NLWKN Niedersachsen klar Logo

„Nährstoff-Jagd“ am Großen Meer: Saugbagger dreht jetzt die letzte Runde

Der Saugbagger am Großen Meer (Landkreis Aurich) dreht jetzt seine letzten Runden: Noch bis Ende des Jahres läuft der Spülbetrieb, der mit Rücksicht auf die Brutvögel und die Touristen im Sommer unterbrochen war. Der Bagger hat es jetzt auf den in den vergangenen Jahrzehnten entstandenen Wall entlang des Schilfsaumes im Bereich zwischen Süderriede und Hannewarktief abgesehen. Dieser Wall verhinderte bisher, dass das Wasser in den Schilfgürtel einströmt und so ganz natürlich von den reichlich vorhandenen Nährstoffen befreit werden kann. "Wenn der Sedimentwulst verschwunden ist, funktioniert die Selbstreinigung des Gewässers wieder", erklärt Martin Wendeburg, zuständiger Projektbetreuer im Geschäftsbereich Naturschutz des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Mit anderen Worten: Das Schilf filtert einen Teil der Nährstoffe heraus.

Das Projekt wird vom Land Niedersachsen und der Europäischen Union finanziert: 750.000 Euro stehen zur Verfügung. Vor einem Jahr haben die Spülarbeiten am Westufer des Großen Meeres begonnen; bis zum März 2005 war das Projekt im Nordteil bereits abgeschlossen. Wasserwirtschaft und Naturschutz arbeiten bei diesem Projekt Hand in Hand: Wilhelm Thoben von der NLWKN-Betriebsstelle Aurich hat die Federführung, wenn’s um die technische Planung und Umsetzung geht; Martin Wendeburg aus dem Geschäftsbereich Naturschutz der Betriebsstelle Brake-Oldenburg liefert die naturschutzfachliche Begleitung.

Die wesentlichen Effekte des Projekts werden sich zeigen, wenn aus dem Sanierungsprogramm für das Große Meer auch der Baustein "Wassermanagement" realisiert wird. Planungen der Kollegen aus Aurich liegen bereits vor. Die vorgesehene Steuerung winterlicher Hochwässer im Großen Meer soll bewirken, dass der Schilfsaum häufiger überflutet wird. "Wir wollen die Wachstumsbedingungen für das Schilf verbessern und die Bildung von Faulschlamm möglichst verhindern", sagte Martin Wendeburg. "Nur vitales Schilf kann mit der Nährstofffracht im Großen Meer fertig werden." Doch dazu muss zunächst der Treibselsaum beseitigt werden.

Saugbagger am Großen Meer

Der Saugbagger am Großen Meer hat es auf den Wall entlang des Schilfsaumes abgesehen. Dieser Wall verhinderte bisher, dass das Wasser in den Schilfgürtel einströmt.

Artikel-Informationen

erstellt am:
07.10.2005
zuletzt aktualisiert am:
26.04.2010

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln