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Klimafolgen in Niedersachsen: Hoch- und Niedrigwasser

In Deutschland sind die Klimafolgen aufgrund der geografischen Unterschiede entsprechend vielfältig. Die Temperaturen sowie die Wetterextreme bezüglich Niederschlägen und Trockenheit nehmen insgesamt zu. Es wird daher Regionen geben, die unter zu viel Wasser leiden, und Gebiete, die weiter austrocknen.

Regionale Unterschiede spiegeln sich auch in Niedersachsen wider. Von der Nordseeküste, der Marschlandschaft über die flachwellige Heide-, Geest und Waldlandschaft (Lüneburger Heide), das Weserbergland und die Börden bis hin zu den Ausläufern des Mittelgebirges im Süden, dem Harz, ist Niedersachsen sehr unterschiedlich geprägt. Aufgrund dieser Ausprägungen sind die Klimaänderungen regional differenziert zu betrachten.

Die regionalen Unterschiede werden in den Ergebnissen des Projektes KliBiW deutlich. Der NLWKN hat im Rahmen des Projektes eine wasserwirtschaftliche Folgenabschätzung des globalen Klimawandels unter anderem für die Binnengewässer in Niedersachsen in punkto Hochwasser und Niedrigwasser durchgeführt. Trendanalysen historischer Daten belegen, dass der Klimawandel die Hochwasser- und Niedrigwasserverhältnisse an niedersächsischen Gewässern bereits zum Teil beeinflusst.

Auf den Projektseiten finden Sie die ausführlichen Ergebnisse.

Zukünftige Veränderungen der Hochwasserabflüsse

Die Trends der jüngeren Vergangenheit setzen sich in der Zukunft je nach Szenario weiter fort. Vor allem die Situation im Sommerhalbjahr kann sich deutlich verschärfen, wenn der globale Klimaschutz nicht erheblich verbessert wird. Dadurch können sich Hochwasserverhältnisse ergeben, die bisher nicht beobachtet wurden. Dementsprechend könnten aktuelle Vorsorge- und Schutzmaßnahmen zukünftig nicht mehr ausreichen. Um diesen Erkenntnissen Rechnung zu tragen, wurde durch KliBiW die Anwendung eines Klimabeiwertes für Niedersachsen im Hochwasserschutz empfohlen, um zukünftig technische und vorsorgende Maßnahmen entsprechend den zu erwartenden Klimafolgen anzupassen. Diese Empfehlung wird aktuell mit dem niedersächsischen Umweltministerium diskutiert.

Die zukünftige Hochwassersituation in Niedersachsen lässt erkennen, dass die prozentualen Zunahmen der Abflussmengen bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) zur Mitte des Jahrhunderts in beiden Szenarien im Sommerhalbjahr am stärksten ausfallen, während im Winterhalbjahr kaum Veränderungen zu erwarten sind. In der fernen Zukunft am Ende des Jahrhunderts gibt es deutliche Zunahmen der Scheitelabflüsse in beiden Halbjahren an fast allen Pegeln in Niedersachsen unter dem Szenario ohne Klimaschutz (RCP8.5), wobei auch hier das Sommerhalbjahr am stärksten in Erscheinung tritt. Unter dem Szenario mit Klimaschutz (RCP2.6) treten die Zunahmen im Sommer schwächer in Erscheinung, während es im Winter insgesamt sogar einen leichten Rückgang der Scheitelabflüsse geben kann.

Zukünftige Veränderungen der HQ100-Hochwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter einem Szenario ohne Klimaschutz (RCP8.5)   Bildrechte: NLWKN
Zukünftige Veränderungen der HQ100-Hochwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter einem Szenario ohne Klimaschutz (RCP8.5)
Zukünftige Veränderungen der HQ100-Hochwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter dem Szenario mit Klimaschutz (RCP2.6)   Bildrechte: NLWKN
Zukünftige Veränderungen der HQ100-Hochwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter einem Szenario mit Klimaschutz (RCP2.6)

Zukünftige mittlere Veränderungen der Niedrigwasserverhältnisse

Zukünftig findet bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts bereits eine weitere Verschärfung der Niedrigwassersituation in den meisten Regionen von Niedersachsen im Vergleich zum Referenzzeitraum (1971 - 2000) unter beiden Klimaszenarien statt. Leichte Schwerpunkte liegen dabei in der südlichen Landeshälfte. Bis zum Ende des Jahrhunderts kommt es dann unter dem Szenario ohne Klimaschutz (RCP8.5) zu einer landesweit deutlichen Verschärfung der Niedrigwasserverhältnisse, auch hier wieder mit Schwerpunkt in den südlichen Landesteilen. Unter einem Szenario mit Klimaschutz (RCP2.6) würde sich die Situation dagegen nicht weiter verschärfen, regional käme es sogar wieder zu einer leichten Entspannung.

Zukünftige Veränderungen der Niedrigwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter einem Szenario ohne Klimaschutz (RCP8.5)   Bildrechte: NLWKN
Zukünftige Veränderungen der Niedrigwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter einem Szenario ohne Klimaschutz (RCP8.5)
Zukünftige Veränderungen der Niedrigwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter einem Szenario mit Klimaschutz (RCP2.6)   Bildrechte: NLWKN
Zukünftige Veränderungen der Niedrigwasserabflüsse bis 2060 und 2100 unter einem Szenario mit Klimaschutz (RCP2.6)
Wassermassen werden vor einer Einrichtung in Wolfenbüttel weggepumpt.   Bildrechte: NLWKN

Extreme Niederschlagsmengen haben im Juli 2017 in Südniedersachsen, wie hier in Wolfenbüttel, zu katastrophalen Überschwemmungen geführt.

Niedrigwasser in der Okertalsperre 2018   Bildrechte: NLWKN, Markus Anhalt

2018 folgte ein extrem trockenes Jahr. Hier die Auswirkungen an der Okertalsperre.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
An der Scharlake 39
31135 Hildesheim

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