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Bauarbeiten für Natur- und Klimaschutz: Am Jafelbach rollen wieder die Bagger

Klimaschutz durch Moorentwicklung // EU-Projekt „Optimierung des Wasserhaushalts in ausgewählten Mooren der Südheide“ wird fortgesetzt // Einschränkungen im Bereich Kucksmoorweg und Breite Förths


Teilflächen des Jafel- und Kucksmoores wurden bereits wiedervernässt – in den kommenden Wochen setzen die Naturschützer diese Maßnahmen im Einzugsgebiet des Jafelbachs fort (Bild: Meike Müller).   Bildrechte: Meike Müller
Teilflächen des Jafel- und Kucksmoores wurden bereits wiedervernässt – in den kommenden Wochen setzen die Naturschützer diese Maßnahmen im Einzugsgebiet des Jafelbachs fort (Bild: Meike Müller).

Braunschweig/Steinhorst. Es soll sich was anstauen im Naturschutzgebiet „Obere Lachte, Kainbach, Jafelbach“: Im Oktober beginnen der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) mit Unterstützung des Unterhaltungsverbands Obere Lachte und des Landkreises Gifhorn mit umfangreichen Erd- und Wasserbauarbeiten im Einzugsgebiet des Jafelbachs nahe Steinhorst. Das Ziel: Die stark entwässerten Moore der Region sollen wieder vernässt und somit auch der Gebietswasserhaushalt stabilisiert werden.

„Das Jafelmoor und das Kucksmoor liegen im Quellbereich der Jafel und ihrer Nebengewässer. Sie erfüllen hier - neben der wichtigen Funktion als CO2-Speicher - auch wichtige Regulierungsfunktionen für den Wasserhaushalt der umgebenden Landschaft“, erläutert Dr. Ines Bruchmann, die zuständige Projektleiterin der Betriebsstelle Süd des NLWKN, die Hintergründe. „Während der regenreichen Jahreszeiten können sich intakte Moore vollsaugen wie ein Schwamm. Auf diese Weise werden die Heidebäche auch bis weit in die trockene Jahreszeit hinein mit Wasser gespeist.“

Christoph Rothfuchs, Förster für Waldökolgie der NLF, ergänzt: "Durch diverse Eingriffe des Menschen in den vergangenen 200 Jahren wurde der natürliche Wasserhaushalt des Gebiets dauerhaft gestört. Die Moore wurden entwässert und in ihrer Funktion als Wasser- und CO2-Speicher beeinträchtigt. Dies hat heute zur Folge, dass die Wassermengen in regenreichen Jahreszeiten nicht ausreichend zurückgehalten werden und damit die Heidebäche teilweise schon im Frühsommer vollständig trockenfallen. In Folge sind auf den einstmals nassen und offenen Niedermoorflächen artenarme Moorwälder aufgewachsen, die die Verdunstung des Wassers aus dem Moor noch verstärken.“

Das Vorhaben am Jafelbach ist Teil eines übergreifenden Moorentwicklungsprojekts des NLWKN, welches Synergien zwischen Natur- und Klimaschutz nutzt: In mehreren Schutzgebieten im Landkreis Gifhorn werden Moore wieder vernässt, damit sie ihre ökologischen Funktionen wieder erfüllen können: sowohl als CO2-Speicher als auch als wertvoller Lebensraum für seltene Arten. Gefördert wird das Projekt mit EU- und Landesmitteln des Niedersächsischen Umweltministeriums aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) nach der Richtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung“.

Im Zuge der Bauarbeiten zur Revitalisierung der Moore werden Entwässerungsgräben verfüllt und die Heidebäche wieder in ihre ursprünglichen Gerinne zurückverlegt. Zudem werden Fließbarrieren wie z.B. Dämme und Forstwege zurückgebaut bzw. ihre Barrierewirkung durch den Bau von Durchlässen oder Furten reduziert.

In der zweiten Oktoberwoche beginnen die Bauarbeiten mit dem Verschluss von Entwässerungsgräben in der Aue und am Oberlauf des Jafelbachs. Später erfolgen Arbeiten am Kucksmoorgraben. Voraussichtlich Ende November werden im Kucksmoorweg und der Breiten Förths hierbei neue Durchlässe eingebaut, weshalb diese Bereiche kurzfristig für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Die Bauarbeiten sollen im Februar 2022 abgeschlossen sein. Für mögliche zeitlich begrenzte Beeinträchtigungen durch Baustellenverkehr im Bereich der Zufahrtswege bittet der NLWKN um Verständnis.

In solch feuchten Senken können sich Torfmoose ansiedeln – eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen von Mooren (Bild: Meike Müller).   Bildrechte: Meike Müller
In solch feuchten Senken können sich Torfmoose ansiedeln – eine wichtige Voraussetzung für das Entstehen von Mooren (Bild: Meike Müller).
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Artikel-Informationen

erstellt am:
07.10.2021

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
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30453 Hannover / 26506 Norden
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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