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Optimierung des Wasserhaushaltes in ausgewählten Mooren in der Südheide

Klimaschutz durch Moorentwicklung


Der NLWKN Süd in Braunschweig setzt im Bewilligungszeitraum 25.03.2020 - 31.12.2022 das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit fast 3 Mio. € geförderte KliMo-Projekt „Optimierung des Wasserhaushaltes in ausgewählten Mooren der Südheide“ um.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit den Niedersächsischen Landesforsten. Unterstützt wird das Projekt vom Unterhaltungsverband Lachte und dem Landkreis Gifhorn.

Im Rahmen des KliMo-Projekts werden zwei Projektgebiete im Landkreis Gifhorn mit einer Gesamtfläche von insgesamt 630 ha in den Naturschutzgebieten „Großes Moor bei Gifhorn“ (NSG BR 051; FFH 315, V45) und „Obere Lachte, Kainbach, Jafelbach“ (NSG BR 098; FFH 086) bearbeite.

Karte   Bildrechte: NLWKN

Neben den positiven Effekten für das Klima werden durch die Renaturierungsmaßnahmen in den beiden Mooren die Schutz- und Entwicklungsziele in den FFH- und EU-Vogelschutzgebieten umgesetzt und somit wertvolle Beiträge zur Umsetzung von Natura 2000 und EG-Wasserrahmenrichtlinie sowie der Niedersächsischen Strategie zur biologischen Vielfalt geleistet. Weiterhin dient die Umsetzung auch den Zielen des Programms Niedersächsische Moorlandschaften.


Quell- und Durchströmungsmoore im NSG „Obere Lachte, Kainbach, Jafelbach“

Die in diesem Naturschutzgebiet gelegenen Niedermoore wurden im Verlaufe des 19. Jahrhunderts durch Begradigung und Vertiefung der natürlich vorhandenen Bäche und durch die Schaffung weiterer Gräben entwässert, um Flächen forst- und landwirtschaftlich zu nutzen. Auf einem erheblichen Teil der betroffenen Flächen wurde die wirtschaftliche Nutzung inzwischen eingestellt, sodass heute die Möglichkeit zur Wiedervernässung der Moorböden gegeben ist.

Karte   Bildrechte: Justin Kirchhoff

Kernziel der KliMo-finanzierten Maßnahmen in diesem Gebiet ist die Wiedervernässung des Quell- und Durchströmungsmoores. Dazu ist die Stabilisierung des Wasserhaushalts durch die Herstellung einer naturnahen Grundwassersituation mit Wasserrückhaltung in den entwässerten Niedermoorkörpern notwendig. Im Zuge dessen sollen auch die natürlich vorhandenen Bäche wieder zu naturnahen, heidebachtypischen Fließgewässern entwickelt werden. Die geplanten Maßnahmen umfassen vor allem das Verfüllen künstlich angelegter Entwässerungsgräben, das Anheben der künstlich vertieften Gewässersohlen auf das Niveau eines natürlichen Bachlaufs sowie den Abbau von Fließbarrieren.


Wiedervernässung des abgetorften Hochmoores im NSG „Großes Moor bei Gifhorn“

Auch das Große Moor bei Gifhorn wurden in den vergangenen 200 Jahren durch verschiedene Eingriffe des Menschen erheblich verändert. Noch heute findet in diesem Gebiet industrieller Torfabbau statt. Das Hochmoor steht als Rückzugsgebiet für eine vielfältige an Moore gebundene Flora und Fauna mit dem Ziel der Renaturierung unter Naturschutz.

Großes Moor bei Gifhorn   Bildrechte: Norbert Horny

Bereits im Frühjahr 2018 wurde das Flurbereinigungsverfahren „Großes Moor“ eingeleitet. Zielsetzung ist es möglichst große Flächenkomplexe für eine Wiedervernässung zu erhalten. Aufbauend auf diesem Verfahren soll in dem hier vorgestellten KliMo-Projekt der südliche Teilbereich des Gebiets wiedervernässt werden. Der Grundwasserspiegel soll bis auf Geländeniveau angehoben werden, sodass der Moorkörper wieder dauerhaft durchnässt ist und sich auf tiefergelegenen Flächen eine Überstauung einstellt. Dazu wird ein Hauptvorfluter, der auch in trockenen Witterungsperioden große Mengen Wasser aus dem Gebiet abführt, dauerhaft gestaut. Zudem werden Dämme und Verwallungen errichtet, um eine gleichmäßige Vernässung des Gebiets zu erreichen.

Als langfristiges Ziel sollen – über verschiedene Zwischenstadien – hochmoorähnliche, weitgehend offene Moorflächen entwickelt werden.

EFRE  

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Ines Bruchmann

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Betriebsstelle Süd
Rudolf-Steiner-Str. 5
D-38120 Braunschweig
Tel: +49 (0)531 / 88691-278
Fax: +49 (0)531 / 88691-272

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