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Achim Stolz
Lüneburg/ Dannenberg – Die Spundwand in der Jeetzel an der Bundesstraße 216 unterhalb Dannenbergs zeigt den gewünschten Erfolg: Das faktische Abtrennen der Jeetzel von der Elbe verhindert seit Sonntag den Rückstau aus dem großen Fluss und sorgte in den vergangenen Tagen für eine erste Entlastung der Jeetzeldeiche bei Dannenberg. Die Oberwasserzuflüsse der Jeetzel werden seither über das Auslassbauwerk nahe Lüchow in den Lauf der Alten Jeetzel umgeleitet und unterhalb der Spundwand mit Hilfe des Schöpfwerkes Dannenberg wieder in den Jeetzelkanal gepumpt. Im Ergebnis konnte durch diese Maßnahmen der Wasserstand der Jeetzel an den besonders belasteten Deichstrecken um bis zu einem halben Meter reduziert werden. Die Entlastung der Deiche diente der Sicherung der tiefer gelegenen Ortslage Dannenberg, die bei einem Deichbruch von Überflutung bedroht gewesen wäre. Eine wichtige Rolle in diesem Konzept spielt das Schöpfwerk Dannenberg: "In den vergangenen Tagen lief es rund um die Uhr auf Hochtouren und pumpte pro Sekunde mehr als 10 Kubikmeter Wasser, das über die Alte Jeetzel umgeleitet worden war, jenseits der Spundwand in den Jeetzelkanal zurück.", erklärte Frauke Köhne, leitende Mitarbeiterin der Betriebsstelle Lüneburg des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Dabei musste die Anlage eine Wasserspiegeldifferenz von rund drei Metern überwinden: Während der Wasserspiegel der Alten Jeetzel auf einer Höhe von etwa 12 Metern über Normal Null liegt, betrug dieser Wert für den Jeetzelkanal bei Wasserhöchststand rund 15 Meter. "Die Mitarbeiter des NLWKN waren rund um die Uhr im Einsatz", berichtet Köhne. "Sie haben die Anlagen zuverlässig bedient sowie Wasserstands- und Abflussmessungen vorgenommen, deren Ergebnisse wir auch für den künftigen Betrieb des Mündungsbauwerkes Hitzacker verwenden können.". Dass das verfolgte Konzept so gut greifen konnte, ist laut Frauke Köhne mehreren Aspekten zu verdanken. Zum einen gab es wegen der niederschlagsarmen Vortage keinen hohen Eigenwasserzufluss der Jeetzel, zum anderen konnten Speicherräume im Bereich der Alten Jeetzel und im Raum Wustrow genutzt werden. "Zu erwähnen ist die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, den Verbänden, der Firma SBI und dem oberhalb gelegenen Landkreis Altmark-Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Besonders freut mich das Verständnis der örtlichen Landwirte für die Nutzung der Retentionsräume und die damit gezeigte Hilfsbereitschaft für Dannenberg." Der gute Unterhaltungszustand der Alten Jeetzel habe ein Übriges zum Gelingen beigetragen.
Voraussichtlich am morgigen Donnerstag ist der Wasserstand der Elbe soweit gesunken, dass die Spundwand geöffnet werden kann.

