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Kernreaktor-Fernüberwachung Niedersachsen (KFÜ)

Das Kernreaktor-Fernüberwachungssystem
Das Kernreaktor-Fernüberwachungssystem erfasst die Emissionen der Kernkraftwerke Unterweser, Emsland, Grohnde, Stade und der Pilotkonditionierungsanlage in Gorleben

Die von einem Kernkraftwerk ausgehenden Emissionen radioaktiver Stoffe sind bei störungsfreiem Betrieb gering. In erster Linie haben die Anlagenbetreiber durch eigene Messungen nachzuweisen, dass ihre Genehmigungswerte eingehalten werden. Erhöhte Emissionen, auch unterhalb der Genehmigungswerte sind sofort der Aufsichtsbehörde zu melden. Über diese Eigenüberwachung der Anlagenbetreiber hinaus unterhält das Land Niedersachsen mit dem Kernreaktor-Fern­überwachungs­system (KFÜ) eine eigene, betreiberunabhängige Überwachung - unmittelbar und kontinuierlich.

Das KFÜ ist ein komplexes Mess- und Informationssystem, das tagtäglich mehr als 100.000 Messwerte erfasst und überwacht. Rund um die Uhr und vollautomatisch kann es den aktuellen Betriebszustand der Anlagen einschließlich der Emissionen in Luft und Wasser, sowie den Radioaktivitätseintrag in die Umgebung ermitteln. Damit ist nicht nur die Basis für die behördliche Überwachung der Einhaltung von rechtlichen Verpflichtungen geschaffen; das KFÜ ermöglicht auch die Einleitung wirksamer Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung bei möglichen Stör- oder Unfällen in diesen Anlagen wenn radioaktive Stoffe an die Umgebung abgegeben werden. Hierzu ist das KFÜ in das bundesweite Entscheidungshilfesystem RODOS (Real-time Online Decision Support) eingebunden. Dieses dient zugleich dem Daten- und Informationsaustausch mit den Niederlanden.

Dem vollen Umfang dieser Online Überwachung werden die Kernkraftwerke Emsland (KKE), Grohnde (KWG) sowie das seit 2011 im Stillstand befindliche Kernkraftwerk Unterweser (KKU) unterzogen. In der Pilotkonditionierungsanlage (PKA) in Gorleben ist ein angepasstes Überwachungssystem installiert, weil aufgrund der unterschiedlichen Aufgabenstellung mit anderen Emissionen zu rechnen ist. Da die PKA bisher noch nie in Betrieb gewesen ist, befindet sie sich in einer „stand-by" Überwachung, d.h. ein Überwachungssystem ist installiert und könnte kurzfristig zugeschaltet werden.

Die Brennelement-Fertigungsanlage in Lingen und die sich im Rückbau befindlichen Kernkraftwerke Stade (KKS) und Lingen (KWL) werden ebenfalls kontinuierlich auf Emissionen überwacht, jedoch mithilfe eines fest installierten Filtersystems das im 4-Wochenrhythmus ausgewertet wird. Aufgrund des wesentlich geringeren Radionuklid Inventars ist eine Online Überwachung nicht (mehr) erforderlich.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Kirsten Rupprecht

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
An der Scharlake 39
31135 Hildesheim
Tel: +49 5121 509-308

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