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Millimeterarbeit in der Mitte des Flusses: Arbeiten am Emssperrwerk angelaufen

Nach der Sturmflutsaison: Am Emssperrwerk in Gandersum werden per Schwimmkran Teile der Hydraulik erneuert


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Koloss am Haken: Per Schwimmkran wurden die neuen Hydraulikzylinder eingehoben (Bild: Lippe/NLWKN).   Bildrechte: Lippe/NLWKN
Koloss am Haken: Per Schwimmkran wurden die neuen Hydraulikzylinder eingehoben (Bild: Lippe/NLWKN).

Gandersum/Aurich. Sechs massive Pfeiler ermöglichen es, dass das Emssperrwerk bei Gandersum bereits 20 Mal zuverlässig vor Sturmfluten schützen konnte. Die Lage mitten im Fluss fordert nicht nur das Material – sie macht auch Arbeiten an der hier verbauten Technik zu einer besonderen Herausforderung. Anfang dieser Woche kam dabei schwimmendes Spezialgerät zum Einsatz, um mehrere jeweils elf Meter lange Hydraulikzylinder anzuheben und auszutauschen. Hintergrund des ungewöhnlichen Einsatzes sind Korrosionsschäden an den hier verbauten Kolbenstangen.

Vor allem der dauerhafte Kontakt mit den verschiedenen Umwelteinflüssen und dem salzigen Wasser der Ems ist an den Bauteilen nicht spurlos vorübergegangen: Rost nagt seit einigen Jahren an den gigantischen Stangen, die das Öffnen und Schließen der Hubtore des Sperrwerks erst möglich machen. Die abplatzende Beschichtung führt zu scharfkantigen Rändern und droht, Dichtungen zu beschädigen. „Nach dreiundzwanzig Jahren Einsatz unter den hier herrschenden fordernden Bedingungen haben die Zylinder das Ende ihrer Einsatzzeit erreicht“, erklärt ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Betriebsstelle Aurich des NLWKN ist für den Betrieb des Sperrwerks an der Ems zuständig, das zu den größten Europas zählt.

Fortsetzung im August

Bereits 2023 waren einzelne der jeweils über dreißig Tonnen schweren Hydraulikzylinder umfassend erneuert worden, die konstruktionsbedingt in Ruhestellung besonders tief im Wasser standen. In dieser Woche wurde der aufwändige Austausch dreier weiterer Zylinder an den angrenzenden Sperrwerkspfeilern fortgesetzt. Aufgrund der Lage mitten in der Ems und des hohen Gewichts der Bauteile konnten die Arbeiten nur von einem Schwimmkran aus durchgeführt werden. „Für alle Beteiligten eine echte Millimeterarbeit, die grundsätzlich nur außerhalb der Sturmflutsaison und bei günstigen Witterungsbedingungen durchführbar ist“, betont der NLWKN-Sprecher. Zu groß sei bei starkem Wind und Wellengang die Gefahr, das wichtige Küstenschutzbauwerk und seine Technik durch einen unbeabsichtigten Kontakt zu beschädigen.

Erneut setzt der NLWKN wie bereits 2023 bei den Arbeiten auf eine Mischung aus Austauschen und Instandsetzen: Die jetzt ausgehobenen drei Zylinder, die durch eigens angefertigte Neuteile ersetzt wurden, werden in den kommenden Monaten dabei einer Generalüberholung unterzogen. Sie sollen im August in einem zweiten Arbeitsschritt wieder eingebaut werden, um die verbliebenen schadhafte Altzylinder zu ersetzen. Auswirkungen auf die Schifffahrt haben die aufwändigen Arbeiten dabei keine: „Die Drehsegmentverschlüsse in den Schifffahrtsöffnungen funktionieren nach einem anderen Prinzip als die Nebenöffnungen des Sperrwerks, die mit Hubtoren ausgestattet sind. Sie waren deshalb nicht betroffen“, so der NLWKN-Sprecher.

An den drei jetzt ausgebauten Hydraulikzylindern sind im Bereich der Kolbenstangen deutliche Rost- und Verschleißspuren zu sehen. Sie werden in den kommenden Monaten runderneuert und kehren im Spätsommer nach Gandersum zurück (Bild: Lippe/NLWKN).   Bildrechte: Lippe/NLWKN
An den drei jetzt ausgebauten Hydraulikzylindern sind im Bereich der Kolbenstangen deutliche Rost- und Verschleißspuren zu sehen. Sie werden in den kommenden Monaten runderneuert und kehren im Spätsommer nach Gandersum zurück (Bild: Lippe/NLWKN).

Schutzfunktion und Wirtschaftsfaktor

Das Emssperrwerk schützt die Anlieger an der Ems und im Leda-Jümme-Gebiet vor Sturmfluten. Es kehrt Sturmfluten, die höher als 3,70 Meter über Normalnull auflaufen und gewährleistet dadurch einen deutlich höheren Sicherheitsstandard als eine kontinuierliche Anpassung der 110 Kilometer langen Hauptdeiche entlang der Unterems. Die Staufunktion des Sperrwerks sichert darüber hinaus bei 54 durchgeführten Schiffsüberführungen die Flexibilität des Schifffahrtsweges Ems zwischen Papenburg und Emden und damit auch den Erhalt der Wirtschaftskraft der Region.


Kniffliger Einsatz im Schatten des Sperrwerks: Beim Einsetzen der neuen Zylinder war Millimeterarbeit gefragt (Bild: Lippe/NLWKN).   Bildrechte: Lippe/NLWKN
Kniffliger Einsatz im Schatten des Sperrwerks: Beim Einsetzen der neuen Zylinder war Millimeterarbeit gefragt (Bild: Lippe/NLWKN).
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Artikel-Informationen

erstellt am:
22.04.2026

Ansprechpartner/in:
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30453 Hannover / 26506 Norden
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