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Naturschutzgebiet "Allertal zwischen Gifhorn und Wolfsburg"

Kennzeichen: NSG BR 146


Das Naturschutzgebiet "Allertal zwischen Gifhorn und Wolfsburg" umfasst den einzigen bis auf kurze Abschnitte nicht ausgebauten Teil der Aller in Niedersachsen. Diese Besonderheit ist darauf zurückzuführen, dass in den Jahren 1860-1863 der Allerkanal gebaut wurde. Dieser umgeht das "Nadelöhr" im Abfluss, das die Stadt Gifhorn mit den saaleeiszeitlichen Ablagerungen des Naturraums Lüneburger Heide im Norden und den Dünenfeldern im Süden des Urstromtals sowie dem bebauten Bereich an zwei sich kreuzenden alten Handelsstraßen bildete. Der Allerkanal leitet das aus dem Einzugsbereich der Kleinen Aller im Norden, aus dem Barnbruch und den südlich gelegenen Grundmoränengebieten anfallende Oberflächenwasser nach Westen an Gifhorn vorbei der Aller zu.

Das NSG liegt in vollem Umfang im FFH-Gebiet „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“ und östlich des Elbe-Seiten-Kanals im Vogelschutzgebiet "Barnbruch", zu deren Sicherung es vorrangig ausgewiesen wurde. Den flächenmäßig vorherrschenden FFH-Lebensraumtyp stellen mit 31,2 ha die Mageren Flachland-Mähwiesen dar, von denen immerhin gut 70 % einen guten Erhaltungszustand aufweisen. An zweiter Stelle stehen die Fließgewässer mit flutender Wasservegetation mit 14,1 ha, davon 72 % in gutem Erhaltungszustand. An dritter Stelle folgen die Feuchten Eichen- und Hainbuchen-Mischwälder (6,2 ha, insgesamt in gutem Erhaltungszustand).

Weiterer wesentlicher Schutzgegenstand sind die im Allerurstromtal typischen Dünen. Zur Erhaltung ihrer Charakteristik wurden Maßgaben zu ihrer forstlichen Bewirtschaftung festgeschrieben.

Die Aller ist im östlichen Teil bis etwa zum Elbe-Seiten-Kanal, wo sie auch vereinzelten Begradigungen unterworfen war, der Strukturgüteklasse 5 (stark verändert) zuzurechnen. Im weiteren Verlauf wechselt die Strukturgüte abschnittweise von der Klasse 2 (gering verändert) bis hin zur Klasse 4 (deutlich verändert). Die Aller, die ebenfalls (teilweise) im NSG gelegenen Fließgewässer Kleine Aller, Allerkanal und Beverbach gelten in Bezug auf die biologische Gewässergüte als mäßig belastet (Gewässergüteklasse II).

Im Gewässersystem sind 29 Fischarten nachgewiesen, darunter die vier in der Schutzverordnung genannten europäisch geschützten Arten (Steinbeißer, Bachneunauge, Schlammpeitzger, Bitterling) sowie fünf weitere Arten der Roten Liste Niedersachsen.

Das Naturschutzgebiet grenzt an das NSG BR 075 " Barnbruch" an.

Das NSG ist Teil des Fauna-Flora-Habitat-(FFH)Gebiet 90 "Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker" sowie des EU-Vogelschutzgebietes V47 "Barnbruch".

Zuständig sind der Landkreis Gifhorn und die Stadt Wolfsburg als untere Naturschutzbehörden.

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BR 146  
Blick auf die Aller, stromauf in den Wolfsburger Teil des NSG. Die Wasservegetation ist hier geprägt durch Einfachen Igelkolben, Gelbe Teichrose und Kleine Wasserlinse. (Foto: Landkreis Gifhorn)
BR 146  
Die Stahlbleckswiesen in der Gemarkung Weyhausen sind der einzige Ort im NSG, an dem Pfeifengraswiesen (Lebensraumtyp 6410) vorkommen. (Foto: Landkreis Gifhorn)
BR 146  
Lebensraum der stark gefährdeten Krebsarten Schuppenschwanz (Lepidurus apus) und Kiemenfuß (Siphonophanes grubei) (Foto: Landkreis Gifhorn)
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Die Dannenbütteler Torfteile, Naturschutzgebiet seit 1982, sind nun Bestandteil des NSG "BR 146". Stellenweise haben sich in größeren Torfstichen bemerkenswerte Schwingrasen mit Schnabelried ausgebildet. (Foto: Landkreis Gifhorn)
BR 146  
Dieser Aller-Mäander ist in gleicher Gestalt an gleicher Stelle sowohl in der Königlich Preußischen Landesaufnahme von 1899 als auch in der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1780 verzeichnet. (Foto: Landkreis Gifhorn)
BR 146  

Verbindlich sind für alle Schutzgebiete die im Amtsblatt veröffentlichten Verordnungen bzw. Karten.

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Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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