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Neubau der Hadelner Kanalschleuse

Im Zuge der Erhöhungs- und Verstärkungsmaßnahmen an den Elbedeichen im Hadelner Deich- und Uferbauverbandsgebiet muss die landeseigene Hadelner Kanalschleuse in Otterndorf neu gebaut werden. Der Hadelner Kanal ist Teil des Schifffahrtsweges Elbe-Weser. Hierbei handelt es sich um einen ca. 32 km langen schiffbaren Kanal, welcher insbesondere der Entwässerung des knapp 300 km² großen Einzugsgebietes dient.

Veranlassung für den Schleusenneubau

Die Hadelner Kanalschleuse wurde 1853 sowohl für die Entwässerung des Hadelner Kanals als auch für die Binnenschifffahrt zwischen Elbe und Weser gebaut. Die Deichbestickhöhe lag seinerzeit auf NHN + 6,60 m. Das alte Bauwerk ruht auf einer Holzpfahlgründung, die die heute und auch in den kommenden Jahren erforderlichen Abmessungen des Deiches sowohl in den Längenabmessungen der Böschungen als auch in der Höhe nicht verkraften kann.

1968 wurde eine binnenseitig anschließende Spundwandkammerschleuse errichtet. 1985 wurden die Deiche im Bereich der Kanalschleuse auf NHN + 7,73 m entsprechend den Erkenntnissen aus den Sturmfluten von 1962 und 1976 erhöht.

Die Aufhöhung im Bereich der Schleuse von NHN + 6,60 m auf NHN + 7,73 m musste schon 1985 durch eine Betonbrücke erfolgen, die eigene Fundamentpfähle links und rechts des Schleusenkörpers erhielt. Trotz der separaten Pfahlgründung der Brücke wirkt die negative Mantelreibung aus den Setzungen der Anschlussdeiche auf die Holzpfahlgründung der Schleuse. Eine weitere Nacherhöhung der Deiche ist aus statischen Gründen daher nicht möglich.

Im Bereich der Hadelner Kanalschleuse hat der Hauptdeich ein Unterbestick von bis zu 90 cm. Der Neubau der Hadelner Kanalschleuse ist daher eine dringliche Küstenschutzmaßnahme zur Herstellung des angestrebten Küstenschutzniveaus. Die derzeitige Entwässerungsleistung der Kanalschleuse darf dabei nicht verschlechtert werden.

Die Hadelner Kanalschleuse muss auch zukünftig Ihre Funktion als Schiffsschleuse übernehmen. Der Schifffahrtsweg Elbe-Weser ist verordnungsgemäß mit Fahrzeugen von einer Länge von 33,5 Metern, einer Breite von fünf Metern und einem Tiefgang von 1,5 Metern befahrbar. Derzeit wird der Kanal nur noch von der Freizeitschifffahrt genutzt; die gewerbliche Schifffahrt ist vor einigen Jahren vollständig zum Erliegen gekommen.

Stand der Planungen

Im Rahmen der Vorplanung zum Neubau der Hadelner Kanalschleuse hat sich ergeben, dass ein Schleusenneubau am vorhandenen Schleusenstandort die geringsten Kosten verursachen wird. Diese Planungen wurden konkret weiter verfolgt und zum Entwurf ausgearbeitet, der Anfang 2016 fertiggestellt wurde.

Im August 2016 beginnt das Planfeststellungsverfahren. Im Anschluss an das Planfeststellungsverfahren soll das europaweite Vergabeverfahren der Bauleistungen erfolgen.

Für die Bauzeit an der Schleuse werden 3 Jahre eingeplant. Mit den baulichen Vorbereitungsmaßnahmen und Nacharbeiten von jeweils ca. 6 Monaten beträgt die Gesamtbauzeit 4 Jahre. Bei der Aufstellung des Bauzeitenplanes wurden die Bauleistungen auf die Sturmflutsaison und sturmflutfreie Zeit abgestimmt.

Die Entwässerung wird während der Baumaßnahme über ein temporäres Ersatzsystem sichergestellt. Die Schifffahrt ist während der Bauzeit gesperrt. Für die Sportbootschifffahrt sind aber die vorhandenen Liegeplätze im Hadelner Kanal vor der Schleuse während der Bauzeit weiterhin nutzbar. Zudem ist vorgesehen, zusätzliche Liegeplätze im Bereich der ehemaligen Binnenschiffsanlegestelle östlich der Seglerhalle für Sportboote auszubauen.

Infos zu den Schleusenzeiten der Hadelner Kanalschleuse (Schleuse Otterndorf)

Telefon Schleuse Otterndorf: 04751/2190

Hadelner Kanalschleuse  
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Artikel-Informationen

24.01.2017

Ansprechpartner/in:
Andreas Kosch

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
NLWKN Betriebsstelle Stade
Harsefelderstrasse 2
D-21680 Stade
Tel: +49 (0)4141 / 601 - 250

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