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Naturraum Harz – Grundlagen für ein Biotopschutzprogramm

Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen


Heft 19 (1990), 100 S., 42 Farbfotos, vergriffen
von Olaf v. Drachenfels

Auswertung der Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen (2. Durchgang) und Folgerungen für den Biotopschutz

Inhalt
0 Vorbemerkungen
1 Charakterisierung der Naturräumlichen Region

1.1 Überblick und Abgrenzung
1.2 Geologie
1.3 Klima
1.4 Nutzungsgeschichte
1.4.1 Bergbau und Besiedlung
1.4.2 Wasserwirtschaft
1.4.3 Forstwirtschaft
1.4.4 Landwirtschaft
1.4.5 Nutzung der Moore
1.4.6 Freizeit und Tourismus
1.5 Flora und Fauna
1.5.1 Flora
1.5.2 Fauna
1.6 Standorttypen und Vegetation
1.6.1 Mäßig trockene bis frische, basenarme Silikatstandorte der kollinen und submontanen Stufe
1.6.2 Mäßig trockene bis frische, basenarme Silikatstandorte der montanen Stufe
1.6.3 Mäßig trockene bis frische, basenarme Silikatstandorte der hochmontanen Stufe
1.6.4 Feuchte bis nasse, basenarme Silikatstandorte der hoch montanen Stufe
1.6.5 Mäßig trockene bis frische, basenreiche Silikatstandorte der kollinen und submontanen Stufe
1.6.6 Mäßig trockene bis frische, basenreiche Silikatstandorte der montanen Stufe
1.6.7 Mäßig trockene Kalkstandorte
1.6.8 Hoch- und Übergangsmoore (inkl. nährstoffarme Niedermoore)
1.6.9 Bach- und Flussauen (inkl. Quellbereiche)
2 Ergebnisse der »Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen«, 2. Durchgang
2.1 Übersicht
2.2 Erläuterung der Erfassungseinheiten
2.3 Gefährdungen
2.3.1 Wälder
2.3.2 Fließgewässer
2.3.3 Stillgewässer
2.3.4 Hoch- und Übergangsmoore
2.3.5 Grünland (inkl. Quellsümpfe und Borstgrasrasen)
2.3.6 Felsfluren
2.3.7 Schwermetallfluren
2.3.8 Höhlen und Stollen
2.4 Schutzstatus
3 Folgerungen für den Biotopschutz
3.1 Leitbild für den Biotopschutz im Harz
3.2 Ziel- und Maßnahmenkonzept
3.2.1 Wälder
3.2.2 Fließgewässer
3.2.3 Stillgewässer
3.2.4 Hoch- und Übergangsmoore
3.2.5 Rieder und Sümpfe
3.2.6 Grünland
3.2.7 Borstgrasrasen
3.2.8 Felsfluren
3.2.9 Schwermetallfluren
3.2.10 Sonstige Biotope
3.2.11 Prioritätenliste der schutzwürdigen Ökosystemtypen
4 Zusammenfassung und Ausblick
5 Quellenverzeichnis

4 Zusammenfassung und Ausblick (Auszug)
Der Harz unterscheidet sich als höchstes Mittelgebirge Norddeutschlands (Brocken 1142 m, in Niedersachsen Wurmberg 971 m NN) in geologischer und klimatischer Hinsicht deutlich von umliegenden Naturräumen. Er besteht aus paläozoischen Silikat-Gesteinen, die überwiegend kalkarm (Grauwacke, Tonschiefer, Quarzit, Granit u.a.), zu geringeren Teilen basenreich (v.a. Diabas, Gabbro) sind. Kalkgestein tritt nur sehr kleinflächig auf. Der niedersächsische Harz, um den es hier geht, besitzt ein subatlantisch geprägtes Gebirgsklima, das durch relativ niedrige Temperaturen, geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen, Regen- und Schneereichtum gekennzeichnet ist. Neben den geologischen und klimatischen Besonderheiten prägte der jahrhundertelange Erzbergbau die Landschaft.

In den Jahren 1985 und 1986 wurde im Harz der zweite Durchgang der landesweiten »Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen« durch die Fachbehörde für Naturschutz durchgeführt. 5,6% der Naturraumfläche wurden nach den Kriterien dieser Biotopkartierung als besonders schutzwürdig eingestuft. Zu den charakteristischen und vorrangig schutzwürdigen Ökosystemtypen des Harzes gehören insbesondere: Fichtenwälder der Hochlagen, montan geprägte Buchen- und Fichten-Buchenwälder, Schluchtwälder, Bergbäche einschließlich der begleitenden Erlenauewälder, Quellbereiche, bärwurzreiche Bergwiesen und Borstgrasrasen, soliombrogene Moorkomplexe, Felsklippen und Blockhalden sowie die nährstoffarmen Teiche und die Schwermetallfluren der alten Bergbaugebiete.

Hauptgefährdungsfaktoren sind: immissionsbedingte Waldschäden, Freizeitaktivitäten wie Wintersport u.a., Talsperren, Siedlungserweiterung, Intensivierung bzw. Aufgabe der Grünlandnutzung, Steinbrüche.

Wichtigste Ziele des Biotopschutzes sind: Ausweisung repräsentativer Wald-Naturschutzgebiete ohne forstliche Nutzung und stärkere Berücksichtigung des Naturschutzes auf der gesamten Waldfläche (insbesondere Erhöhung des Anteils naturnaher Buchen- und Fichten Buchenwälder zu Lasten der Fichtenforsten), Erhaltung und Entwicklung eines möglichst naturnahen Fließgewässersystems, Schutz der naturnahen und Regeneration der durch Entwässerung und Aufforstung beeinträchtigten Moore, Erhaltung und Pflege artenreicher Bergwiesen, Feuchtwiesen, Quellsümpfe und Borstgrasrasen, Sicherung der Silikat- und Kalkfels-Fluren sowie der Schwermetallbiotope, Erhaltung der alten Bergbauteiche mit ihrer typischen Verlandungs- und Teichbodenvegetation.

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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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