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Schwere Sturmflut an niedersächsischer Nordseeküste

Historische Höchstwerte in der Emsmündung


Norden – Die abgelaufene Sturmflut zählt zu den schwersten der letzten 100 Jahre an der niedersächsischen Nordseeküste. Im Bereich der Emsmündung registrierte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) an den Pegeln Knock und Emssperrwerk die höchsten jemals gemessenen Wasserstände: An der Knock bei Emden lag der Höchstwert bei circa 3,60 Metern über Mittlerem Tidehochwasser (MThw), am Emssperrwerk bei Gandersum – etwas oberhalb Emdens – bei rund 3,90 Metern. Auf Borkum wurde mit 2,70 Metern über MThw exakt die Pegelmarke der 62er-Sturmflut erreicht, für den Ort Bensersiel bedeuten die gemessenen 2,91 Meter über MThw den dritthöchsten Wasserstand nach den Sturmfluten von 1906 und 1962.

Brennpunkte des Geschehens waren die Emsmündung und die Jade, wo der NLWKN eine sehr schwere Sturmflut verzeichnete. Dem entsprechend wurde das Emssperrwerk bei Gandersum im Landkreis Leer geschlossen, um das stromaufwärts liegende Hinterland bis einschließlich Papenburg vor der eindringenden Tide zu schützen. "Die Technik funktionierte einwandfrei, wir hatten trotz dieser noch nie erreichten Pegelmarken keine Probleme", resümierte Reinhard Backer, der den Einsatz am Emsperrwerk leitete.

Auf den Ostfriesischen Inseln ergriffen die Kommunen und der NLWKN in der Nacht die notwendigen Vorkehrungen für die Deichverteidigung.

Ursache der hohen Wasserstände waren länger anhaltende starke nordwestliche Winde, die zeitlich mit dem Eintritt des Tidehochwassers zusammenkamen. "Starke Windfelder hatte der Deutsche Wetterdienst für die Nacht vorhergesagt, ihr zeitliches Zusammenfallen mit dem Eintritt des Hochwassers ergab sich jedoch erst im Laufe der Nacht", erklärte Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney, der mit seinen Kollegen durchgehend die neuen Wetterdaten in die eigenen Sturmflutvorhersagen einarbeitete und an die Kommunen und Deichverbände weiterleitete.

Die Betriebsstelle Brake-Oldenburg des NLWKN meldete ebenfalls eine sehr schwere Sturmflut im Jade-Revier mit Werten deutlich über drei Meter (Wilhelmshaven: 3,15 m; Vareler Schleuse 3,49 m). Ochtum- und Huntesperrwerk wurden gegen 6.30 Uhr geschlossen.

Während an der ostfriesischen Küste eine sehr schwere Sturmflut registriert wurde, kamen andere Bereiche glimpflicher davon. Gleichwohl verzeichnete die Betriebsstelle Stade des NLWKN an den Pegeln der Unterelbe in Bremerhaven, Cuxhaven, Otterndorf und Stadersand jeweils Werte deutlich über zwei Meter über dem normalen Hochwasser.

Presseinfo
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01.11.2006

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