Von Uferschnepfen, Kühen als Naturschützern, einem erweiterten Horizont und Mee(h)r
Abschlussarbeit an der Unterelbe
Meine Abschlussarbeit an der Unterelbe, auch ein Me(e)hrwert für mich
Als ich im Frühjahr 2025 das Schutzgebiet V18 „Unterelbe“ kennengelernt habe, war ich begeistert von der Vielzahl an rastenden Weißwangengänsen, balzenden Kiebitzen und singenden Feldlerchen. Sofort war mir klar, dass ich meine Abschlussarbeit hier schreiben möchte – was sich als die beste Entscheidung entpuppte.
Bereits an meinem ersten Tag an der Naturschutzstation durfte ich bei der Nestersuche Kiebitzküken sehen, gefolgt vielen Morgenden Feldarbeit mit Uferschnepfen und Blaukehlchen sowie Brandgänsen und Wachtelkönigen.
Abschlussarbeit für Bachelorstudium
Mehr als herzlich wurde ich ins Team aufgenommen und so gut wie überall eingebunden. Auch für die Betreuung meiner Bachelorarbeit wurde sich viel Zeit genommen.
Das Ziel meiner Arbeit war die Entwicklung eines Aufnahmebogens zur Charakterisierung von Grünland- und Ackerstandorten als Bruthabitat für Wiesenbrüter. Anhand eines großen Untersuchungsgebietes sollte analysiert werden, welchen Einfluss die Flächenbewirtschaftung auf die (Vegetations-)Strukturen und somit auf die Abundanz dieser Wiesenbrüter hat. Zudem soll der Aufnahmebogen einen Überblick über den Zustand der Flächen ermöglichen, damit das Gebietsmanagement verbessert werden kann – trotz geringer zeitlicher Kapazitäten in der Brutperiode –sofern zeitweilig ungünstige Bedingungen vorliegen (z. B. Pflegeschnitte zur Entfernung von Binsen).
Der Titel der Arbeit: Einfluss von Bewirtschaftung und Vegetationsstruktur auf die Revierdichte von Kiebitz (Vanellus vanellus), Rotschenkel (Tringa totanus), Uferschnepfe (Limosa limosa), Wachtelkönig (Crex crex) und Wiesenpieper (Anthus pratensis) im EU-VSG V 18 „Unterelbe“
Es zeigte sich, dass Kühe wahre Naturschützer sind, die durch Tritt und selektiven Fraß eine heterogene Vegetation mit unterschiedlichen Höhen sowie insgesamt einen weniger dichten Aufwuchs bewirken. Für Wiesenbrüter ergibt sich daraus eine Struktur, die sowohl Bewegungsfreiheit als auch Deckung bietet und gleichzeitig die freie Sicht auf potenzielle Prädatoren ermöglicht.
Wiesenpieper fühlen sich in Bultenstrukturen wohl, Kiebitze mögen es eher kurzrasig, und Wachtelkönige – als Spätankömmlinge im Brutgebiet – bevorzugen höhere Vegetation, um gut vor Prädatoren verborgen zu sein. Anders als Kiebitze betreiben sie keine aktive Feindabwehr, sodass der Weitblick für sie eine untergeordnete Rolle spielt.
Die nächste Brutsaison steht unmittelbar bevor, und ich freue mich sehr, noch mehr Zeit an der Unterelbe verbringen zu dürfen – ein Ort zum Horizont-Erweitern und für vieles Mee(h)r.
Martha
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