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KliBiW - Anpassungsstrategien und Handlungsempfehlungen

Auf Basis der Analyse der Klimadaten sowie der Ergebnisse der hydrologischen Modellierung konnten für das Gebiet von Niedersachsen bzw. die betrachteten Risikogewässer erstmalig regional differenzierte Aussagen zu möglichen zukünftigen Entwicklungen gemacht werden. Zusammen mit den Erkenntnissen aus anderen Studien in Niedersachsen (z.B. KLIFF) können nun Strategien und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, um den möglichen Folgen des Klimawandels begegnen zu können.

Die bisherigen Ergebnisse aus KliBiW haben gezeigt, dass sich die Hochwasserverhältnisse in Niedersachsen in Bezug auf die Scheitelabflussmengen zukünftig verschärfen können. Bereits während der vergangenen Jahrzehnte konnten wir regional Zunahmen der Hochwasserabflüsse feststellen. Diese Entwicklungen werden bis zum Jahr 2100 in vielen Gebieten in Niedersachsen unter den bisher betrachteten Klimaszenarien (SRES-A1B und RCP8.5) weiter voranschreiten. D.h. wir beobachten bereits heute Entwicklungen, mit denen wir es zukünftig verstärkt unter dem Einfluss des Klimawandels zu tun haben werden.

Die identifizierten Klimafolgen können sich auf verschiedene Bereiche der wasserwirtschaftlichen Planung in Niedersachsen auswirken, wie z.B.

• Überschwemmungsgebiete
• Hochwasserschutz- und Vorsorgemaßnahmen
• Hochwasserrisikomanagement
• Generalentwässerungsplanung
• Raumplanung

Unter Berücksichtigung der Unsicherheiten, die den Klimamodellen der aktuellen Generation, aber auch den hydrologischen Modellen innewohnen, wird von Seiten des Projektes KliBiW ein landesweiter Beiwert für wasserwirtschaftliche Planungen und Bemessungsfragen im Bereich Hochwasser in der Größenordnung von +15% empfohlen, bezogen auf einen langfristigen Planungshorizont von Maßnahmen. Die Anwendung dieses Klimabeiwertes sollte stets mit gebotener Umsicht erfolgen. Die flexible Gestaltung von Maßnahmen und Planungen im Sinne des „No-Regret“-Ansatzes soll dabei oberste Priorität besitzen. Eine regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung der Erkenntnisse unter Verwendung zukünftig weiterentwickelter Methoden erscheint angeraten.

Es ist darauf hinzuweisen, dass sich die gezeigten Klimaveränderungen in Niedersachsen auch auf andere (wasserwirtschaftliche) Handlungsfelder auswirken werden. Dazu zählen die Niedrigwasserführung, die Grundwasserverhältnisse sowie die Gewässergüte. Durch Übertragung der in KliBiW gewonnen Erkenntnisse und entwickelten Methoden bietet sich die Möglichkeit, die Auswirkungen des Klimawandels auch auf diese Bereiche näher zu untersuchen. Aus diesem Grund beschäftigt sich die aktuelle Projektphase KliBiW 5 mit dem Thema Niedrigwasser und wird die in Projektphase 3 gewonnenen Erkenntnisse im Hinblick auf weitere Klimaszenarien und weitere Einzugsgebiete ergänzen.

Staumauer der Okertalsperre

Staumauer der Okertalsperre (Harz)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:

Uwe Petry
NLWKN Hannover-Hildesheim
An der Scharlake 39
D-31135 Hildesheim

Artikel-Informationen

09.01.2018

Ansprechpartner/in:
Uwe Petry

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