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Weitblick in der Marsch

Freie Sicht für Wiesenvögel


  Bildrechte: NLWKN, Patrick Weber
Winterlicher Sonnenaufgang in der Kehdinger Marsch.

Vorbereitungen für die nächste Brutsaison der Wiesenvögel beginnen.

Trotz Frost und winterlichen Temperaturen laufen im EU-Vogelschutzgebiet Unterelbe Maßnahmen, um die Habitate für die Wiesenbrüter, wie Kiebitz und Uferschnepfe, weiter zu verbessern. Das Gebiet ist ein wichtiger Hotspot für Wiesenlimikolen in Niedersachsen.

Aber - was macht einen guten Lebensraum für die Wiesenvögel an der Unterelbe aus?

Neben extensivem, blütenreichem Grünland, ausreichend Wasser und Nahrung sind noch andere Faktoren wichtig. Zum Beispiel - der weite Blick.


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  Bildrechte: NLWKN, Linnea Hindriks
  Bildrechte: NLWKN, Patrick Weber

Weitblick zählt.

Die Bodenbrüter müssen vom Nest aus erkennen können, ob sich ein Raubtier, etwa ein Greifvogel, ein Wiesel oder ein Fuchs nähert. Nur so können sie rechtzeitig reagieren und sich selbst in Sicherheit bringen. Manche Vögel versuchen sogar, mit mutigen Sturzflug-Angriffen auf den Räuber ihr Gelege zu verteidigen!

Stehen Bäume oder Gebüsche in der Nähe, könnte sich darin ein Prädator verstecken oder ungesehen nähern. Daher legen die Wiesenbrüter bei der Nistplatzwahl Wert auf eine angemessene Distanz zu allem, was senkrecht steht und den Blick beeinträchtigt.

Vor der Eindeichung in den 1970er Jahren war das Gebiet entlang der Elbe baumfrei, mit 360° Rundumblick von beinahe jedem Nistplatz. Regelmäßige Überflutungen, Sturmfluten und Eisgang im Winter verhinderten, dass Bäume wachsen konnten. Diese natürliche Dynamik gibt es im Gebiet heute nicht mehr, und das Gesicht der Landschaft hat sich langsam gewandelt. Mehr und mehr Gebüsche und Bäume wachsen auf. Der für die Küste so typische Weitblick, den die Wiesenvögel an der Unterelbe brauchen, geht verloren.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den offenen Lebensraum für die Wiesenbrüter zu erhalten, werden im Winter im Vogelschutzgebiet gezielte Gehölze entfernt.


  Bildrechte: NLWKN, Hilger Lemke

Umsicht ist geboten.

Einheimische Bäume und Gehölze können wertvolle Habitate sein. Daher wird vor Entfernung darauf geachtet, ob sie z.B. Höhlen haben, die bewohnt sind. Die Fällung erfolgt dazu im Winter, außerhalb der Brutsaison.

Die ein oder andere Kohlmeise wird nach der Maßnahme umziehen und sich im nächsten Frühjahr einen anderen Nistplatz suchen müssen. Aber sie kann sich z.B. in einem der schönen Gärten entlang des alten Deiches niederlassen - etwas, das die Wiesenbrüter nicht können.

Die mit Umsicht durchgeführten Maßnahmen dienen dazu, den ursprünglichen offenen Charakter der Landschaft zu erhalten. Dazu werden im Winter Bäume oder Gehölzgruppen, die sich auf öffentlichen Naturschutzflächen befinden, entfernt, wovon die Wiesenvögeln in direkter Nachbarschaft und an der ganzen Unterelbe profitieren.

Denn - Weitblick zählt.

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