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Klimawandel – ein wichtiges Thema in der Wasserwirtschaft

Der Herausforderung Klimawandel vorausschauend begegnen - mit aktuellen Bespielen aus Küsten- und Hochwasserschutz


  Bildrechte: NLWKN
Abbildung 1: Der Klimawandel beeinflusst alle Handlungsfelder der Wasserwirtschaft

Von Uwe Petry

Seit rund zwölf Jahren beschäftigt sich der NLWKN mit dem Klimawandel und seinen Folgen für die Wasserwirtschaft in Niedersachsen. In enger Kooperation mit universitären Partnern, der Klimaforschung sowie der fachlichen Praxis werden im Zuge des Projektes KliBiW (Globaler Klimawandel – Wasserwirtschaftliche Folgenabschätzung für das Binnenland) die Abflussverhältnisse der Vergangenheit analysiert und die Auswirkungen des Klimawandels für die Zukunft simuliert und quantifiziert. Dabei geht es nicht nur um die Schaffung von fachlichen Grundlagen, sondern auch um die Erweiterung der Methodenkompetenzen des Gewässerkundlichen Landesdienstes im NLWKN. Auf dieser Basis können nachhaltige Handlungsempfehlungen und Anpassungsstrategien entwickelt werden.

In der kürzlich abgeschlossenen Projektphase 6 wurden die neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung genutzt, um die bisher vorliegenden Ergebnisse aus früheren Projektphasen abzusichern. Gleichzeitig wurden weitergehende Analysen der Hochwasserverhältnisse durchgeführt, um eine verbesserte Entscheidungsgrundlage für Planungen und Anpassungsmaßnahmen zu bieten. Dieses Wissen soll sowohl den politischen Entscheidungsträgern als auch den Kommunen und der Öffentlichkeit durch zielgruppengerechte Kommunikation zugänglich gemacht werden, vor allem um für das Thema Klimawandel zu sensibilisieren und Handlungsprozesse zu initiieren.

Die aktuellen Analysen aus KliBiW bestätigen im Wesentlichen die bisher gewonnenen Erkenntnisse, geben darüber hinaus aber auch einen vertiefenden Einblick in die möglichen zukünftigen Verhältnisse. Sollten nicht sehr bald weltweit ambitionierte Maßnahmen zum Klimaschutz umgesetzt werden und stattdessen die Emissionen von Treibhausgasen weiter voranschreiten wie bisher, würde das Ausmaß extremer Niederschläge deutlich zunehmen. Damit verbunden wäre eine ebenso deutliche Verschärfung der Hochwasserverhältnisse, sowohl in Bezug auf den Spitzenabfluss, das Wellenvolumen als auch auf die Häufigkeit der Ereignisse. Regional würden diese Veränderungen bereits zur Mitte dieses Jahrhunderts auftreten, gegen Ende des Jahrhunderts sogar fast landesweit. Dies wäre gleichbedeutend mit einer erheblichen Zunahme der Hochwasserschäden. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse auf den Internetseiten des NLWKN sowie in der NLWKN-Schriftenreihe Oberirdische Gewässer ist derzeit in Vorbereitung.

Um diese und weitere Erkenntnisse zum Klimawandel und seinen Folgen für die Wasserwirtschaft den betroffenen Akteuren zu vermitteln, wurde auf den Internetseiten des NLWKN eine neue Rubrik „Klimawandel kompakt“ geschaffen. Auf diesen Seiten ist ein umfangreicher, aber leicht verständlicher Überblick über den Themenkomplex und ausgewählte Erkenntnisse zu finden. Parallel dazu wurde auch die Wanderausstellung „KlimaEinFluss“ erarbeitet, welche die entsprechenden Themen plakativ aufgreift und über die Seite „Klimawandel kompakt“ ausgeliehen werden kann. Auf diesem Wege sollen sowohl die Kommunen als auch die BürgerInnen vor Ort besser informiert und sensibilisiert werden. Unterstützt wird die Öffentlichkeitsarbeit durch eine Kooperation mit der Kommunalen UmweltAktioN (UAN) und der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN). Diese Vernetzung ermöglicht einen intensiven Austausch und schafft eine umfassende und fundierte Wissensbasis für alle Beteiligten.

Anfang des Jahres 2021 hat die Phase 7 von KliBiW begonnen. Diese richtet den Fokus auf die Entwicklung der Grundwasserstände und erweitert somit das Spektrum der Erkenntnisse zu den wasserwirtschaftlichen Klimafolgen in Niedersachsen um ein weiteres Themenfeld. Gleichzeitig werden weitere Partner aus der Forschung und der fachlichen Praxis ins Boot geholt. Entsprechende Ergebnisse werden voraussichtlich Ende 2022 vorliegen.
 
Abb. 2: Die Gefahr und das Ausmaß von Hochwasserereignissen wie hier an der Elbe bei Hitzacker im Juni 2013 werden im Zuge des Klimawandels weiter zunehmen
 
Abb. 3: Die Bewirtschaftung von Talsperren wird aufgrund zunehmender Trockenheit in Zukunft eine große Herausforderung für die Wasserwirtschaft darstellen (hier der fast leere Stausee der Vorsperre zur Okertalsperre in 2011)
 
Abb. 4: Durch die zunehmende Erwärmung steigt auch der Wasserbedarf z.B. in der Landwirtschaft. Warme, trockene Jahre wie 2018, 2019 und zuletzt 2020 treten zukünftig häufiger auf

Artikel-Informationen

erstellt am:
15.06.2021
zuletzt aktualisiert am:
29.06.2021

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