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Grundwasser-Workshop 2019

Der 24. Grundwasser-Workshop findet am Mittwoch den 22. Mai 2019 in Cloppenburg statt!


Der diesjährige 24. Grundwasser-Workshop in Cloppenburg hat wieder ein großes Interesse bei mehr als 200 Fachleuten aus Wasserwirtschaft und Landwirtschaft gefunden. Die Veranstaltung wurde durch Umweltminister Olaf Lies eröffnet.

Einen wesentlichen fachlichen Schwerpunkt bildeten Arzneimittelfunde in Gewässern. An 31 % der landesweit untersuchten Grundwassermessstellen wurden Rückstände von Arznei- oder Röntgenkontrastmitteln nachgewiesen. In den Oberflächengewässern konnten für einzelne Wirkstoffe an bis zu 84 % der untersuchten Messstellen Rückstände festgestellt werden. Die aktuellen Befunde des landesweiten Screenings von 2015 bis 2018 unterstreichen, dass wir uns neben der Nährstoffproblematik verstärkt dem Thema Mikroschadstoffe in Gewässern widmen müssen, betonte Minister Lies in seiner Eröffnungsrede. Die Direktorin des NLWKN, Frau Rickmeyer, sprach sich aufgrund der aktuellen Befundlage für ein kontinuierliches Monitoring von Arzneimitteln im Rahmen des bestehenden Messkonzeptes aus.

Verursacht werden die Befunde durch Einträge von Human- und Tierarzneimitteln. Humanarzneimittel werden vor allem über Kläranlagen und defekte Abwasserkanäle in die Gewässer eingetragen. Tierarzneimittel gelangen durch die Anwendung in Tierbeständen in die Umwelt. Die Rückstände gelangen mit den Wirtschaftsdüngern auf die Böden und durch Versickerung ins Grund- oder Oberflächenwasser. Im vorgestellten QuWin-Projekt untersucht die TU Braunschweig die Gehalte von Arzneimitteln in Wirtschaftsdüngern aus unterschiedlichen Tierbeständen. Ergänzt werden dieses Wirtschaftsdüngeruntersuchungen durch die Analyse von Bodenproben. Auf dieser Grundlage sollen Erkenntnisse gewonnen werden, ob und wieviel Arzneimittelrückstände mit Wirtschaftsdüngern auf dem Acker ausgebracht werden und ob eventuell negative Langzeitfolgen in Böden und Gewässern auftreten können.

Außerdem wurden Ergebnisse der Modell- und Pilotprojekte zum Grundwasserschutz vorgestellt. Im sogenannten Humusprojekt geht es um die Einschätzung der Stickstoffnachlieferung von humusreichen Böden. Mit diesen Erkenntnissen werden der Gewässerschutzberatung und den Genehmigungsbehörden wichtige Informationen und Instrumente bei Fragen zur Düngung und zu Anträgen auf Grünlandumbrüchen an die Hand gegeben. Im Projekt „E-Saldo-Maßnahme“ wurde ein ergebnisorientiertes Honorierungssystem zur Reduzierung der gesamtbetrieblichen Stickstoffüberschüsse entwickelt. Im Gegensatz zu den bisher fast ausschließlich handlungsorientierten Maßnahmen (Freiwillige Vereinbarungen), die die Landwirte in Trinkwassergewinnungsgebieten abschließen können, wird mit der „E-Saldo-Maßnahme“ das eigenverantwortliche und gesamtbetriebliche Stickstoffmanagement unterstützt.

Eine wesentliche Grundlage der gewässerschonenden Bewirtschaftung ist das differenzierte und fachlich breitgefächertes Versuchswesen, das die LWK Niedersachsen in einem mit dem NLWKN abgestimmten umfangreichen Versuchsprogramm durchführt. Es wurden aktuelle Ergebnisse zur reduzierten Stickstoffdüngung und neue Ansätze zu mechanischen Verfahren der Unkrautregulierung dargestellt.

Auch in diesem Jahr wurde der Workshop durch eine Poster-Ausstellung im Foyer des Kreishauses zu aktuellen Arbeiten im NLWKN ergänzt.

Zu den Themen des Grundwasser-Workshops fand im Beisein von Minister Lies, Frau Rickmeyer, Herrn Schültken (fachlicher Koordinator des Grundwasser-Workshops) und Herrn Stolz (Leiter der Pressestelle) ein Pressegespräch mit Medienvertretern statt.


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