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NLWKN-Forschungsschiff „Burchana“ geht Dollart-Schlick näher auf den Grund

Gemeinsame deutsch-niederländische Messaktion zum Feststofftransport im Ems-Dollart Bereich startet


 
Von der Nordsee bis hinunter nach Papenburg reicht der Aktionsradius der „Burchana“ – möglich macht es die besondere flache Bauform des 20 Jahre alten NLWKN-Schiffs. Bild: Peter Becker.

Aurich/Norderney Er bereitet Fischen und einer natürlichen Algenbildung erhebliche Probleme – nun geht ein großangelegter internationaler Messeinsatz dem Schlamm in der Emsmündung genauer auf den Grund: An der im Rahmen der Zusammenarbeit der deutsch-niederländischen Grenzgewässerkommission verabredeten gemeinsamen Messaktion ist auch das auf Norderney stationierte Forschungsschiff „Burchana“ des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) umfassend beteiligt. Die Arbeit der Wissenschaftler soll wertvolle Erkenntnisse zum Feststofftransport im Ems-Dollart-Bereich liefern.

Der Dollart, eine Bucht im äußeren Emsästuar, ist ein dynamischer Übergangsbereich: Hier treffen das Süßwasser vom Oberlauf des Flusses und das salzige Meerwasser der Nordsee aufeinander. „Im Ems-Dollart gibt es aber auch jede Menge Feinsedimente, die aufgrund der starken Trübung des Flusswassers das für die Nahrungskette wichtige Algenwachstum und die Entwicklung von Lebewesen im Gewässer negativ beeinflussen kann“, betont Dirk Post, Leiter der für die zehn niedersächsischen Messstellen am Fluss zuständigen Betriebsstelle des NLWKN in Aurich. Um mehr zu erfahren über das dynamische Verhalten der Emssedimente und um entsprechende Maßnahmen zur Trübungsminderung in ihren Auswirkungen besser einschätzen zu können, fuhr nun eine Flotte von insgesamt acht Messschiffen in die Emsmündung ein. Das von mehreren internationalen Forschungsinstituten unterstützte niederländisch-deutsche Projekt wird von der niederländischen Behörde Rijkswaterstaat geleitet und von Royal Haskoning DHV koordiniert. Von deutscher Seite beteiligen sich die Bundesanstalt für Wasserbau, die NLWKN-Betriebsstelle Aurich, die Forschungsstelle Küste des NLWKN auf Norderney, die Uni Oldenburg, die Bundesanstalt für Gewässerkunde und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden an der Durchführung der umfangreichen Feldforschungen.

Die Forschungsstelle Küste ist dabei mit ihrem Forschungsschiff „Burchana“ im Einsatz, um von der Nordsee, vorbei an Borkum und bis nach Papenburg Längsprofilmessungen durchzuführen. „Mit Hilfe Ihrer speziellen Echolote ist die Burchana in der Lage, die Sedimentstruktur und das Vorkommen, die Verteilung und die Mächtigkeit von Flüssigschlick genau zu erfassen“, erklärt Dr. Andreas Wurpts, Leiter der Norderneyer Forschungseinrichtung. Darüber hinaus besitze die „Burchana“ eine sogenannte FerryBox, die kontinuierlich Gewässergütedaten wie Sauerstoff, Salzgehalt, Temperatur, pH-Wert, Schwebstoffgehalt, aber auch Nährstoffparameter und Chlorophyll messen könne. „Chlorophyll ist ein wichtiger Indikator für die Algenentwicklung“, so Wurpts.

Von Land aus werden die Messungen der „Burchana“ und der anderen Schiffe durch Daten der zehn kontinuierlich in Betrieb befindlichen Messstationen der NLWKN-Betriebsstelle Aurich komplettiert. Die Messstationen stehen an der Knock, in Emden, Pogum, Gandersum, Terborg, Leerort, Leer/Leda, in Weener, Papenburg und Halte. „Hier werden die Parameter Sauerstoff, Salzgehalt, Temperatur, Schwebstoffgehalt und der jeweilige Wasserstand kontinuierlich über das gesamte Jahr hindurch erfasst und ausgewertet“, erklärt Dirk Post.

Ein Abschluss der aktuellen Messreihen ist für Mitte September vorgesehen. Der zweite Teil des Programms soll unter winterlichen Bedingungen Anfang 2019 durchgeführt werden.

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04.09.2018

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NLWKN Pressestelle

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