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Erstmals über 1.000 Löffler-Brutpaare in Deutschland

Erfolgsstory des „Nationalparks Wattenmeer“ als „Europäisches Vogelschutzgebiet“


 
Bestandsentwicklung Löffler-Paare in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Die Staatliche Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) freut sich über einen ganz besonderen Erfolg: „Im 24. Jahr, nachdem sich der Löffler in Deutschland angesiedelt hat, hat der Bestand erstmals die Schallmauer von 1.000 Brutpaaren durchbrochen“, so Dr. Markus Nipkow, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN. Die Staatliche Vogelschutzwarte ist in Niedersachsen für das Vogelmonitoring zuständig und koordiniert die Erfassungen an der Küste in enger Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Gemeinsam mit den schleswig-holsteinischen Kollegen der dortigen Nationalparkverwaltung sowie der Schutzstation Wattenmeer wurden in der Saison 2018 insgesamt 1.023 Brutpaare erfasst. Der Löffler gehört zur europäischen Vogelwelt und hat sich in Deutschland natürlich ausgebreitet.

Ursprünglich ist der Löffler eine in Österreich, Ungarn sowie in Spanien vorkommende Vogelart, die in den 1950er Jahren die Niederlande besiedelte, und dort im Bestand stark zunahm. 1995 schaffte der Löffler den Sprung nach Deutschland, indem er erstmals auf Memmert brütete. Fünf Jahre später, in Niedersachsen gab es bereits 64 Brutpaare auf fünf Ostfriesischen Inseln, gelang die erste Brut im schleswig-holsteinischen Wattenmeer auf Hallig Oland.

Alle in Deutschland brütenden Löffler siedeln auf Inseln im „Nationalpark Wattenmeer“, welcher zugleich Europäisches Vogelschutzgebiet ist. Dort werden großräumig störungsfreie Räume vorgehalten, die die am Brutplatz scheuen Großvögel benötigen und deren Einrichtung die positive Bestandszunahme und die anhaltende Arealerweiterung erst möglich gemacht haben. „Die Entwicklung beim Löffler ist eine absolute Erfolgsstory, die zeigt, dass wir solche großen Gebiete mit strengem Schutzregime unbedingt brauchen“ führt Biologe Dr. Dietrich Frank aus Schortens aus, der im Auftrag des NLWKN die Löffler in Niedersachsen zählt.

Die Bestandsüberwachung der weißen Vögel aus der Familie der Ibisse ist dabei keine einfache Übung. In Niedersachsen werden die Zählungen nach zuvor erfolgtem Abgleich mit örtlichen Beobachtungen des NLWKN vom Flugzeug aus durchgeführt. Aus der Vogelperspektive lassen sich die Kolonien der Art am besten überblicken und die Vögel werden nicht durch eine Zählung vom Boden aus gestört.

Derzeit wertet Frank die Zahlen aus diesem Jahr aus. „Es ist davon auszugehen, dass sich der positive Trend weiter fortsetzt“, führt der Experte aus. Dies ist seiner Ansicht nach Grund zur Freude wie Ausrufungszeichen zugleich: „Zwei Drittel der in Deutschland brütenden Löffler sind Niedersachsen, wir haben daher eine besondere Verantwortung für den Schutz der Art.“

 
„Im 24. Jahr, nachdem sich der Löffler in Deutschland angesiedelt hat, hat der Bestand erstmals die Schallmauer von 1.000 Brutpaaren durchbrochen“, so Dr. Markus Nipkow, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN. (Foto: Gerd-Michael Heinze)
 
Seinen Namen hat der Löffler aufgrund der charakteristischen, löffelartigen Form seines Schnabels. (Foto: Gerd-Michael Heinze)
 

Foto: Gerd-Michael Heinze

Artikel-Informationen

29.08.2019

Ansprechpartner/in:
Bettina S. Dörr

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