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Klimawandel: Fundierte Datenbasis für neue Handlungskonzepte

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Die Klimaerwärmung als „warming stripes“: Jeder Streifen stellt ein Jahr im Zeitraum 1881 bis 2019 dar. Die Farbintensität veranschaulicht die Abweichung von der langjährigen Durchschnittstemperatur nach unten (blau) oder oben (rot).

Von Uwe Petry

Für die Herausforderungen des Klimawandels ist eine fundierte Wissensbasis notwendig, um effektive Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen planen zu können. In enger Zusammenarbeit mit der Klimaforschung bereitet der NLWKN wissenschaftliche Erkenntnisse für die Politik und die Öffentlichkeit auf. Ziel ist es, weiter für das Thema zu sensibilisieren und Vorsorgemaßnahmen zu initiieren.

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Klimawandel – Ein wichtiges Thema in der Wasserwirtschaft

Seit zwölf Jahren beschäftigt sich der NLWKN mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Im Zuge des Projekts KliBiW werden die Abflussverhältnisse der Vergangenheit analysiert und die Auswirkungen des Klimawandels für die Zukunft simuliert. mehr
Deich am Dollart. Bildrechte: Hans-Jürgen Zietz/NLWKN

Klimawandel und Küstenschutz: Ein entscheidender Meter mehr | Niedersächsischer Klimadeich und Verdopplung des Vorsorgemaßes

Die Anpassung an den Klimawandel bildet für die Küstenschutzstrategie Niedersachsens einen zentralen Baustein: Bei der Konzeption von Küstenschutzanlagen wird hierbei künftig ein sogenanntes Vorsorgemaß von 100 statt bisher 50 cm berücksichtigt. mehr
Deichrückverlegung an der Oste Bildrechte: NLWKN

Generalplan Küstenschutz Niedersachsen/Bremen - Schutzdeiche

Im Jahr 2020 erstellte der NLWKN in enger Abstimmung mit dem Land Bremen den "Generalplan Küstenschutz Niedersachsen/Bremen – Schutzdeiche". Nach den Generalplänen für die Festlandsküste und die Ostfriesischen handelt es sich dabei um den dritten Teil der der Schutzstrategie zur Küstensicherung. mehr
Neugeschaffenes Dünental mit wechselfeuchten Bereichen Bildrechte: NLWKN

Küstenschutz in naturschutzfachlich besonders sensiblen Bereichen: Sicherstellung des Sturmflutschutzes im Westteil von Juist

Anfang 2020 führte eine Sturmtidenkette auf Juist zu Dünenabbrüchen. Die Sicherung des Bereichs für den Sturmflutschutz erforderte in diesem sensiblen Naturraum eine besonders intensive Umweltbaubegleitung, die in enger Abstimmung mit der Bauüberwachung durch den NLWKN umgesetzt wurde. mehr
Deichbaustelle im Jahr 2020. Im Hintergrund zu sehen sind die bereits fertiggestellten Bauabschnitte der Vorjahre Bildrechte: NLWKN

Küstenschutz in Ostfriesland: Deichbau in der Krummhörn

Schritt für Schritt schreitet die Deicherhöhung in der Krummhörn voran. 2021 wird ein weiterer 700m langer Teilabschnitt fertiggestellt. Bis die gesamte 4,2 Kilometer lange Etappe fertiggestellt sein wird, dauert es noch ein paar Jahre. Und dann kommt eine neue, daran anschließende Strecke dran... mehr
Gesamtansicht des verstärkten Deichabschnitts während der Bauzeit. Auf dem Foto wurde der Deich profiliert und auf Höhe der beiden Gebäude am Deich eine Winkelstützmauer eingebaut. Rechts im Bild die Alte und die Neue Aller mit der Altstadt von Verd Bildrechte: Olaf Schmidt, NLWKN

Hochwasserschutz: Verstärkung eines Deichabschnitts im Verdener Ortsteil Hönisch - Grundinstandsetzungen von Schöpfwerken

Spätestens seit der Sturmflut des Jahres 1962 stehen auch die Flüsse Niedersachsens im Fokus der Deichbauer. Seither hat sich einiges getan: Etwa 400 Kilometer Hochwasseranlagen schützen heute den menschlichen Siedlungsraum im Binnenland. mehr
Deichbauarbeiten Ende Mai 2020 Bildrechte: Alexander Rinas

Hochwasserschutz: Nacherhöhung und Verstärkung des Hochwasserdeichs zwischen Hitzacker und Wussegel

In Folge des Elbe-Hochwassers 2013 stellte sich heraus, dass der ehemalige Flügeldeich zwischen Hitzacker und Wussegel, einer der Schlüsseldeiche im Landkreis Lüchow-Dannenberg, deutlich zu niedrig ist. Ende 2020 waren die Bauarbeiten für die Erhöhung abgeschlossen. mehr
Der über 50 Meter hohe Damm der Odertalsperre: rechts die Hochwasserentlastungsanlage, links das Wasserkraftwerk. Der Stausee im Vordergrund gehört zum Unterwasserbecken der Odertalsperre. Bildrechte: Arndt Schulz, NLWKN

Neubewilligungsverfahren für die Odertalsperre

Die Odertalsperre dient als Multifunktionsspeicher dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung sowie der regenerativen Energiegewinnung aus Wasserkraft. Die verschiedenen Aufgaben stellen unterschiedliche Anforderungen an die Speicherbewirtschaftung. Jetzt wurde das Bauwerk neu bewilligt. mehr

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Die vom Menschen verursachte Klimaerhitzung schreitet unaufhörlich voran. Seit Beginn der Aufzeichnungen wurden in Deutschland neun der zehn wärmsten Jahre im 21. Jahrhundert gemessen. 2020 war mit 10,9 Grad Celsius das wärmste, jemals beobachtete Jahr in Niedersachsen, dicht gefolgt von den Jahren 2014, 2018 und 2019. Als Konsequenz dieser dramatischen Entwicklungen hat sich auch das Wetter in Deutschland und in Europa verändert. Phänomene wie extreme Niederschläge oder sommerliche Trockenphasen tendieren in den letzten Jahrzehnten dazu, intensiver auszufallen und länger anzudauern - mit entsprechenden Folgen für alle Bereiche der Wasserwirtschaft. Projektionen des zukünftigen Klimas auf Basis von Szenarien der möglichen Treibhausgasentwicklungen zeigen mit Hilfe komplexer Computermodelle, dass sich diese Veränderungen weiter fortsetzen, im schlimmsten Fall sogar noch verstärken werden. Außerdem nimmt die Gefahr von Starkregen mit einer sich erwärmenden Atmosphäre in der Zukunft tendenziell zu. Für den Meeresspiegel wird im Vergleich zum vergangenen Jahrhundert eine Beschleunigung des Anstiegs erwartet.

Um sich diesen Herausforderungen des Klimawandels zu stellen, ist es wichtig, eine fundierte Wissensbasis zu haben. Nur so können sinnvolle und effektive Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen geplant werden. Der NLWKN arbeitet hier eng mit der Klimaforschung zusammen. Verschiedene Themenfelder aus der wasserwirtschaftlichen Praxis stehen dabei derzeit im Fokus. So werden unter anderem die zukünftigen Entwicklungen der Hochwasserverhältnisse sowie der Grundwasserstände im Zuge des Projektes KliBiW (Globaler Klimawandel – Wasserwirtschaftliche Folgenabschätzung für das Binnenland) untersucht, um darauf aufbauend Empfehlungen für neue Handlungskonzepte abzuleiten.

Die Entwicklung der gemessenen Temperaturen in Niedersachsen von 1881 bis 2020 sowie Projektionen für die Zukunft auf Basis eines Ensembles von Klimamodellen   Bildrechte: Deutscher Wetterdienst
Die Entwicklung der gemessenen Temperaturen in Niedersachsen von 1881 bis 2020 sowie Projektionen für die Zukunft auf Basis eines Ensembles von Klimamodellen
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden für die Politik und die Öffentlichkeit aufbereitet, um weiter für das Thema zu sensibilisieren und Vorsorgemaßnahmen zu initiieren. Bestehende Vorhaben werden aktuell bereits zukunftsfähig gestaltet, wie am Beispiel des Hochwasserschutzes an Aller und Elbe gezeigt wird. Auch Talsperren als wichtiges Instrument des Wassermanagements sehen sich zunehmend konfrontiert mit den Folgen des Klimawandels, die unter anderem bei der Neubewilligung der Wasserrechte und den damit aufzustellenden Betriebsplänen zur Erfüllung der Systemdienstleistungen - auch im Kontext mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) - entsprechend berücksichtigt werden müssen. Für die im Generalplan Küstenschutz beschriebene „Küstenschutzstrategie des Landes Niedersachsen“ wurde eine Empfehlung zur Fortschreibung erarbeitet. Diese sieht unter anderem eine Anpassung des Vorsorgemaßes auf Basis des kürzlich veröffentlichten Sonderberichts des IPCC über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima sowie einen optimierten Deichquerschnitt als „Niedersächsischen Klimadeich“ vor. Als dritter Teil der Generalplanung Küstenschutz wurde gemeinsam mit dem Land Bremen der Generalplan Schutzdeiche erstellt. Ziel ist es, im Kontext des Klimawandels resiliente Schutzdeichsysteme weiter zu entwickeln. Zusätzlich bildet die Anpassung der Küstenschutzanlagen in einem sensiblen Planungsraum einen wichtigen Schwerpunkt.

Artikel-Informationen

erstellt am:
11.06.2021
zuletzt aktualisiert am:
29.06.2021

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