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Es grünt so grün, wenn an der Wümme die Wiesen blühn…

Mahd- und Saatgutübertragung in der Wümmeniederung macht Wiesen noch artenreicher


Lina Brackelmann und Burghard Wittig von der Naturschutzstation Wümme des NLWKN pflocken die besonders artenreichen Standorte aus. Auf diesen Flächen werden Samen bzw. Heu geerntet und zur Übertragung auf die artenarme Empfängerfläche verladen.   Bildrechte: H. Burmester
Lina Brackelmann und Burghard Wittig von der Naturschutzstation Wümme des NLWKN pflocken die besonders artenreichen Standorte aus. Auf diesen Flächen werden Samen bzw. Heu geerntet und zur Übertragung auf die artenarme Empfängerfläche verladen.

Rotenburg/Landkreis Rotenburg - Wer aktuell in der Wümmeniederung im Landkreis Rotenburg unterwegs ist, kann eine Maßnahme der Naturschutzstation Wümme des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beobachten: Auf ausgesuchten landeseigenen artenreichen Wiesen wird Mahdgut geerntet oder Saatgut mit einem speziellen Gerät ausgebürstet und mittels Schlepper zu einer artenärmeren Wiese gebracht. Die Mitarbeiter der Naturschutzstation versprechen sich von dieser logistisch aufwändigen Naturschutzmaßnahme zwischen Rotenburg und Everinghausen eine deutliche Bereicherung der Artenvielfalt auf diesen Flächen.

Die „Empfängerflächen“ wurden kurz zuvor gefräst, das heißt die Grasnarbe wurde entlang mehrerer Streifen aufgebrochen. An diesen Stellen wird nun das Mahd- oder Saatgut aufgebracht. Die enthaltenen Samen sollen dort keimen, so dass sich weitere schutzwürdige Pflanzenarten in den Folgejahren auf der gesamten Wiese ausbreiten. Diese abstimmungsintensive Maßnahme ist durch die Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Pächtern, Lohnunternehmern, der Landwirtschaftskammer und dem Landkreis Rotenburg möglich geworden.

Das Bild dieser Flächen war zwar ehemals durch bunt blühende Kräuter geprägt, ist aber zwischenzeitlich durch intensive Nutzung oder auch Nutzungsaufgabe stark an typischen Pflanzenarten des Grünlandes verarmt. Trotz eines Verzichts auf Pestizide und Düngung werden diese Flächen nur sehr langsam artenreicher, da die fehlenden Arten wieder von außen einwandern müssen. Die Mahd- und Saatgutübertragung kann diesen Prozess beschleunigen - und bietet den großen Vorteil, dass die Herkunft des Saatguts genau bekannt und die Arten an die Standortbedingungen in der Wümmeniederung angepasst sind.

Der Erfolg der Maßnahmen wird von der Naturschutzstation Wümme durch ein Monitoring kontrolliert. Dafür wird vor und nach der Übertragung die Vegetation in ausgewählten Bereichen dokumentiert. Dass auch die Empfängerflächen in den kommenden Jahren bunter und vor allem vielfältiger blühen als in den letzten Jahren, ist ein wichtiger Beitrag, um die Artenvielfalt zu erhöhen und die Wümmeniederung mit allen Sinnen noch besser erlebbar zu machen.

Zu den typischen, aber zunehmend seltenen Arten des Grünlandes gehört in der Wümmeniederung auch der Große Wiesenknopf Sanguisorba officinalis. (Foto: Wikimedia Commons)   Bildrechte: Wikimedia Commons
Zu den typischen, aber zunehmend seltenen Arten des Grünlandes gehört in der Wümmeniederung auch der Große Wiesenknopf Sanguisorba officinalis. (Foto: Wikimedia Commons)
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Artikel-Informationen

erstellt am:
05.07.2022

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
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30453 Hannover / 26506 Norden
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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