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Kooperationsmodell Trinkwasserschutz - Ergebnisse

Die 2. Auflage des Berichtes Trinkwasserschutzkooperationen in Niedersachsen ist im März 2015 erschienen (Reihe Grundwasser, Band 19, 2015). Der Bericht enthält Ergebnisauswertungen bis einschließlich 2012. Die Veröffentlichung ist im Web-Shop unter http://webshop.nlwkn.niedersachsen.de/ erhältlich und steht hier als PDF-Download zur Verfügung. Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassend dargestellt:


Grundlagen des Kooperationsmodells

Im Jahr 2014 umfasste das Niedersächsische Kooperationsmodell 377 Trinkwassergewinnungsgebiete (TGG) mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) von insgesamt rund 298.000 ha, dies entsprach rund 11 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Niedersachsens


Hohe Nitratbelastung im Grundwasser

Der mittlere Nitratgehalt aller Erfolgskontrollmessstellen in den TGG des Niedersächsischen Kooperationsmodells lag im Jahr 2014 bei rund 41 mg/l. Dabei wurden die höchsten mittleren Nitratgehalte mit rund 44 mg/l im Lockergesteinsgebiet westlich der Weser und die niedrigsten mittleren Nitratgehalte mit rund 33 mg/l im Festgesteinsgebiet erreicht. In allen drei Großräumen (Festgestein, Lockergestein östlich der Weser und Lockergestein westlich der Weser) nahmen die Nitratgehalte mit zunehmender Filtertiefe ab. Diese Abnahme war im Festgesteinsgebiet vergleichsweise gering, so dass die Nitratgehalte im Bereich > 20 m unter der Grundwasseroberfläche (GWOF) im Festgesteinsgebiet am höchsten waren (Tab. 1).

Die Nitratkonzentration von 50 mg/l wurde im Jahr 2014 in 33 % aller Erfolgskontrollmessstellen überschritten. Im Lockergesteinsgebiet lag dieser Anteil sogar bei 36 % und in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta wies mehr als jede zweite Messstelle Nitratgehalte von über 50 mg/l auf (Abb. 1). Aus der Nitratbelastung des Grundwassers ergibt sich der besondere Handlungsbedarf für den vorsorgenden Trinkwasserschutz.


Geringe Nitratbelastung im Rohwasser

Im Gegensatz zu der hohen Nitratbelastung im Grundwasser lag der fördermengengewichtete Nitratgehalt im Rohwasser in 2014 landesweit nur bei rund 5 mg/l (Tab. 2). Landesweit wiesen nur 0,4 % des geförderten Rohwassers Nitratgehalte von über 50 mg/l auf. Durch das Mischen mit Rohwasser einer geringeren Nitratkonzentration wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung eingehalten.


Landesweite Erfolge des Kooperationsmodells

  • Zwischen 1998 und 2014 ging der Stickstoff-Hoftorbilanzüberschuss in den Trinkwassergewinnungsgebieten des Niedersächsischen Kooperationsmodells landesweit von 95 kg N/ha LF auf 66 kg N/ha LF zurück (Tab. 3). Im gleichen Zeitraum verringerte sich der N-Mineraldüngerzukauf von 139 kg N/ha LF auf 121 kg N/ha LF (Tab. 4), während die Wirtschaftsdüngerausbringung von 91 kg N/ha LF auf 106 kg N/ha LF anstieg (Tab. 5).

  • Die Stickstoffüberschüsse von Schlagbilanzen konnten durch Freiwillige Vereinbarungen und Maßnahmen des Niedersächsischen und Bremer Agrar-Umweltprogramm (NAU) in den Trinkwassergewinnungsgebieten im Zeitraum 2008 bis 2014 im Mittel um rund 3.000 t N*a bzw. rund 10 kg N/ha*a LF reduziert werden.

  • Die Herbst-Nmin-Gehalte konnten durch Freiwillige Vereinbarungen und NAU-Maßnahmen im Zeitraum 2008 bis 2014 im Mittel um rund 3.500 t N*a bzw. rund 11 kg N/ha*a LF verringert werden.

  • Die Nitratgehalte der Erfolgskontrollmessstellen mit einer Nitratkonzentration von über 5 mg/l gingen in den Trinkwassergewinnungsgebieten des Niedersächsischen Kooperationsmodells landesweit von 72 mg/l im Jahr 2000 auf 60 mg/l in 2014 zurück. Die Verringerung vollzog sich vor allem bis 2008, während die Nitratgehalte seitdem im Landesdurchschnitt stagnierten (Abb. 2).

  • Im Rohwasser gingen die Nitratgehalte von Rohwassermessstellen mit einer Nitratkonzentration von über 5 mg/l geringfügig von 24 mg/l im Jahr 2000 auf 22 mg/l in 2014 zurück.


Ausgaben im Rahmen des Kooperationsmodells

Die Ausgaben für Freiwillige Vereinbarungen und die Wasserschutzzusatzberatung beliefen sich zwischen 2004 und 2014 landesweit im Mittel auf rund 17,4 Mio. € pro Jahr, dies entsprach ca. 57 €/ha LF. Von diesen Mitteln wurden 11,3Mio. € bzw. 37 €/ha LF für Freiwillige Vereinbarungen und 6,1 Mio. € bzw. 20 €/ha LF für die Wasserschutzzusatzberatung verausgabt (Abb. 3).


Gegenläufige Entwicklungen zu den Erfolgen des Kooperationsmodells

Den Erfolgen des Kooperationsmodells stehen Entwicklungen in Niedersachsen gegenüber, die zusätzliche Nitrateinträge in das Grundwasser zur Folge haben und somit der erzielten Stickstoffminderung des Kooperationsmodells entgegenwirken. Zu nennen sind hier der zu hohe Wirtschafts- und Mineraldüngereinsatz, die Abnahme des Grünland- und Bracheanteils sowie der hohe Maisanteil und das hohe Aufkommen an Gärresten infolge des Betriebes von Biogasanlagen. Hieraus resultiert ein weiterer bzw. neuerlicher Anstieg der Nitratkonzentration in diversen Grundwassermessstellen.


Fazit und Ausblick

Die Nitratgehalte im Grundwasser spiegeln neben den Maßnahmen des Kooperationsmodells auch die gegenläufigen Entwicklungen sowie die Fließzeiten des Grundwassers und den Nitratabbau durch Denitrifikation wider. Das Zusammenspiel dieser Faktoren führte zwischen 2000 und 2014insgesamt zu einem Rückgang der mittleren Nitratkonzentration in den Erfolgskontrollmessstellen der Trinkwassergewinnungsgebiete des Niedersächsischen Kooperationsmodells, während die Nitratgehalte außerhalb der Trinkwassergewinnungsgebiete zwischen 2000 und 2014nicht zurückgegangen sind (Abb. 4). Diese Tatsache ist Ausdruck dafür, dass die positiven Wirkungen der Maßnahmen des Kooperationsmodells zwischen 2000 und 2014in den Trinkwassergewinnungsgebieten überwogen haben.

Die Notwendigkeit, auch zukünftig Maßnahmen gegen Nitrateinträge in das Grundwasser umzusetzen, besteht jedoch weiterhin. Einerseits vor dem Hintergrund der gegenläufigen Entwicklungen und zum anderen aufgrund der hohen Nitratbelastung im Grundwasser.

Basis für einen erfolgreichen Grund- und Trinkwasserschutz sind die strikte Umsetzung und Kontrolle der örtlichen WSG-VO, der landesweiten SchuVO und des landwirtschaftlichen Fachrechtes sowie die jeweilige Sanktionierung bei Verstößen. Nur wenn die Schutzgebietsverordnungen und das landwirtschaftliche Fachrecht eingehalten werden, können die ergänzenden Maßnahmen des Kooperationsmodells sinnvoll darauf aufgesattelt werden.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Markus Quirin

NLWKN Göttingen
Alva-Myrdal-Weg 2
D-37085 Göttingen
Tel: +49(0)551 / 5070-453

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