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Untersuchungsgebiet und Methodik von KliBiW

Das Untersuchungsgebiet für die Analyse der vergangenen und zukünftigen Klimaentwicklung umfasst die gesamte Landesfläche von Niedersachsen. Die beobachteten und zukünftigen Abflussverhältnisse wurden bisher für die Einzugsgebiete von ausgewählten Risikogewässern in Niedersachsen (Aller-Leine-Oker, Hase, Hunte, Vechte, Große Aue, Wümme und Ilmenau) bewertet, ohne Berücksichtigung der großen Ströme von Ems, Weser und Elbe. Zusätzlich wurden die Verhältnisse der Grundwasserstände in der Naturregionen Ostfriesische Inseln, Marschen, Geest, Niederungen, Börden und Bergland betrachtet.
Karte der Untersuchungsräume von KliBiW in Niedersachsen   Bildrechte: NLWKN
Übersicht über die Untersuchungsräume von KliBiW im Bereich Oberflächenabfluss
Übersicht über die Untersuchungsräume von KliBiW im Bereich Grundwasser   Bildrechte: NLWKN
Übersicht über die Untersuchungsräume von KliBiW im Bereich Grundwasser

Anhand von beobachteten Niederschlags- und Klimadaten an Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden die klimatischen Trends der Vergangenheit analysiert. Die Betrachtung der zukünftigen Klimaverhältnisse erfolgte bisher auf Basis von zwei Treibhausgas-Szenarien. In früheren Projektphasen (Phase 1 bis 5) wurde zunächst das gemäßigte Szenario SRES-A1B herangezogen. In den späteren Projektphasen (Phase 6 bis 7) lag der Fokus auf dem Szenario ohne Klimaschutz RCP8.5. In der Projektphase 8 wird zusätzlich auch ein Szenario mit Klimaschutz (RCP2.6) betrachtet. Mit Hilfe von Ensembles verschiedener globaler und regionaler Klimamodelle (aus den Projekten EURO-CORDEX und ReKliEs-De) werden die zukünftigen Veränderungen bis zum Jahr 2100 ermittelt.

Grundlage sind dabei regionale Klimamodelldaten, die vom DWD aufbereitet wurden und welche die Bandbreite der möglichen zukünftigen Entwicklungen repräsentieren. Im Zuge dieser Arbeiten erfolgte unter anderem eine multivariate Bias-Adjustierung der Daten sowie eine Interpolation vom ursprünglichen 12,5x12,5 km Raster auf ein 5x5 km Raster.

Das aktuelle Modell-Ensemble entspricht dem Referenz-Ensemble (für das Szenario RCP8.5 bzw. RCP2.6) des Bund-Länder-Fachgespräches zur Interpretation von regionalen Klimamodelldaten (vgl. Hajati et al., 2022).
Anhand von beobachteten Abflussdaten und Grundwasserstandsdaten wurden die hydrologischen Verhältnisse der Vergangenheit analysiert. Mit Hilfe der Klimamodelldaten wurden die zukünftig möglichen Abflüsse und Grundwasserstände über verschiedene hydrologische Modelle bzw. statistische Ansätze bis zum Ende des 21. Jahrhunderts unter dem Einfluss des Klimawandels modelliert. Die Auswertung und Interpretation der Daten erfolgt als Veränderungen der zukünftigen Verhältnisse gegenüber einem Referenzzeitraum als 30jährige Mittel in Form einer Bandbreite. Diese ergibt sich aus der Vielzahl der verwendeten Modelle. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse können spezifische Handlungsempfehlungen und Anpassungsstrategien entwickelt werden, um möglichen regionalen Folgen des Klimawandels entgegenwirken zu können.
Vereinfachtes Ablaufschema von KliBiW   Bildrechte: NLWKN
Vereinfachtes Ablaufschema von KliBiW
Die Leine bei Koldingen   Bildrechte: NLWKN

Die Leine bei Koldingen

Artikel-Informationen

erstellt am:
21.05.2012
zuletzt aktualisiert am:
02.03.2026

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
An der Scharlake 39
31135 Hildesheim

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