NLWKN Niedersachen klar Logo

NLWKN leistet erste Hilfe für die Kreuzkröte

EU-Projekt ermöglicht neue Kleingewässer im Landkreis Diepholz


 
Kreuzkröte (Foto: Richard Podloucky)

Kirchdorf Der Landkreis Diepholz verfügt in der Nähe von Kirchdorf über ein Gebiet, das für die gefährdete Kreuzkröte von großer Bedeutung ist. Dort sollen nun im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ neue Kleingewässer angelegt sowie mehrere temporäre Kleingewässer wiederhergestellt werden. Die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wollen so die vorhandene Kreuzkröten-Population stabilisieren.

Die Kreuzkröte ist die kleinste einheimische „echte“ Krötenart und gilt als Pionierart, die trockene, warme Landlebensräume mit spärlicher Vegetation oder nicht bewachsenen Boden besiedelt. Für ihre Fortpflanzung benötigt sie temporäre flache Klein- oder Kleinstgewässer, die möglichst intensiv der Sonne ausgesetzt sind und sich daher rasch erwärmen. Eine ehemalige Sandgrube südlich von Kirchdorf ist ein solcher Lebensraum. Auf einer rund ein Hektar großen, bewaldeten Fläche sind dort Kleingewässer vorhanden, die allerdings stark beschattet sind. Im Rahmen des Projekts werden nun Bäume gefällt, bestehende Senken wiederhergestellt und Kleingewässer neu angelegt. Damit soll die Population der Kreuzkröte in dem Gebiet langfristig stabilisiert werden.


Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“

Die Maßnahme bei Kirchdorf ist Teil des von der Europäischen Union geförderten LIFE-
Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachen umgesetzt wird. LIFE steht für „L’Instrument Financier pour l’Environnement“ und ist ein EU-Finanzinstrument zur Förderung von Umweltmaßnahmen in der gesamten EU und in ausgewählten Kandidaten-, Beitritts- und Nachbarländern.

Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region, wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer, sollen dabei nachhaltig aufgewertet werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse sollen gestärkt werden.

Für die zehnjährige Laufzeit des Projekts (2016 bis 2026) steht beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel werden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liegt beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU).

Weitere Informationen sind im Internet unter www.sandlandschaften.de und unter www.nlwkn.de verfügbar.

Die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz

Die Stiftung Naturschutz arbeitet seit über 30 Jahren im Biotop- und Artenschutz. Dabei ist ihr die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Flächeneigentümern besonders wichtig. Viele der über 400 Projektflächen, die von der Stiftung betreut werden, sind im Privatbesitz. Dazu zählen vorrangig Kleingewässer, aber auch Streuobstwiesen, Feuchtwiesen mit heimischen Orchideen sowie Heide- und Moorflächen.

Für Rückfragen zum Gesamtprojekt steht Ihnen das IP-LIFE-Team des NLWKN gerne zur Verfügung (Tel.: 0511/3034-3352, E-Mail: Thomas.Kutter@nlwkn-h.niedersachsen.de). Für weitere Informationen bzgl. der Maßnahme in der Sandgrube bei Kirchdorf wenden Sie sich bitte an Sabrina Schäfer (Tel.: 0511/3034-3368, E-Mail: Sabrina.Schaefer@nlwkn-h.niedersachsen.de) oder die örtliche Bauüberwachung (Kai Backhaus, Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz, Niedersachsenstr. 2, 49356 Diepholz, Tel.: 05441-976 1277, E-Mail: kai.backhaus@diepholz.de).

Artikel-Informationen

14.02.2020

Ansprechpartner/in:
Bettina S. Dörr

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln