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Erster Lachs-Nachwuchs in der Wümme seit 1925

Presseinformation vom 21. Juli 2011/ Von Renaturierung profitieren auch Meerforelle und Meerneunauge


Fischerhude/ Verden – Erstmals seit Mitte der 20er-Jahre hat sich der selten gewordene Lachs in der Wümme wieder fortgepflanzt. Den Beweis lieferte eine Kontrollbefischung durch Angler in einem renaturierten Abschnitt des Wümme-Nordarmes bei Fischerhude im Landkreis Verden. „Dieser Nachweis ist nicht nur eine kleine Sensation, sondern auch ein Erfolg für den langen Atem, den die Angelsportler, der Wümmewasserverband, der Landkreis und das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz in der Gewässerrenaturierung und beim Fischbesatz an den Tag gelegt haben“, erklärte Heiner Harting vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) in Verden. Seit 1982 hatten die Angelvereine an der Wümme versucht, Lachs und Meerforelle wieder im Fluss anzusiedeln. Flankiert wurde dieser so genannte Initialbesatz durch Maßnahmen, die eine Durchgängigkeit des Gewässers für diese Wanderfische und andere Lebewesen gewährleisten: „So wurden unter anderem hohe Wehranlagen durch naturnahe Sohlgleiten aus Stein-Kies-Schüttungen ersetzt, die nicht nur die Wanderungen der Fische erlauben, sondern auch äußerst vielfältige Lebensräume und wertvolle Kinderstuben für zahlreiche Fischarten bilden“, ergänzte Ralf Gerken, der sich besonders stark für die Wiederansiedlung dieser Fischarten einsetzte und dem auch der Nachweis des Lachses gelang. Vor allem an der oberen Wümme und ihren Nebenflüssen errichteten die Beteiligten zahlreiche Kiesschwellen, von denen insbesondere die Meerforellen bei der Eiablage profitierten, so dass die Bestände dieses Fisches sich bald positiv entwickelten. Beim Lachs schienen die Bemühungen erfolglos zu bleiben, so dass die Angler den Besatz im Jahr 2005 einstellten. „Vermutet wurde, dass hohe Sandeinträge die auf kiesigem Grund abgelegten Eier überdecken und zum Absterben bringen würden. Umso größer war die Überraschung der Beteiligten nach der Kontrollbefischung, dass sich offenbar doch ein kleiner Lachsstamm in der Wümme etabliert haben musste“, beschrieb Kurt Brammer, Gewässerwart des Fischereivereins Fischerhude den Fund des jungen Lachses.

Als dritte gefährdete Fischart profitiert auch das bis zu einen Meter lange Meerneunauge von den Renaturierungmaßnahmen an der Wümme. Im Wümme-Nord- und Mittelarm haben sie sich inzwischen wieder in solcher Zahl angesiedelt, dass das Dezernat für Binnenfischerei in Hannover diesem Gewässer eine herausragende Bedeutung beim Schutz dieser Art bescheinigte.
Lachsnachwuchs in der Wümme

Lachsnachwuchs in der Wümme

Artikel-Informationen

erstellt am:
21.07.2011

Ansprechpartner/in:
Achim Stolz

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Pressesprecher
Am Sportplatz 23
D-26506 Norden
Tel: +49 (0)4931/947-228
Fax: +49 (0)4931/947-222

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