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Strandaufspülung auf Norderney: Maßnahmenstart in der nächsten Woche

Sandverluste in den Buhnenfeldern machen Aufspülung erforderlich // Spülleitung wird ab dem Wochenende verlegt


 
In den nächsten Wochen ein regelmäßiger Anblick vor Norderney: Das Baggerschiff Thor R sorgt als Laderaumsaugbagger bzw. Hopperbagger für die Sandzufuhr aus der westlich vor Norderney liegenden Robbenplate. Bild: Rhode Nielsen A/S.

Norderney/ Norden200.000 Kubikmeter Sand aus der Robbenplate für den Schutz der Insel vor Sturmfluten: Unter dem Schlagwort „Building with Nature“ spült der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Kürze großflächig Sand in die Buhnenfelder am Norderneyer Westkopf ein.

Voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche bestimmen damit das große Baggerschiff Thor R, Spülrohre und Planierraupen das Bild am Strand zwischen Westbad und Georgshöhe. Insgesamt elf Buhnenfelder zwischen den Buhnen F und G1 stehen im Rahmen der Arbeiten im Fokus. Vermessungen hatten hier gezeigt, dass das Strandniveau zuletzt deutlich abgenommen hatte. „Ein deutlich reduziertes Strandniveau birgt das Risiko, dass die Fußsicherungen und Einfassungen der Deckwerke und Buhnen unterspült werden. Eine Gefährdung des gesamten Bauwerks wäre die Folge“, erklärt Prof. Frank Thorenz den dringenden Handlungsbedarf. Der Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Norden-Norderney wirbt angesichts der laufenden Sommersaison für Verständnis bei Insulanern und Urlaubsgästen: „Umfangreiche Maßnahmen des Küstenschutzes, die dem langfristigen Erhalt dieser schönen Insel dienen, sind leider nur im schmalen Zeitfenster der sturmflutfreien Zeit möglich“. Je nach Wetterlage erwartet der Landesbetrieb dabei eine Dauer der Arbeiten von vier bis sechs Wochen.

Bereits ab diesem Wochenende wird zunächst eine rund 300 Meter lange, vormontierte Dükerleitung mit Hilfe von Schleppern von Sylt nach Norderney geschleppt und dort in ein Buhnenfeld vor der Kaiserwiese eingeschwommen. Sie bildet die Verbindung des 84 Meter langen Baggerschiffs Thor R der dänischen Firma Rhode Nielsen A/S aus Kopenhagen mit dem Strandbereich. „An diese Leitung koppelt die voll beladene Thor R im Zuge der Aufspülung an und pumpt ein Sand-Wasser-Gemisch auf den Strand, wo sich der Sand ablagert und mit Unterstützung von Planierraupen gelenkt wird“, erklärt Prof. Thorenz den Aufspülprozess.

Insgesamt soll das Strandniveau so auf einer Gesamtstrecke von 1,8 Kilometern nach und nach erhöht werden. Bereits zum dreizehnten Mal kommt damit auf der Insel Sand im Rahmen einer großflächigen Aufspülung zum Einsatz: Auch die erste Maßnahme diese Art in Deutschland fand 1951/52 auf Norderney statt. Zuletzt war die Insel 2012 Schauplatz einer Aufspülung, die sich als naturnahe Maßnahme zum Schutz vor den Angriffen des Meeres nicht nur auf Norderney bewährt hat.

Bei dem aktuellen Vorhaben gehen die Küstenschützer schrittweise vor: Beginnend vor der Kaiserwiese wird jeweils ein Buhnenfeld aufgespült. Anschließend wird die Spülleitung mit Rohren bis zum nächsten Buhnenfeld verlängert, bis der gesamte Aufspülbereich fertiggestellt ist – ein Schauspiel auch für interessierte Inselgäste.

Im Interesse der eigenen Sicherheit bittet der NLWKN darum, die Aufspülung von der Promenade aus zu beobachten und die Absperrungen und Hinweise an der Baustellenfläche unbedingt zu beachten. Detaillierte Hintergrundinformationen über die Maßnahme und den Inselschutz von Norderney bietet eine Informationsbroschüre, die der Landesbetrieb als Auslage an der Baustelle sowie digital unter www.nlwkn.niedersachsen.de zur Verfügung stellt.

Für die Umsetzung der aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und der Länder zur Verbesserung des Küstenschutzes finanzierten Arbeiten sind insgesamt rund zwei Millionen Euro eingeplant.


 
Die letzte Strandaufspülung auf Norderney fand im Jahr 2012 statt. Wie damals wird der Strand vor dem Deckwerk aus Sicherheitsgründen auch während der kommenden Aufspülung nur eingeschränkt begehbar sein (Bild: NLWKN).
Artikel-Informationen

12.07.2019

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden
Tel: +49 (0)4931/ 947 - 288 / -173 sowie +49 (0)511 3034-3223
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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