NLWKN Niedersachen klar Logo

Moorschutz mal vier in der Wedemark: Umweltstaatssekretär Frank Doods besucht EU-Projekt

Halbzeit für Hannoversche Moorgeest/ 2.200 Hektar Hochmoor zu entwickeln/ Presseinformation vom 29. Juni 2018


Hannover/ Wedemark – Vier Hochmoore in der Wedemark, deren Entwicklung in vier separaten Planfeststellungsverfahren genehmigt wird und die anschließend in vier Bauabschnitten ökologisch aufgewertet werden: „Die Zahl Vier spielt eine wichtige Rolle im Life+ Projekt Hannoversche Moorgeest, das eines der ambitioniertesten Naturschutzvorhaben in Niedersachsen ist“, stellte Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz am Freitag fest. Der Politiker war zur Halbzeit des EU-geförderten Projektes in die Wedemark gekommen, um sich vor Ort im Moorinformationszentrum in Resse und bei einer anschließenden Begehung der Moorflächen über den Stand der Umsetzung zu informieren. „38 Prozent der deutschen Moorflächen liegen in Niedersachsen. Sie sind nicht nur als Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten von Bedeutung, sondern dienen auch als wichtiger Speicher von klimarelevantem Kohlenstoff. Ihr Erhalt und ihre Entwicklung leisten demnach einen Beitrag sowohl zum Arten- als auch zum Klimaschutz und Niedersachsen steht hier in einer besonderen Verantwortung“, ergänzte Doods.

Das LIFE+ Projekt Hannoversche Moorgeest sieht bis 2023 eine ökologische Aufwertung des Bissendorfer, Helstorfer, Otternhagener und Schwarzen Moores auf einer Gesamtfläche von 2.240 Hektar vor. „Erreicht werden soll dies im Wesentlichen durch eine Optimierung der Regenwasserrückhaltung. Dazu müssen Dämme und Staue angelegt und das vorhandene Entwässerungssystem zurückgebaut werden. In der Planung und Umsetzung arbeiten die Bereiche Wasserwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand, während die Region Hannover sich als Projektpartner finanziell und personell einbringt“, erläuterte Anne Rickmeyer als Direktorin des NLWKN. Als flankierende Maßnahmen wurden Entkusselungen durchgeführt, Kleingewässer freigestellt und Grünlandflächen extensiviert. Zudem informieren Info-Tafeln Interessierte über das Projekt.

Dank des seit 2012 laufenden Flurbereinigungsverfahrens des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine Weser konnten bisher ca. 530 Hektar private Moorfläche für die Umsetzung der Maßnahmen über Landverzichtserklärungen angekauft werden. Mit diesen Flächen sind mittlerweile 61 Prozent der vorgesehenen Gebiete im Besitz der öffentlichen Hand. Die noch ausstehenden Verhandlungen (Verkauf, Tausch oder Gestattung) über weitere rund 870 Hektar Privatflächen sollen bis Herbst 2020 abgeschlossen werden. „Die werden für jedes der vier Moorgebiete getrennt geführt, ebenso wie wir für jedes der vier Moore ein eigenes Planfeststellungsverfahren durchführen, um ein Höchstmaß an Transparenz, Öffentlichkeitsbeteiligung und Planungssicherheit zu gewährleisten. Der erste Beschluss ist 2016 für das Schwarze Moor ergangen, die anderen folgen voraussichtlich in diesem und im kommenden Jahr.“, erläuterte Projektmanagerin Susanne Brosch während des Geländerundganges. Ebenfalls in Viererschritten erfolgt die Umsetzung der Maßnahmen: Die ersten Bagger sollen im Herbst 2019 im Schwarzen Moor rollen, das Bissendorfer Moor folgt 2020, während das Otternhagener und das Helstorfer Moor 2021 den Abschluss bilden.

In allen Phasen des Projektes legte der NLWKN großen Wert auf die Einbindung der örtlichen Bevölkerung und Nutzergruppen. Ein 2012 gegründeter Projektbeirat begleitet das Vorhaben über die gesamte Laufzeit und sorgt dafür, die Interessen des Naturschutzes mit denen der Nutzergruppen in Einklang zu bringen. „Der Beirat ist als Praktikerforum konzipiert, demnach sind unter anderem die Forstwirtschaft, die Jagd, die Landwirtschaft sowie die Wasserwirtschaft und die Naturschutzverbände vertreten“, erklärte Brosch.

Die Gesamtkosten des Projektes beziffert der NLWKN auf 14,8 Millionen Euro, die zu 60 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union, zu 35 Prozent des Landes Niedersachsen sowie zu fünf Prozent aus Mitteln der Region Hannover stammen.
Presseinformation
Artikel-Informationen

29.06.2018

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln