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erstellt am:
17.02.2026
Aurich/Krummhörn. „Herausragender“ Besuch am Sperrwerk Leysiel im Landkreis Aurich: Gleich zwei Schwerlastkräne und zahlreiche Begleitfahrzeuge brachten sich in der vergangenen Woche auf der exponierten Landzunge nordwestlich von Greetsiel in Position. Aufhänger des Kraneinsatzes unter herausfordernden winterlichen Bedingungen war der Austausch eines Hydraulikzylinders an der Klappbrücke des Küstenschutzbauwerks. Das Sperrwerk mit Siel und Seeschleuse wird vom Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben.
Der jetzt durchgeführte Austausch des Hydraulikzylinders war notwendig geworden, da der bisherige Zylinder nach Jahrzehnten des Einsatzes an dem mitten in der Nordsee gelegenen Bauwerk das Ende seiner Lebensdauer erreicht hatte. „Da für einen Austausch nicht nur das sechs Tonnen schwere Bauteil selbst, sondern auch die rund 25 Tonnen schwere Brücke manuell angehoben werden muss, kamen in Leysiel dabei gleich zwei Schwerlastkräne eines ostfriesischen Spezialunternehmens zum Einsatz“, erklärt Danela Janssen, Mitarbeiterin der für das Sperrwerk zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Aurich.
Entsprechende Vorbereitungsarbeiten waren bereits am Montag vergangener Woche mit dem Aufbau eines 400-Tonnen-Krans und dem Montieren der Hebepunkte an der Brücke angelaufen. Schnee und Eisglätte hatten die Arbeiten, für die Standsicherheit unabdingbar ist, im Vorfeld zunächst verzögert. Im weiteren Verlauf wurde der alte Zylinder schließlich von der Brücke abgeschlagen und die Brücke selbst per Kran angehoben. Damit war der Weg frei, um den rund 6,5 Meter langen Zylinder mithilfe eines zweiten Krans, der auf der anderen Seite der Seeschleuse aufgebaut worden war, herauszuziehen. Eine Herausforderung, nicht zuletzt für die Kranführer: „Angesichts der Lage des Sperrwerks mehrere Kilometer vor der eigentlichen Küste der Krummhörn musste trotz der hier herrschenden höheren Windgeschwindigkeiten millimetergenau gearbeitet werden“, berichtet Janssen. Diese galt es auch beim Einsatz des neuen, speziell für das Bauwerk in Leysiel angefertigten Austauschzylinders zu meistern. Abschließend wurde der neue Zylinder an die bestehenden Lager angeschlossen und umfassend getestet.
Über die Klappbrücke in Leysiel rollt in der Regel kein Straßenverkehr: Das Abschlussbauwerk liegt an der Spitze der nur eingeschränkt zugänglichen Deichnase Leyhörn. Die Brücke dient dazu, die östlich der Schleuse gelegenen Teile des Multifunktionsbauwerks sowie die anschließenden Hauptdeiche der Leyhörn für Unterhaltungsarbeiten und im Deichverteidigungsfall erreichen zu können.

