NLWKN klar

WRRL - Beratung auch an Bach und Fluss

Artikel 11 Absatz 4 der EG-WRRL sieht „Ergänzende Maßnahmen" vor, die ergriffen werden müssen, um die Ziele eines „Guten Zustandes" für das Grundwasser gemäß Artikel 4 zu erreichen.

Die Bewertung der Grundwasserkörper in Niedersachsen führt zu dem Ergebnis, dass viele Grundwasserkörper aufgrund von diffusen Nitratbelastungen in einem schlechten Zustand sind. Somit gilt es, mit entsprechenden Maßnahmen diese Belastungen des Grundwassers zu reduzieren.

Zusätzlich zur Umsetzung von grundlegenden Maßnahmen (Umsetzung des Fachrechtes, wie z.B. Umsetzung der Nitrat-Richtlinie, Düngeverordnung, Cross Compliance) werden den Landwirten ergänzende Maßnahmen angeboten. Die Umsetzung dieser ergänzenden Maßnahmenprogramme erfolgt mit einem kooperativen Ansatz und basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.

Die in der "Maßnahmenkulisse zur Reduktion des Nitrateintrags" vorgesehenen Maßnahmenprogramme sehen spezielle Agrarumweltmaßnahmen und eine begleitende Gewässerschutzberatung vor.

Ab Herbst 2010 erhalten Landwirte in Gebieten mit einer hohen Gefährdung des Grundwassers ein Beratungsangebot zur Grundwasser schonenden Bewirtschaftung. Seit 2014 neu im Blickfeld ist die Situation an Fließgewässern in drei Pilotgebieten: Große Aue, Hase sowie Fuhse und Wietze. Die vier Flüsse liegen in den WRRL-Beratungsgebieten Mittlere Weser, Mittlere Ems Süd und Aller links. Hier bietet das Land - als Modellprojekt -eine Beratung zur Verminderung von Nährstoffeinträgen an. Schwerpunkt dieser Gewässerschutzberatung ist, neben der für das Grundwasser bedeutenden Nitratbelastung, die Belastung mit Phosphat aus der Düngung.

Seit Anfang 2016 gelten diese Ziele auf in besonders gefährdeten Bereichen des WRRL-Bearbeitungsgebietes Ems-Nordradde. Erstmals wird die landwirtschaftliche Beratung nach WRRL auch im Einzugsgebiet zweier Seen, dem Steinhuder Meer und dem Bederkesaer See, angeboten.

In sieben weiteren Gebieten bieten die vom Land Niedersachsen beauftragten Ingenieurbüros und die LWK Niedersachsen wie in den Jahren 2010-2015 eine Beratung zum Grundwasserschutz an. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat die Beratung im Auftrag des Umweltministeriums in einem EU-weiten Verfahren neu vergeben. Die zuständigen Wasserschutzberater können Sie der folgenden Karte entnehmen. Bei Fragen können Sie sich direkt an das zuständige Büro wenden.

Welche Flächen in der Zielkulisse liegen und welches Beratungsunternehmen in welchem Gebiet zuständig ist, ist der beigefügten Karte zu entnehmen. Die Flächen der Zielkulisse sind auch über den Feldblockfinder des Programms „Agrarförderung Niedersachsen Digital ANDI" zu finden (www.feldblockfinder-niedersachsen.de). Landwirte, die in Wasserschutz- oder Trinkwassergewinnungsgebieten wirtschaften, nehmen weiterhin an der dortigen intensiven Wasserschutz-Zusatzberatung teil.

Zur Förderung einer grundwasserschonenden Landbewirtschaftung werden den Landwirten spezielle Wasserschutzmaßnahmen im Rahmen des Agrar-Umweltprogramss NiBAUM angeboten. Informationen hierzu finden Sie hier: www.aum.niedersachsen.de. Die Antragstellung und Abwicklung der Wasserschutzmaßnahmen erfolgt wie auch bei den allgemeinen Agrarumweltmaßnahmen üblich.

Die anderen allgemeinen Agrarumweltmaßnahmen sowie die Freiwilligen Vereinbarungen in den Trinkwassergewinnungsgebieten flankieren die Wasserschutzmaßnahmen.

Alle Agrarumweltmaßnahmen werden über die Bewilligungsstellen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen abgeschlossen.

Die Landwirte können sich aktiv am Grundwasserschutz in Niedersachsen beteiligen und die Beratungsangebote des Landes Niedersachsen nutzen. Niedersachsen setzt auf eine intensive Zusammenarbeit mit den Landwirten, um die Ziele der EG-WRRL zu erreichen. Wir möchten das Wissen und die Anregungen von den Landwirten vor Ort gern einbeziehen. Die Kontaktaufnahme erfolgt über den WRRL-Berater der Region. Eines ist klar, die Ziele der EG-WRRL können wir nur gemeinsam mit der Landwirtschaft erreichen.

 
WRRL-Beratungsgebiete
Ansprechpartner in den WRRL-Beratungsgebieten  
Ansprechpartner in den WRRL-Beratungsgebieten

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER): Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete mit der Maßnahme: "Gewässerschutzberatung". Mit dieser Maßnahme werden die Beratung, Informationsweitergabe und Modellvorhaben in der Landwirtschaft in Bezug auf Oberflächengewässer, Grundwasser und Trinkwasserschutz unterstützt.

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