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Von Uferschnepfen, Kühen als Naturschützern, einem erweiterten Horizont und Mee(h)r

Abschlussarbeit an der Unterelbe


Ein Bericht von Martha, die die Naturschutzstation Unterelbe als Praktikantin und mit ihrer Bachelorarbeit unterstützt hat und jetzt als Werksstudentin mit in die nächste Brutsaison startet.
Bildrechte: NLWKN, Martha Leffers

Meine Abschlussarbeit an der Unterelbe, auch ein Me(e)hrwert für mich

Als ich im Frühjahr 2025 das Schutzgebiet V18 „Unterelbe“ kennengelernt habe, war ich begeistert von der Vielzahl an rastenden Weißwangengänsen, balzenden Kiebitzen und singenden Feldlerchen. Sofort war mir klar, dass ich meine Abschlussarbeit hier schreiben möchte – was sich als die beste Entscheidung entpuppte.

Bereits an meinem ersten Tag an der Naturschutzstation durfte ich bei der Nestersuche Kiebitzküken sehen, gefolgt vielen Morgenden Feldarbeit mit Uferschnepfen und Blaukehlchen sowie Brandgänsen und Wachtelkönigen.

  Bildrechte: NLWKN, Martha Leffers
  Bildrechte: NLWKN, Martha Leffers
  Bildrechte: NLWKN, Patrick Weber
Eindrücke aus der Arbeit im Schutzgebiet: geschlüpfte Uferschnepfen, Probeflächen im Sonnenaufgang, eine junge Uferschnepfe wartet darauf vermessen und beringt zu werden.



Abschlussarbeit für Bachelorstudium

Mehr als herzlich wurde ich ins Team aufgenommen und so gut wie überall eingebunden. Auch für die Betreuung meiner Bachelorarbeit wurde sich viel Zeit genommen.

Das Ziel meiner Arbeit war die Entwicklung eines Aufnahmebogens zur Charakterisierung von Grünland- und Ackerstandorten als Bruthabitat für Wiesenbrüter. Anhand eines großen Untersuchungsgebietes sollte analysiert werden, welchen Einfluss die Flächenbewirtschaftung auf die (Vegetations-)Strukturen und somit auf die Abundanz dieser Wiesenbrüter hat. Zudem soll der Aufnahmebogen einen Überblick über den Zustand der Flächen ermöglichen, damit das Gebietsmanagement verbessert werden kann – trotz geringer zeitlicher Kapazitäten in der Brutperiode –sofern zeitweilig ungünstige Bedingungen vorliegen (z. B. Pflegeschnitte zur Entfernung von Binsen).

Der Titel der Arbeit: Einfluss von Bewirtschaftung und Vegetationsstruktur auf die Revierdichte von Kiebitz (Vanellus vanellus), Rotschenkel (Tringa totanus), Uferschnepfe (Limosa limosa), Wachtelkönig (Crex crex) und Wiesenpieper (Anthus pratensis) im EU-VSG V 18 „Unterelbe“


Bildrechte: NLWKN, Martha Leffers
Welche Habitatstrukturen wählen welche Arten?

Es zeigte sich, dass Kühe wahre Naturschützer sind, die durch Tritt und selektiven Fraß eine heterogene Vegetation mit unterschiedlichen Höhen sowie insgesamt einen weniger dichten Aufwuchs bewirken. Für Wiesenbrüter ergibt sich daraus eine Struktur, die sowohl Bewegungsfreiheit als auch Deckung bietet und gleichzeitig die freie Sicht auf potenzielle Prädatoren ermöglicht.

Wiesenpieper fühlen sich in Bultenstrukturen wohl, Kiebitze mögen es eher kurzrasig, und Wachtelkönige – als Spätankömmlinge im Brutgebiet – bevorzugen höhere Vegetation, um gut vor Prädatoren verborgen zu sein. Anders als Kiebitze betreiben sie keine aktive Feindabwehr, sodass der Weitblick für sie eine untergeordnete Rolle spielt.

Die nächste Brutsaison steht unmittelbar bevor, und ich freue mich sehr, noch mehr Zeit an der Unterelbe verbringen zu dürfen – ein Ort zum Horizont-Erweitern und für vieles Mee(h)r.

Martha

Bildrechte: NLWKN, Linnea Hindriks
Gut in einem Grasbult versteckt: Das Nest von einem Wiesenpieper.
NLWKN-Logo Bildrechte: NLWKN

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