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Innovative Technik für fordernde Aufgaben

Auf „Memmert“ folgt „Memmert“: Neues Seevermessungsschiff des NLWKN feierlich in den Dienst gestellt


Freuen sich nach Planungs- und Bauphase nun auf den Einsatz der MS „Memmert“ (v.l.): Julian Nörder (NLWKN), Jan Heinks (Maschinist Memmert), Cornelia Scupin, Kapitän Jeffrey Rieken, Werft-Geschäftsführer Hermann Bartel und Holger Dirks (NLWKN).   Bildrechte: Lippe/NLWKN
Freuen sich nach Planungs- und Bauphase nun auf den Einsatz der MS „Memmert“ (v.l.): Julian Nörder (NLWKN), Jan Heinks (Maschinist Memmert), Cornelia Scupin, Kapitän Jeffrey Rieken, Werft-Geschäftsführer Hermann Bartel und Holger Dirks (NLWKN).

Norden. Vertrauter Name – deutlich erweitertes Aufgabenspektrum: Mit der MS „Memmert“ hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Dienstag (17.03.) ein neues Schiff für hydrographische Vermessungen der Übergangs- und Küstengewässer in den Dienst gestellt. Das Spezialschiff kommt ab sofort vor allem zwischen Ems und Jade zum Einsatz. Die neue „Memmert“ verfügt über modernste Vermessungstechnik. Sie ersetzt einen über 70 Jahre alten Vorgängerbau gleichen Namens und ein zweites, kleineres Schiff des NLWKN.

Bei der Taufe im Norddeicher Westhafen, dem künftigen Heimathafen der über 17 Meter langen und knapp fünf Meter breiten „Memmert“, zog neben der umfangreichen technischen Ausstattung zur Seevermessung vor allem ein innovativer Antrieb Aufmerksamkeit auf sich: „Mit dem verbauten Wasserstrahlantrieb ist eine deutlich genauere Navigation bei extrem niedrigen Geschwindigkeiten möglich – ein großer Mehrwert für die hohe Präzision erfordernden Kernaufgaben des neuen Vermessungsschiffs“, betonte im Rahmen des Festakts Taufpatin Cornelia Scupin.

Die ehemalige Abteilungsleiterin des Niedersächsischen Umweltministeriums verwies in ihrer Rede auf die hochgenaue und flächenhafte Vermessung der Übergangs- und Küstengewässer, der Außentiefs entlang der Küste, der Häfen und seeseitigen Küstenschutzanlagen sowie der Sandentnahmestellen für Küstenschutzvorhaben. Auch die Untersuchung der Beschaffenheit der Meeresbodenoberfläche sowie des unmittelbar angrenzenden Meeresuntergrundes sei mit dem Neubau möglich. Sie dient als Grundlage für die Bewertung von Gewässern nach verschiedenen EU-Richtlinien. Die neue „Memmert“ soll darüber hinaus zur Objektsuche am Meeresgrund und im Rahmen von Seevermessungsaufgaben für den Masterplan Ems 2050 zum Einsatz kommen.

„Dieses Schiff ist für den NLWKN etwas ganz Besonderes“, unterstrich dann auch Anne Rickmeyer bei ihrer Festansprache. Es handele sich weder schiffsbautechnisch noch aufgabentechnisch um einen 1:1-Nachbau eines bereits vorhandenen Schiffs. „Die Anforderungen an Einsatzgebiet und Leistungsspektrum gehen über die seiner Vorgängerbauten weit hinaus“, so die Direktorin des Landesbetriebs. Rickmeyer nutzte den Festakt, um an die Verdienste des langjährigen NLWKN-Aufgabenbereichsleiters Schiffsbetrieb Dirk Oberliesen zu erinnern. Oberliesen, der im vergangenen Sommer nach kurzer schwerer Krankheit verstorben war, hatte während seiner Dienstzeit die Modernisierung der NLWKN-Schiffsflotte für die Aufgaben im Bereich Küstenschutz und Schadstoffunfallbekämpfung wesentlich vorangetrieben. Als Projektingenieur hatte er auch am Bau der „Memmert“ mitgewirkt. „Dass wir heute hier eine feierliche Schiffstaufe begehen dürfen, verdanken wir allen voran auch Dirk Oberliesen“, betonte Anne Rickmeyer.

Anforderungen an Seevermessung gestiegen

Der in der Schiffswerft Hermann Barthel in Derben in Sachsen-Anhalt eigens nach den Anforderungen und Plänen des NLWKN gefertigte Neubau ersetzt die 1952 erbaute und inzwischen außer Dienst gestellte alte „Memmert“ und ein weiteres, kleineres Vermessungsschiff des NLWKN. Zur vermessungstechnischen Ausstattung gehört ein Fächerecholot mit zwei Sonarköpfen am Bug ebenso wie ein Sediment-Echolot, ein Mehrfrequenz-Echolot und ein Start- und Landeplatz für eine Flug-Vermessungsdrohne. Das Schiff ist zudem in der Lage, ein sogenanntes unmanned surface vehicle – also ein Drohne zu Wasser – mit dem Namen „Lüttje Hörn“ an Bord mitzuführen und über eine spezielle Vorrichtung auf See auszubringen und zu bergen. „Mit dieser umfangreichen Spezialausstattung und dem verbauten leistungsfähigen Antrieb reagieren wir auf die deutlich gestiegenen Anforderungen der Seevermessung. Beides hat bereits vor der offiziellen Indienststellung der Memmert für ein großes Interesse in Fachkreisen gesorgt“, erklärt Anne Rickmeyer.

Aufgrund des besonderen Anforderungsprofils gestaltete sich der Bau des neuen Vermessungsschiffs herausfordernd: So wurde etwa die Mechanik für das Ein- und Ausfahren des Sedimentlots im sogenannten Moonpool – einer nach unten gerichteten Öffnung im Schiffsrumpf – eigens von der Werft, dem beteiligten Ingenieurbüro S.M.I.L.E. Engineering GmbH und der Projektleitung des NLWKN entwickelt. Die damit verbundenen Herausforderungen sorgten zusammen mit vorübergehenden Lieferengpässen für einzelne Bauteile wie dem Wasserstrahlantrieb und Verzögerungen bei der Überführung vom Werftstandort in Sachsen-Anhalt angesichts eines zu geringen Wasserstands in der Elbe dafür, dass das Schiff später in den Dienst gestellt werden konnte, als ursprünglich geplant.

Mit der „MS Memmert“ und der ergänzend angeschafften Seevermessungsdrohne „Lüttje Hörn“ investiert Niedersachsen insgesamt rund 4,4 Millionen Euro aus Corona-Sondermitteln des Landes in eine bessere und zeitgemäße Ausstattung des NLWKN im Bereich zentraler Aufgaben wie dem Küsten- und Gewässerschutz.


NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer betonte in ihrer Ansprache die gestiegenen Anforderungen an die Seevermessung (Bild: Lippe/NLWKN).   Bildrechte: Lippe/NLWKN
NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer betonte in ihrer Ansprache die gestiegenen Anforderungen an die Seevermessung (Bild: Lippe/NLWKN).
Mit einem kräftigen Hammerschlag ging die Sektflasche bei der Taufe durch Cornelia Scupin zu Bruch (Lippe/NLWKN).   Bildrechte: Lippe/NLWKN
Mit einem kräftigen Hammerschlag ging die Sektflasche bei der Taufe durch Cornelia Scupin zu Bruch (Lippe/NLWKN).
Das neue Seevermessungsschiff MS „Memmert“ in seinem Heimathafen Norddeich (Bild: Lippe/NLWKN).   Bildrechte: Lippe/NLWKN
Das neue Seevermessungsschiff MS „Memmert“ in seinem Heimathafen Norddeich (Bild: Lippe/NLWKN).
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Artikel-Informationen

erstellt am:
17.03.2026

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