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Pilotgebiet Große Aue

Naturräumliche Einordnung

Das Flusseinzugsgebiet Große Aue ist ein Teileinzugsgebiet des Flusseinzugsgebietes Weser. Es befindet sich linksseitig im Bereich Mittelweser. Das Gebiet liegt im Großraum des nord- und mitteldeutschen Lockergesteins und umfasst Naturräume des nord- und mitteldeutschen Mittelpleistozäns (Geestflächen) und der Niederungen im nord- und mitteldeutschen Lockergesteinsgebiet. Das Gebiet hat eine Größe von 1517 km² und liegt in Niedersachsen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg und in Nordrhein-Westfalen in den Landkreisen Minden-Lübbecke und Herford.

Das Pilotgebiet, das den Teil des Flusseinzugsgebietes in Niedersachsen umfasst, hat eine Größe von insgesamt 1013 km². Bei den Grundwasserkörpern im Pilotgebiet handelt es sich um den Grundwasserkörper 4_2412 (Große Aue Lockergestein links, 614 km²) und um den Grundwasserkörper 4_2413 (Große Aue Lockergestein rechts, 399 km²). Der Grundwasserkörper Große Aue Lockergestein links setzt sich aus den Teilräumen Syker Geest (442 km²), Diepholzer Moorniederung und Rinne von Hille (166 km²) sowie der Mittelweser-Aller-Leine Niederung (6 km²) zusammen. In dem Grundwasserkörper Große Aue Lockergestein rechts finden sich folgende Teilräume: Böhrde Geest (76,4 km²), Diepenauer Geest (120,8 km²), Diepholzer Moorniederung und Rinne von Hille (158,5 km²), Mittelweser-Aller-Leine Niederung (43,3 km²).

In dem Pilotgebiet sind die nachstehenden Bodentypengruppen vertreten: Podsole (40,9 %), Moorböden (21,7 %), Gleye (12 %), Parabraunerden (10,8 %), Braunerden (10,2 %), Plaggenesch (2,2 %), Pseudogleye (1,6 %) und Sonstige (0,6 %).

Von der Geologie her handelt es sich um ein Gebiet des quartären Lockergesteins.

Das Pilotgebiet befindet sich in den hydrogeologischen Regionen "Nienburg-Sulinger-Geest" und "Diepholz-Sulinger-Moor-Niederung". Der Grundwasserleiter in der Nienburg-Sulinger-Geest wird aus saale- und elsterzeitlichen Schmelzwassersanden gebildet, die großflächig von einer wenigen Meter dicken Decke von Geschiebelehm bzw. Sandlöss überlagert ist. In der Diepholz-Sulinger-Moorniederung besteht der Grundwasserleiter aus weichselzeitlichen Niederungssanden über saale- und elsterzeitlichen Schmelzwassersanden. Bei den Grundwasserleitern der beiden Grundwasserkörper Große Aue Lockergestein links und rechts handelt es sich um silikatische Porengrundwasserleiter.

Das Klima Niedersachsens ist durch ganzjährig gemäßigte Temperaturen und ausreichende Feuchtigkeit geprägt. Das Klima wird somit als maritim bezeichnet. Der Niederschlag in dem Pilotgebiet Große Aue beträgt im langjährigen Mittel rd. 700 mm.

Landwirtschaftliche Nutzung

In dem Pilotgebiet Große Aue dominiert die landwirtschaftliche Flächennutzung: 65.850 ha der Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt – dies entspricht 65 % der Fläche. Die Forstfläche macht 15 % der Gesamtfläche aus. Von den landwirtschaftlich genutzten Flächen sind 77 % unter Ackernutzung und 23 % unter Grünlandnutzung. In dem Pilotgebiet wirtschaften 1.620 landwirtschaftliche Betriebe (Haupterwerb und Nebenerwerb). Die Anzahl der Betriebe mit Milchviehhaltung beträgt 454 (28 %) und die der Betriebe mit Schweinehaltung beträgt 695 (43 %). Die Differenzierung der Betriebe nach Betriebstypen stellt sich wie folgt dar:

Betriebswirtschaftliche Ausrichtung (NLS, 2003)

Pilotgebiet Acker-
bau-
betriebe

Garten-
baube-
triebe

Dauer-
kultur-
betriebe
Futter-
baube-
triebe
Ver-
edlungs-
betriebe
Pflanzen-
bauver-
bund-
betriebe
Viehhal-
tungver-
bundbe-
triebe
Pflanzen-
bau- /
Viehhal-
tungsbe-
triebe
Große Aue

656

38

4

712

233

109

263

758

in %

24

1

0

26

8

4

9

27

anzustrebende
Pilotbetriebe

4

-

-

4

1

1

1

4

Klassifizierung
der
Projektbetriebe

2

0

0

3

1

3

2

2

Es gibt folgende typische Fruchtfolgen im Pilotgebiet:

  • Mais – Getreide – Mais,
  • Raps – Winterweizen – Wintergerste,
  • Blattfrucht – Halmfrucht – Blattfrucht – Halmfrucht.

Der Viehbesatz liegt bei ca. 1,2 GV/ha.

Maßnahmenumsetzung

- Herbstmaßnahmen 2006

Maßnahmen

ha

Betriebe

H 1

winterharte Zwischenfrucht (ZF)

29,67

2

H 2

Standard Zwischenfrucht

83,94

8

H 3

mehrjährige Brache

6,33

6

H 4

Auflaufraps / Ausfallroggen

3,64

1

H 5

ohne Bodenbearbeitung nach Mais

36,96

2

H 6

zeitl. Beschränkung d. Gülleausbringung

---

---

H/E1

Reduzierung N-Bilanzüberschuss

8

H = handlungsorientierte / E = ergebnisorientierte Honorierung

Zur Umsetzung der Herbstmaßnahmen nahmen 11 Pilotbetriebe teil.

- Frühjahrsmaßnahmen 2007

Maßnahmen

ha

Betriebe

H 7

Gülleausbringung (Schleppschlauch- /
Schleppschuh- o. Schlitztechnik)

318,38

7

H 8

Maisengsaat

53,55

1

H 9

Einsatz N-stabilisierter Dünger
(CULTAN-Verfahren)

---

---

H 10

Einsatz N-stabilisierter Dünger bei
Wintergetreide u. Kartoffeln

---

---

H 11

Untersaaten im Silomais

---

---

E

Verbesserung der N - Ausnutzung

Alle 13

E = ergebnisorientierte Honorierung

Bei den Frühjahrsmaßnahmen konnten noch zwei weitere Betriebe, u. a. ein Biogasbetrieb, hinzu gewonnen werden, so dass jetzt insgesamt 13 Pilotbetriebe an dem Projekt teilnehmen.

Zielgebiete für freiwillige Maßnahmen

WAgriCo  
Pilotgebiet Große Aue

Belastungssituation

Die beiden Grundwasserkörper Große Aue Lockergestein links und rechts sind hinsichtlich des Grundwassers in der Bestandsaufnahme wie folgt bewertet worden:

  • Punktquellen: guter Zustand
  • Menge: guter Zustand
  • Diffuse Quellen: intensiver zu untersuchen.

Die "Gesamtsignifikanzabschätzung diffuse Quellen" ergibt für die beiden Grundwasserkörper die nachstehenden Detailergebnisse:

Erstmalige Beschreibung

Weitergehende Beschreibung

Grundwasser-
körper
Emission 1) 4) Immission 5) Emission 2) 5) pot.Nitrat-
konzentration 3) 5)
Klassifikation

[kg N/ha*a]

[mg NO3/l]

[kg N/ha *a]

[mg NO3 /l]

4_2412x

54

188

64

48

intensiver zu untersuchen
4_2413x

57

73

66

59

intensiver zu untersuchen

1) Emission Erstmalige Beschreibung: (Summe N-Saldo + atm. N-Deposition - 15 kg N/ha Denitrifikation
2) Emission Weitergehende Beschreibung: N – Saldo + atm. N-Deposition
3) Berücksichtigt Emission, Immobilisation, Denitrifikation und Gesamtabfluss
4) berechnet für den gesamten GWK nach niedersächsischer Methode
5) Berechnet für den niedersächsischen Anteil des GWK
X GWK liegt zum Teil in NW oder HB, Klassifikation erfolgte in Abstimmung mit NW oder HB

(Quelle: Bericht 2005, Grundwasser, Betrachtungsraum NI05 – Mittlere Weser, Ergebnisse der Bestandsaufnahme)

Messstellenauswahl für das Monitoring

Grundwasserkörper Große Aue links

Typflächen

Anzahl
erforderl.
Messstellen

Monitoring

Nitratmittelwert
Monitoring

flache
Messst.

tiefe
Messst.

flache
Messst.

tiefe
Messst.

NI05_13/1

Syker Geest 1

4

Glissen
Liebenau G 13
Liebenau X.2
Sünder I

74,2

20,6

NI05_13/2

Syker Geest 2

5

Nordsulingen I
Schwaförden PB 29
Schwaförden PB 60
Nordsulingen II
Oeftinghausen
Hahnhorst I

105,9

27,5

NI05_13/3

Diepholzer
Moorniederung 1

3

Voigtei (neu)
Paschenburg
Bleckriede

66,1

0,1

NI05_13/4

Diepholzer
Moorniederung 2

1

Ströhen (neu)

25,5

---

NI05_13/5

Diepholzer
Moorniederung 3

1

Wehrbleck

51,7

---

Mittelwert

GWK
Gr. Aue links

64,7

16,1

Nitrat
Referenzwert

68,2

26,8

Grundwasserkörper Große Aue rechts

Typflächen

Anzahl
erforderl.
Messstellen

Monitoring

Nitratmittelwerte
Monitoring

flache
Messst.

tiefe
Messst.

flache
Messst.

tiefe
Messst.

NI05_12/1

Böhrde Geest

2

Bahrenborstel II
Kirchdorf PB 50
Bahrenborstel III

174,0

1,2

NI05_12/2

Diepholzer
Moorniederung

4

Heerde Urloge
Steinbrink

61,3

0,1

NI05_12/3

Weser – Aller –
Niederung

1

Kleinenheerse

0,4

NI05_12/4

Diepenauer
Geest

2-3

Nordel I
Bohnhorst
Quellhorst
Lohof

59,9

2,4

Mittelwert

GWK
Gr. Aue rechts

73,9

1,2

Nitrat
Referenzwert

57,4

6,8

Trinkwassergewinnung

In dem Pilotgebiet befinden sich die folgenden Trinkwassergewinnungsgebiete:

  • Wasserschutzgebiet Liebenau II/Blockhaus der Harzwasserwerke GmbH, Hildesheim und der IVG Immobilien GmbH, Liebenau mit einer Größe von rd. 45 km²
  • Wasserschutz- und Wassergewinnungsgebiete Schwaförden, Sulingen und Kirchdorf der Wasserversorgung Sulinger Land, Sulingen mit einer Größe von insgesamt rd. 26 km².

Die Gesamtfläche der Wassergewinnungsgebiete beträgt rd. 71 km² - bezogen auf die Fläche des Pilotgebietes (1013 km²) handelt es sich um 7 % der Fläche.

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