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Früherkennung invasiver Arten

Eine der wichtigsten Strategien im Kampf gegen invasive gebietsfremde Arten ist die Prävention. Da es jedoch nie ganz vermeidbar ist, dass neue invasive Arten in die Umwelt gelangen, ist neben der Prävention das frühzeitige Handeln beim Auftreten neuer invasiver Arten besonders gefordert. Dies erhöht die Chancen, diese Art wieder vollständig aus der Natur entfernen zu können, und kann so nicht zuletzt auch enorme Kosten vermeiden.

Zu diesem Zweck muss nach der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 (EU-VO) jeder Mitgliedsstaat für sein Hoheitsgebiet festlegen,

  • welche Arten der Unionsliste sich in der „frühen Phase der Invasion“ befinden (Artikel 16 EU-VO, dazu gehören auch die noch nicht vorkommenden Arten) und
  • welche bereits als „weit verbreitet“ gelten (Artikel 19 EU-VO).

Von den aktuell 66 invasiven Arten der Unionsliste befinden sich in Deutschland 40 Arten in der „frühen Phase der Invasion“ oder sind noch nicht in Deutschland sicher nachgewiesen worden. Die Mitgliedstaaten sind dazu verpflichtet, das erstmalige Auftreten einer solchen Art der Unionsliste unverzüglich der EU-Kommission zu melden und innerhalb von drei Monaten zu beseitigen (Notifizierung der Früherkennung nach Artikel 16 EU-VO und Sofortmaßnahme in einer frühen Phase der Invasion nach Artikel 17 EU-VO).

Der Früherkennung folgen dabei drei Schritte mit entsprechenden Notifizierungen:

  1. Jedes erstmalige Auftreten einer invasiven Art bzw. das Wiederauftreten nach einer erfolgten Beseitigung ist unverzüglich zu notifizieren (Artikel 16 EU-VO).
  2. Die geplanten Maßnahmen zur Beseitigung der Art müssen innerhalb von drei Monaten notifiziert werden (Artikel 17 EU-VO).
  3. Nach der Beseitigung bzw. dem Ablauf der festgelegten Dauer der Maßnahmen erfolgt die abschließende Notifizierung inklusive Bericht über die Wirksamkeit der Maßnahme (Artikel 17 EU-VO).
Asiatische Hornisse (Vespa velutina)   Bildrechte: Schütte / Wieckhorst
Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

Ein Beispiel einer invasiven Art in der frühen Phase ihrer Invasion ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Diese Art trat bisher vereinzelt in Südwest-Deutschland auf. 2019 wurden auch erste Exemplare in Hamburg entdeckt. Nun startet ein bundesländer-übergreifendes Monitoring (AHlert-Nord), mit dem das Auftreten dieser Hornissenart in Norddeutschland erfasst und eine weitere Verbreitung verhindert oder zumindest gebremst werden soll.

Hier finden Sie Details zum Monitoring der Asiatischen Hornisse und Information darüber, wie Sie dieses unterstützen können.

Invasive gebietsfremde Arten der Unionsliste, welche nach Artikel 16 der EU-VO unter die Früherkennung fallen

Diese invasiven Arten fehlen derzeit in Deutschland noch oder sie befinden sich in der frühen Phase ihrer Invasion.

Bei einem Nachweis einer Art dieser Liste melden Sie Ihren Fund gerne über das Niedersächsische Webbasierte Arterfassungs-Portal NIWAP. Sollte die entsprechende Artengruppe dort noch nicht freigeschaltet sein, können Sie auch das Anfrageformular (rechts in der Infospalte) nutzen oder uns die Informationen per Mail zusenden: invasive-arten@nlwkn.niedersachsen.de. Fertigen Sie in jedem Fall detaillierte Fotos zur Dokumentation an.

Stand der Liste: letzte Aktualisierung der Unionsliste vom 15.08.2019

Listungsdatum

wissenschaftlicher Name

deutscher Name

Pflanzen

15.08.2019

Acacia saligna

Weidenblatt-Akazie

02.08.2017

Alternanthera philoxeroides

Alligatorkraut

15.08.2019

Andropogon virginicus

Blauständige Besensegge

03.08.2016

Baccharis halimifolia

Kreuzstrauch

03.08.2016

Cabomba caroliniana

Karolina‐Haarnixe

15.08.2019

Cardiospermum grandiflorum

Ballonwein

15.08.2019

Cortaderia jubata

Pampasgras

15.08.2019

Ehrharta calycina

Steppengras

03.08.2016

Eichhornia crassipes

Wasserhyazinthe

02.08.2017

Gunnera tinctoria

Chilenischer Riesenrhabarber

15.08.2019

Gymnocoronis spilanthoides

Falscher Wasserfreund

03.08.2016

Heracleum persicum

Persischer Bärenklau

03.08.2016

Heracleum sosnowskyi

Sosnowskyi Bärenklau

15.08.2019

Humulus scandens

Japanischer Hopfen

15.08.2019

Lespedeza cuneata

Chinesischer Buschklee

03.08.2016

Ludwigia peploides

Flutendes Heusenkraut

15.08.2019

Lygodium japonicum

Japansicher Kletterfarn

02.08.2017

Microstegium vimineum

Japanisches Stelzengras

03.08.2016

Parthenium hysterophorus

Karottenkraut

02.08.2017

Pennisetum setaceum

Afrikanisches Lampenputzergras

03.08.2016

Persicaria perfoliata

Durchwachsener Knöterich

15.08.2019

Prosopis juliflora

Mesquitebaum

03.08.2016

Pueraria montana var. lobata

Kudzu

15.08.2019

Salvinia molesta

Schwimmfarn

15.08.2019

Triadica sebifera

Chinesischer Talgbaum

Wirbellose

15.08.2019

Arthurdendyus triangulatus

Neuseelandplattwurm

03.08.2016

Orconectes virilis

Viril‐Flusskrebs

03.08.2016

Vespa velutina nigrithorax

Asiatische Hornisse

Wirbeltiere

15.08.2019

Acridotheres tristis

Hirtenmaina

03.08.2016

Callosciurus erythraeus

Pallas‐Schönhörnchen

03.08.2016

Corvus splendens

Glanzkrähe

03.08.2016

Herpestes javanicus

Kleiner Mungo

03.08.2016

Muntiacus reevesi

Chinesischer Muntjak

03.08.2016

Nasua nasua

Roter Nasenbär

03.08.2016

Oxyura jamaicensis

Schwarzkopf‐Ruderente

03.08.2016

Perccottus glenii

Amurgrundel

15.08.2019

Plotosus lineatus

Gestreifter Korallenwels

03.08.2016

Sciurus carolinensis

Grauhörnchen

03.08.2016

Sciurus niger

Fuchshörnchen

03.08.2016

Threskiornis aethiopicus

Heiliger Ibis

Funde der invasiven Schwarzkopf-Ruderente sollten dem NLWKN gemeldet werden.   Bildrechte: Martin Woike / blickwinkel.de

Funde der invasiven Schwarzkopf-Ruderente sollten dem NLWKN gemeldet werden.

Ansprechpartner:

Dr. Christian Boestfleisch
Dr. Linus Günther

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