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104 fleißige Hände im Einsatz für die Schlingnatter

Schulklassenausflug nach Handeloh


52 Kinder der Grundschule Sprötze-Trelde aus Buchholz (Nordheide) waren im „Schlingnatterkorridor“ zusammen mit NLWKN und VNP im Einsatz (Foto: Susanna Konrad).   Bildrechte: Susanna Konrad
52 Kinder der Grundschule Sprötze-Trelde aus Buchholz (Nordheide) waren im „Schlingnatterkorridor“ zusammen mit NLWKN und VNP im Einsatz (Foto: Susanna Konrad).

Harburg/HandelohEine Aktion des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) kombiniert Naturschutz mit Umweltbildung: Der Landesbetrieb organisierte Mitte Mai zusammen mit dem Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) einen Einsatz der Grundschule Sprötze-Trelde aus Buchholz, Nordheide, am Rand des Naturschutzgebiets Lüneburger Heide, nahe Handeloh. Die Pflegearbeiten, eine sogenannte „Entkusselung“, kamen einem „Schlingnatter-Korridor“ zu Gute. Dieser war zuvor durch das EU-geförderte Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ entwickelt worden.

Zwei dritte Klassen und eine vierte Klasse der Buchholzer Grundschule kamen mit einem Doppeldeckerbus angereist, um beim praktischen Naturschutz mit anzupacken. Anfang 2021 war hier ein langer Korridor aus lichten Waldrändern geschaffen worden, um Heideflächen mit Vorkommen der gefährdeten Schlingnatter und der Zauneidechse miteinander zu verbinden. „Durch die massive Ausbreitung der Spätblühenden Traubenkirsche ist die Offenhaltung des Korridors allerdings eine ganz schöne Herausforderung“, erklärt Leonie Braasch, Projektmitarbeiterin beim NLWKN. Die Gehölzart kommt ursprünglich aus Nordamerika und verdrängt durch ihre dichten und ausdunkelnden Bestände heimische Tier- und Pflanzenarten. Tausende von Sämlingen dieser Art hatten sich nach der lichten Gestaltung des Waldsaums hier erneut angesiedelt.

„Wenn wir die noch kleinen Traubenkirschen mit Wurzel herausziehen, können wir ein schnelles Zuwachsen des Korridors und damit den Verlust des Lebensraums für Schlingnatter und Co aufhalten“, vermittelte Farina Stucke von der Schutzgebietsbetreuung des VNP den aufgeregt wartenden Kindern beim „Entkusselungseinsatz“. Nachdem Stucke den Schülern einiges über die Schlingnatter und die Zauneidechse erzählt hatte, ging es gemeinsam in den Korridor. Zum Warmwerden stand zunächst ein Schlangensuchspiel zwischen Wurzeltellern, Gestrüpp und Moos auf dem Programm. Dann legten die Kinder hochmotiviert mit dem Rausrupfen der kleinen Gehölze los. Ausgestattet mit Spaten und Schaufel machten sie auch vor größeren Exemplaren der Traubenkirsche nicht Halt und präsentierten stolz die große ausgebuddelte Pflanze. Aber es ging vor allem um die Anzahl: Auch die noch so winzige Traubenkirsche zählte beim großen Entkusselungswettbewerb der Klassen. Am Ende kamen insgesamt etwa 2.000 gezogene Pflanzen zusammen. Nach einem kleinen Abschluss-Quiz durften alle Kinder noch eine kleine Belohnung als Dankeschön mit nach Hause nehmen.

Das Fazit von Sabine Adolphi-Schacht, eine der mitwirkenden Lehrerinnen der Grundschule, lautete: „Der Vormittag draußen in der Natur war ein ganz besonderer. Mit Kopf, Herz und Hand waren die Kinder voll dabei. Gerne machen wir beim nächsten Naturschutzprojekt wieder mit!“

Ansprechpersonen zum Projekt:

VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide
Dirk Mertens
Tel: 05198/982 43 24
E-Mail: mertens@verein-naturschutzpark.de

NLWKN, IP LIFE „Atlantische Sandlandschaften“
Leonie Braasch
Tel: 0511/3034-3368
E-Mail: leonie.braasch@nlwkn.niedersachsen.de

Die heimische Schlingnatter lebt sehr versteckt und ist nur schwer zu beobachten. Wanderkorridore zwischen vereinzelten Lebensräumen sind für die gefährdete Schlangenart sehr wichtig (Foto: Hans-Jürgen Kelm).   Bildrechte: Hans-Jürgen Kelm
Die heimische Schlingnatter lebt sehr versteckt und ist nur schwer zu beobachten. Wanderkorridore zwischen vereinzelten Lebensräumen sind für die gefährdete Schlangenart sehr wichtig (Foto: Hans-Jürgen Kelm).
Auch die Holz-Schwestern der Schlingnatter waren beim Suchspiel am lichten Waldrand gar nicht so einfach zu entdecken (Foto: Leonie Braasch).   Bildrechte: Leonie Braasch
Auch die Holz-Schwestern der Schlingnatter waren beim Suchspiel am lichten Waldrand gar nicht so einfach zu entdecken (Foto: Leonie Braasch).
NLWKN-Logo Bildrechte: NLWKN

Artikel-Informationen

erstellt am:
02.06.2022

Ansprechpartner/in:
NLWKN Pressestelle

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76a / Am Sportplatz 23
30453 Hannover / 26506 Norden
Tel: +49 (0)511 3034-3322 sowie +49 (0)4931/ 947 -173
Fax: +49 (0)4931/947 - 222

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