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EU-Vogelschutzgebiet V11 Hunteniederung

Das EU-Vogelschutzgebiet „Hunteniederung“ (1.080 ha) liegt östlich von Oldenburg und setzt sich aus unmittelbar an die Hunte grenzenden Marschflächen zusammen. Hier befinden sich die Poldergebiete Bornhorster Huntewiesen, Moorhauser Polder und Gellener Polder sowie das frühere Teichgut Fährbucht, welche zusammen einen maßgeblichen Anteil des Vogelschutzgebiets ausmachen. Das Gros der Flächen liegt in Höhen von –0,2 bis 0,8 m NN, die tiefsten Bereiche liegen bei –0,5 m NN. Der weitaus größte Teil des Gebiets wird als Wirtschaftsgrünland (Süßgräser) genutzt und außerhalb der Naturschutzgebiete intensiv bewirtschaftet.

Seit Inbetriebnahme des Hunte-Mündungssperrwerks bei Elsfleth im Jahre 1979 werden die Polderflächen im Untersuchungsgebiet nur noch selten zur Aufnahme des Oberwassers der Hunte benötigt (um die Stadt Oldenburg vor Hochwasser zu schützen). Der Moorhauser Polder wurde jedoch lange Zeit durch Überlaufen des Wassers über ein abgesacktes Teilstück des Huntedeichs und zusätzlich durch Niederschläge passiv unter Wasser gesetzt und das Wasser wurde in der Zeit von November/Dezember bis etwa Anfang April aus Naturschutzgründen im Polder belassen.

Nachdem der Huntedeich wieder erhöht wurde (auf die planfestgestellte Sollhöhe), muss dem Moorhauser Polder heute im Winterhalbjahr aktiv Wasser zugeführt werden, damit er weiterhin für Wasservögel als Lebensraum zur Verfügung steht. Hierzu arbeitet der Landkreis Wesermarsch einen Managementplan aus. In den Bornhorster Wiesen sind dagegen hauptsächlich Niederschläge für eine Überstauung der Wiesenflächen verantwortlich.

Die Hunteniederung ist ein wichtiges Brutgebiet für Wiesenvögel wie Kiebitz, Uferschnepfe, Großer Brachvogel, Rotschenkel (die vorgenannten sind wertbestimmend), Bekassine, Feldlerche und Wiesenpieper. Auch für den auf spät gemähte Wiesen und Säume angewiesenen Wachtelkönig stellt das Gebiet einen geeigneten Lebensraum dar. Angrenzend brütende Weißstörche nutzen das Feuchtgrünland als Nahrungsgäste. Weiterhin sind die Flächen als Rast- bzw. Überwinterungsgebiet für zahlreiche Wasser- und Watvögel von herausragender Bedeutung, wobei der Zwergschwan etwa bis 2010 alljährlich in international bedeutsamen Beständen vorkam und das Gebiet heute für die Blässgans ein Gastvogellebensraum von internationaler Bedeutung ist. Wertbestimmende Gastvögel sind Zwergschwan, Pfeifente sowie die auch in der Hunteniederung brütende Löffelente.

Das EU-Vogelschutzgebiet überschneidet sich randlich mit dem FFH-Gebiet 174 „Mittlere und Untere Hunte (mit Barneführer Holz und Schreensmoor)".

Das Gebiet ist zugleich Projektgebiet des LIFE+ Natur Projektes „Wiesenvögel".

Zuständig sind der Landkreis Wesermarsch und die Stadt Oldenburg als untere Naturschutzbehörden.

Infos zu bestehenden Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten sowie Geschützten Landschaftsbestandteilen
Eine Übersicht, durch welche Naturschutzgebiete (NSG), Landschaftsschutzgebiete (LSG) oder Geschützte Landschaftsbestandteile (GLB) die einzelnen Natura 2000-Gebiete rechtlich geschützt sind, sowie Detailinfos zu den NSG/LSG/GLB finden Sie hier:


Wasserlauf und überstautes Feuchtgrünland im Naturschutzgebiet "Bornhorster Huntewiesen"  
Wasserlauf und überstautes Feuchtgrünland im Naturschutzgebiet "Bornhorster Huntewiesen". Im Hintergrund das Dorf Bornhorst (heute ein Stadtteil von Oldenburg).
Landende Gänse in den teilweise überfluteten Huntewiesen  
Landende Gänse in den teilweise überfluteten Huntewiesen
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Stauwehr im Naturschutzgebiet "Bornhorster Huntewiesen"  
Dieses im Rahmen eines LIFE-Projektes neu gebaute Stauwehr soll die Wasserstände im Naturschutzgebiet "Bornhorster Huntewiesen" besser an die Bedürfnisse der Wiesenvögel anpassen
Pegelanlage im Naturschutzgebiet "Bornhorster Huntewiesen"  
Pegelanlage im Naturschutzgebiet "Bornhorster Huntewiesen"
Bornhorster Huntewiesen  
Bornhorster Huntewiesen
V11  
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Natura 2000 Bildrechte: NLWKN
Infos EU-Vogelschutzgebiete

Grundlageninformationen zu den einzelnen Vogelschutzgebieten

Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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