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30. Grundwasser-Workshop fand am 24.06.2025 in Cloppenburg statt

Thema Grundwasserökologie wurde mit Interesse aufgenommen


  Bildrechte: NLWKN

Mit rund 300 Teilnehmenden in Präsenz und Online verzeichnete der 30. Grundwasser-Workshop des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eine erfreulich große Resonanz. Die traditionsreiche Veranstaltung hat sich seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 1996 zu einem zukunftsweisenden Forum für interdisziplinären Austausch zu Gewässerschutz und nachhaltiger Wasserbewirtschaftung entwickelt.

Der erste Themenblock der Veranstaltung widmete sich in diesem Jahr dem nachhaltigen Management der Ressource Grundwasser. Bereits in seinem einleitenden Grußwort betonte Umweltminister Meyer die zentrale Rolle des Grundwassers als unsere Lebensgrundlage. Um diese im Angesicht extremer Trockenjahre in Folge des Klimawandels zu schützen, adressiert der Masterplan Wasser unter anderem Handlungsfelder wie den Wasserrückhalt in der Fläche, sowie Möglichkeiten zum sparsamen Gebrauch oder zur Wiederverwendung von Wasser.

Am Beispiel eines Pilotprojektes konnte mit dem Bau einer Sohlgleite und dem Einsatz effizienter, sensorgestützter Drainage- und Beregnungssteuerung gezeigt werden, wie konkrete Maßnahmen aussehen könnten. So kann Wasser gezielter in der Fläche gehalten, Engpässen vorgebeugt und die Grundwasserneubildung gefördert werden. Ein weiteres bedeutendes Instrument zur erfolgreichen Umsetzung des Masterplans Wasser bildet das niedersächsische Grundwasserströmungsmodell STELLAR, das derzeit vom Landesamt für Bergbau Energie und Geologie erarbeitet wird.

Ein Novum der diesjährigen Veranstaltung war die thematische Erweiterung um den Bereich der Grundwasserökologie. In einem eigenen Vortragsblock gaben Expertinnen und Experten Einblicke in die Lebenswelt unter der Erde – mit Fokus auf Kleinstlebewesen wie Grundwasserasseln und Höhlenflohkrebsen. Diese Organismen spielen eine zentrale Rolle für die Selbstreinigung und Filterfunktion des Grundwassers, sind jedoch bislang kaum im gesetzlichen Schutzrahmen verankert.

„Ein äußerst spannendes Fachgebiet, das beim Schutz der Ressource Grundwasser bislang kaum beachtet wurde“, betonte NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer. Die Fachvorträge und Diskussionen verdeutlichten die Abhängigkeit dieser Organismen von naturräumlichen wie auch anthropogenen Umwelteinflüssen – und machten Vorschläge, wie die Grundwasserökologie künftig stärker in fachliche und rechtliche Planungen integriert werden könnte.

Als zentrales Fazit des Workshops lässt sich festhalten, dass der bislang vornehmlich qualitätsbezogene Schutzansatz im Grundwasser künftig ebenso den mengenmäßigen Zustand in den Blick nehmen muss. Deutlich wurde zudem, dass eine enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Beratung und Verwaltung entscheidend für die wirksame und praxisnahe Umsetzung von Schutzmaßnahmen ist. Darüber hinaus wurde der Blick auf eine ökologische Dimension des Schutzverständnisses eröffnet, die künftig stärker berücksichtigt werden sollte. Die Beiträge zur Grundwasserökologie haben hierfür bereits wichtige Impulse geliefert.

Der Grundwasser-Workshop konnte erneut zeigen, wie relevant der fachliche Austausch über Ressourcenschutz und Anpassungsstrategien ist – und wie viel Potenzial in gemeinschaftlich getragenen Lösungen liegt.

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