NLWKN Niedersachsen klar Logo

Hannoversche Moorgeest – Arbeiten in zwei von vier Mooren erfolgreich abgeschlossen

Nach kurzer Pause startet im August 2026 die letzte Bauphase


Das Otternhagener Moor im August 2025. Die Maßnahmen und Erfolge der Wiedervernässung sind durch die gebauten Verwallungen und den leicht überstauten Flächen zu erkennen.   Bildrechte: Marcel Hollenbach
Das Otternhagener Moor im August 2025. Die Maßnahmen und Erfolge der Wiedervernässung sind durch die gebauten Verwallungen und den leicht überstauten Flächen zu erkennen.

Hannover. Das LIFE+-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ nördlich von Hannover macht weiterhin große Fortschritte: In zwei der vier Moore konnten die Naturschutzarbeiten bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Das EU-geförderte Projekt wird vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gemeinsam mit der Region Hannover umgesetzt. Das durch das Land Niedersachsen, die EU und die Region Hannover finanzierte Projekt, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Biotopnetztes „Natura 2000“ und dient gleichzeitig dem Klimaschutz. Im jüngsten Baufenster von August 2025 bis Februar 2026 wurden weitere Renaturierungsmaßnahmen in drei Mooren vorangetrieben.

Besonders hervorzuheben ist der Abschluss der Arbeiten im Otternhagener Moor. Nach intensiven Bauarbeiten und notwendigen Optimierungen infolge des Winterhochwassers 2023/24 kann sich das Gebiet nun wieder eigenständig als Hochmoor entwickeln. Somit sind die geplanten Maßnahmen in zwei der vier Hochmoore – im Schwarzen Moor bei Resse und im Otternhagener Moor – erfolgreich abgeschlossen. Die zahlreich angelegten Grabenverschlüsse und Moordämme entfalten ihre Wirkung in der Fläche. „Nach langen und intensiven Arbeiten im Naturschutzgebiet kann das Otternhagener Moor nun wieder der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Die Arbeiten tragen deutlich zum Regenwasserrückhalt bei, das kann man sehen und messen“, erklärt der zuständige technische Projektbetreuer beim NLWKN, Aaron Schad.

Auch in den übrigen Projektmooren wurden zentrale Fortschritte erzielt. Mehrere Baufirmen setzten im Bissendorfer und im Helstorfer Moor eine Vielzahl an Vorhaben um, um den Regenwasserabfluss nachhaltig zu stoppen. Dabei kam ein bewährtes Verfahren zum Einsatz: Entlang geplanter Dammtrassen wurde zunächst die Vegetation entfernt, anschließend wurden mit dem vor Ort vorhandenen Material – überwiegend Torf – Verwallungen errichtet. Diese dienen dazu, den Wasserabfluss zu reduzieren und die natürliche Wasserspeicherung der Moore wiederherzustellen.

Eine der größten Einzelmaßnahmen war die Umgestaltung des rund 2,5 Meter tiefen und rund 2.500 Meter langen Kaltenweider Hauptvorfluters am Ostrand des Bissendorfer Moors. Dieser wurde weitgehend verschlossen und zurückgebaut, während gleichzeitig ein neuer Entlastungsgraben außerhalb der Moorflächen für angrenzende landwirtschaftliche Nutzflächen angelegt wurde. „Der Rück- und Umbau des Entwässerungssystem Kaltenweider Hauptvorfluter ist eine der größten und herausforderndsten Schritte im Projekt und trägt wesentlich zu höheren Wasserständen im Bissendorfer Moor bei. Gleichzeitig stellt diese Maßnahme sicher, dass angrenzende landwirtschaftliche Flächen nicht beeinträchtigt werden“, berichtet die zuständige technische Projektbetreuerin beim NLWKN, Johanna Franz. „Aufgrund des großen Bauumfangs und dem nassen und eisigen Jahresanfang konnte noch nicht alles in diesem Baubereich rechtzeitig vor der naturschutzfachlich erforderlichen Baupause fertiggestellt werden“, so Franz weiter. Die Restarbeiten hierzu erfolgen im nächsten Bauabschnitt ab August.

Derzeit ruht die Bautätigkeit planmäßig, um die Brut- und Setzzeit nicht zu stören. Parallel laufen die Vorbereitungen für die letzte Bauphase vor Projektende, die im August 2026 beginnt in der die verbleibenden Maßnahmen im Bissendorfer und Helstorfer Moor abgeschlossen werden.

Das seit 2012 laufende LIFE+-Projekt „Hannoversche Moorgeest“ endet im August 2027. Bis dahin sollen alle Arbeiten im rund 2.243 Hektar großen Projektgebiet vollständig umgesetzt sein. „Dank des großen Engagements des Projektteams und der beteiligten Baufirmen liegen wir gut im Zeitplan und rechnen mit einem erfolgreichen Projektabschluss im kommenden Jahr“, betont Susanne Brosch, Projektmanagerin beim NLWKN. Mit Abschluss des Projekts soll dann das geplante, ungefähr 75 Kilometer lange Poldersystem aus Dämmen in den vier Projektmooren gebaut sein. Zusätzlich verhindert der Verschluss von unzähligen Entwässerungsgräben auf einer Länge von mehr als 40 Kilometer den Regenwasserabfluss und somit das weitere „Ausbluten“ der Moore.

Eindruck aus dem Otternhagener Moor im August 2025. In den ehemaligen Handtorfstiche profitieren die Torfmoose von den gestiegenen Wasserständen aufgrund der Wiedervernässungsmaßnahmen.   Bildrechte: Marcel Hollenbach
Eindruck aus dem Otternhagener Moor im August 2025. In den ehemaligen Handtorfstiche profitieren die Torfmoose von den gestiegenen Wasserständen aufgrund der Wiedervernässungsmaßnahmen.
Umsetzungsstand der Maßnahmen in der „Hannoverschen Moorgeest“ im März 2026, vor der letzten Bauphase im August 2026. Im Schwarzen Moor und Otternhagener Moor sind die Arbeiten abgeschlossen, im Bissendorfer Moor zu ca. 90 %, im Helstorfer zu ca. 7   Bildrechte: NLWKN
Umsetzungsstand der Maßnahmen in der „Hannoverschen Moorgeest“ im März 2026, vor der letzten Bauphase im August 2026. Im Schwarzen Moor und Otternhagener Moor sind die Arbeiten abgeschlossen, im Bissendorfer Moor zu ca. 90 %, im Helstorfer zu ca. 7

Hintergrundinformationen zum Projekt:

Homepage: www.life-moorgeest.niedersachsen.de

Projektfilm: www.youtube.com/watch?v=CerZQ2krvHY

Umbau des Entwässerungssystems Kaltenweider Hauptvorfluter außerhalb der Moorflächen für die angrenzenden Nutzflächen am Achtminutenweg in Langenhagen.   Bildrechte: Johanna Franz
Umbau des Entwässerungssystems Kaltenweider Hauptvorfluter außerhalb der Moorflächen für die angrenzenden Nutzflächen am Achtminutenweg in Langenhagen.
Bereich der Arbeitstrasse für den Dammbau (links im Foto) und Verschluss und Rückbau des 2,5 m tiefen Kaltenweider Hauptvorfluters durch das Bissendorfer Moor (rechts und hinten im Foto).   Bildrechte: Johanna Franz
Bereich der Arbeitstrasse für den Dammbau (links im Foto) und Verschluss und Rückbau des 2,5 m tiefen Kaltenweider Hauptvorfluters durch das Bissendorfer Moor (rechts und hinten im Foto).
NLWKN-Logo Bildrechte: NLWKN

Artikel-Informationen

erstellt am:
20.04.2026

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76a / Am Sportplatz 23
30453 Hannover / 26506 Norden
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173 und +49 (0)4931/ 947 -181
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln