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Klimaanpassung

Klimaanpassung ist notwendig, um rechtzeitig auf die nicht mehr vermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels reagieren zu können. Das Ziel ist dabei, sich so auf das ändernde Klima bzw. dessen Folgen einzustellen, dass Schäden weitestgehend vermieden oder zumindest vermindert werden können.

Zahlreiche „Initiativen und Maßnahmen“ sorgen bereits dafür, dass die Empfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme gegenüber tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der Klimaänderung verringert werden. Den internationalen Forschungsstand zum Klimawandel und seinen Risiken sowie zu möglichen beziehungsweise notwendigen Anpassungsstrategien fasst der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in seinen regelmäßig veröffentlichten Sachstandsberichten zusammen und bewertet diese aus wissenschaftlicher Sicht.

Zwar ist Deutschland neben vielen anderen Staaten dabei, seine Treibhausgasemissionen zu senken und den Klimaschutz voran zu treiben. Trotzdem ist und bleibt die Anpassung an die Folgen des Klimawandels eine wichtige Aufgabe, die angesichts zunehmender klimatischer Auswirkungen immer bedeutender wird. Dies betrifft nicht nur das Land, sondern vor allem die Kommunen, die entsprechende Maßnahmen vor Ort umsetzen. Die alte Bundesregierung hatte bereits 2008 die "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" beschlossen, welche durch die neue Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 abgelöst wurde. Der zugehörige „Aktionsplan Anpassung IV“ stellt die laufenden und künftigen Maßnahmen des Bundes zur ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ dar. Begleitet wird die DAS durch ein Berichtswesen, auf dessen Grundlage regelmäßig Fortschreibungen der DAS veröffentlicht werden. Dazu zählen unter anderem ein Monitoringbericht, der einen Überblick über die beobachteten Folgen des Klimawandels und bereits eingeleitete Anpassungsmaßnahmen schafft sowie eine Klimawirkungs- und Risikoanalyse, die identifiziert, bei welchen Klimawirkungen und in welchen Regionen besondere Betroffenheit und Handlungserfordernisse bestehen.

In Niedersachsen wurde erstmalig 2021 eine Niedersächsische Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels erarbeitet. Laut dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) ist die Landesregierung dazu verpflichtet, diese alle fünf Jahre fortzuschreiben. Auch hier dienen ein Klimafolgenmonitoringbericht und eine Klimarisikoanalyse als wichtige Grundlagen zur Fortschreibung.


Abbildung Klimawandel   Bildrechte: NLWKN

Klimaanpassung – eine kommunale Aufgabe

Klimaanpassung ist vor allem eine kommunale Aufgabe. Integrierte Klimaschutzkonzepte bieten die Möglichkeit, die Themenfelder Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam anzugehen und mögliche Synergien zu nutzen.

Das Themenfeld „Anpassung an den Klimawandel“ als Teilkonzept beschäftigt sich mit den Fragen, welche Belastungen in einer Kommune aufgrund des Klimawandels relevant werden könnten. Beispielsweise wird geprüft, ob ausreichend Schutz vor den Folgen extremer Niederschläge und Stürmen besteht, wie hoch die innerstädtischen versiegelten Flächen sind und welche mittel- und langfristigen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Kommune gegen die Klimafolgen zu wappnen. Weitere Lösungen für Frisch- und Kaltluftschneisen in Form von Frei- und Grünflächen sowie für die steigende Gefahr von Überschwemmungen durch Starkregen werden in dem Konzept erarbeitet. Werden die Anpassungsmaßnahmen gleich bei Sanierungs- und Stadtentwicklungsmaßnahmen geplant und berücksichtigt, minimiert sich der finanzielle Aufwand, und Schäden können bereits heute reduziert werden. Ein Beispiel für eine Maßnahme ist die Installation von Rückschlagklappen, die bei Überlastung der Kanalisation in Folge eines Starkregenereignisses den Eintritt von Niederschlagswasser in Gebäude verhindern. Weitere Maßnahmen umfassen zum Beispiel die Begrünung von Dächern und Fassaden, die die Gebäudeaufwärmung im Sommer mindern und sich wärmedämmend im Winter auswirken, als Puffer für Niederschlagswasser dienen und die Lufthygiene verbessern. Des Weiteren können Verkehrs- oder Grünflächen in Siedlungen als sogenannte multifunktionale Flächen dienen, an denen zum Beispiel im Fall von Starkregen das Wasser gezielt hingeführt beziehungsweise gesammelt wird, um Schäden an anderer Stelle zu mindern.

Für die Umsetzung kommunaler Anpassungsstrategien ist die öffentliche Kommunikation wichtig, um eine Akzeptanz der Maßnahmen zu schaffen. Informationsabende, Workshops und Diskussionsrunden beseitigen oft Bedenken von Bürgerinnen und Bürgern.

Weitere Informationen zu Klimaschutzkonzepten können Sie den Internetseiten der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen sowie dem Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz entnehmen.

Beispiele für Klimaanpassungen im Bereich Oberflächengewässer:

  • Unterbindung der Bau- und Siedlungstätigkeit in (künftigen) hochwassergefährdeten Bereichen
  • Nutzung der Instrumentarien des Hochwasserrisikomanagements (Förderung des natürlichen Rückhalts, Hochwasservorsorge, technischer Hochwasserschutz)
  • vorausschauende Planung von Maßnahmen unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und der (zukünftigen) Nutzen (No-Regret-Maßnahmen)
  • Maßnahmenprogramme und Bewirtschaftungspläne zur EG-Wasserrahmenrichtlinie (Bevorzugung von gegenüber dem Klimawandel robusten und effizienten Maßnahmen, insbesondere bei einer langen Bestandsdauer der Maßnahmen)
  • Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie
  • Aufstellung von Bewirtschaftungsplänen und gegebenenfalls Anpassung von wasserrechtlichen Bescheiden
  • Priorisierung von Nutzungen und Festlegung von Schwellenwerten für gegebenenfalls notwendige Nutzungseinschränkungen
  • Verbesserung der Durchgängigkeit und Morphologie von (Fließ-)Gewässern
  • Erhöhung des Wasserrückhalts in der Fläche
  • Nutzung der Synergien von Hoch- und Niedrigwassermanagement (zum Beispiel Förderung des natürlichen Wasserrückhalts und dezentrale Niederschlagsversickerung)

Links Kommunale Klimaanpassung:


  1. Leitfaden zur Klimaanpassung: das Nachschlagewerk für Kommunen der Metropolregion Nordwest
  2. Starkregenleitfaden Kommunen
  3. Starkregenleitfaden Bürger
  4. Maßnahmenübersicht zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels
Balkendigramm mit Winterniederschlägen in Niedersachsen zeigt eine Zunahme von 20% im Zeitraum 1881-2018   Bildrechte: NLWKN

Die Winterniederschläge haben in Niedersachsen von 1881-2018 im Mittel um 20% zugenommen. Der meiste Regen fällt im Harz und westlichen Weser- und Leinebergland.

Autos im Schnee mit Sicht aus einer verregneten Autoscheibe   Bildrechte: pixabay / ADRIELO

In Zukunft können die Winterniederschläge in Niedersachsen Ende des Jahrhunderts im MIttel nochmals +20% zunehmen. Betroffen ist vor allem der Nordharz und die Küstenregion.

Artikel-Informationen

erstellt am:
18.12.2019
zuletzt aktualisiert am:
02.03.2026

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
An der Scharlake 39
31135 Hildesheim

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