen,
  • die Erhebung von Praxisdaten zu Anbau und Etablierung ausgewählter Kulturen auf Standorten in Niedersachsen,
  • die Bewertung von Ökosystemleistungen,
  • die neue Wertschöpfung von vernässten Niedermoorflächen.

Durch die Etablierung von Paludikulturen auf Niedermoorstandorten in Niedersachsen sollen folgende Ziele in Bezug auf Ökosystemleistungen erreicht werden:

  • Reduktion von Treibhausgasemissionen aus Niedermoorböden, Minderung der Methanemissionen bei Überstau sowie Torferhalt
  • Wiederherstellung der natürlichen landschaftsökologischen Funktionen als Kohlenstoffsenke, Lebensraum, Nähr- und Schadstofffilter und Wasserspeicher sowie Förderung der Biodiversität.

Damit sollen technische und wirtschaftliche Anbauhemmnisse beseitigt und Wege zur Förderung der Vermarkung für die erzeugten Produkte und Ökosystemdienstleistungen gefunden werden.

Projektkonsortium des Vorhabens:

  • Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
  • 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e. V.
  • Jade Hochschule Oldenburg
  • Hochschule Ostwestfalen-Lippe
  • Thünen Institut für Agrarklimaschutz
  • Universität Trier
  • Universität Hannover
  • Julius Kühn-Institut
  • Floragard Vertriebs GmbH

Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Programmgebiet Stärker entwickelte Region (SER), und des Landes Niedersachsen sowie mit Mitteln des Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und leistet einen Beitrag zur Umsetzung des Programms „Niedersächsische Moorlandschaften“.

Abbildung 3: Rohrkolbenbestand   Bildrechte: Dorothea Rammes/NLWKN
Abb. 3: Rohrkolbenbestand
Abbildung 4: Schilfbestand. (Bildrechte: Colja Beyer)   Bildrechte: Colja Beyer/NLWKN
Abb. 4: Schilfbestand

Der NLWKN - Regionaler Naturschutz - bearbeitet im Zeitraum 06.09.2019 - 31.12.2022 (Bewilligungszeitraum) das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Projekt „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Frau Dorothea Rammes

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
NLWKN Brake-Oldenburg / 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen
Projektkoordinatorin „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“
Im Dreieck 12
26127 Oldenburg
Tel: 05951-9893-29

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