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Übersichtskarte 1:500.000 der Natura 2000-Gebiete in Niedersachsen

(FFH-Gebiete, EU-Vogelschutzgebiete)


Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen

Heft 1/08, Karte 1:500.000 mit Erläuterungen, vergriffen

Auf einer Übersichtskarte im Maßstab 1:500.000 werden alle FFH- und Vogelschutzgebiete Niedersachsens übersichtlich dargestellt. Neben der Grenze der biogeografischen Regionen sind auch die Grenzen der zuständigen unteren Naturschutzbehörden enthalten.

Auf der Rückseite der Karte sind, neben einer kurzen Einführung und statistischen Angaben, für alle 456 Gebiete tabellarische Angaben zu Nummerierung, Melde-Nr, Flächengröße sowie biogeografischer Region (FFH-Gebiete) zu finden.

Übersichtskarte 1:500.000 der Natura 2000-Gebiete in Niedersachsen  
Übersichtskarte 1:500.000 der Natura 2000-Gebiete in Niedersachsen

Die komplette Karte (Vorder- und Rückseite) steht Ihnen hier als Download zur Verfügung (PDF, 13,5 MB).

Textteil (Kartenrückseite):

Natura 2000 ist der Name für das zusammenhängende ökologische Netz von Schutzgebieten in Europa, das sich aus den Schutzgebieten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie, Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen) und den Schutzgebieten der EU-Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten) zusammensetzt.

Zielsetzung
Die FFH-Richtlinie verfolgt das Ziel, die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten. Dies soll durch den Aufbau eines europaweit vernetzten Schutzgebietssystems geschehen, um natürliche und naturnahe Lebensräume sowie bestandsgefährdete wild lebende Tiere und Pflanzen zu sichern, zu erhalten und ggf. zu entwickeln. FFH-Gebiete sollen der langfristigen Sicherung der Vorkommen der Lebensraumtypen des Anhangs I und/oder der Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie in den jeweiligen biogeografischen Regionen dienen. Niederachsen gehört mit seinem nördlichen Teil der atlantischen und mit seinem südlichen Teilstück der kontinentalen Region an (s. Karte).

Die bereits 1979 erlassene EU-Vogelschutzrichtlinie ähnelt in ihrer Zielsetzung der FFH-Richtlinie von 1992, konzentriert sich aber auf den Schutz von Vogelarten. Die FFH-Richtlinie greift auf die EU-Vogelschutzrichtlinie zurück, indem sie bestimmt, dass die von den Mitgliedsstaaten gemeldeten und von der EU anerkannten

  • FFH-Gebiete gemäß FFH-Richtlinie und
  • EU-Vogelschutzgebiete aufgrund der EU-Vogelschutzrichtlinie

gemeinsam die Gebietskulisse des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 bilden.

Die Schutzgebiete von Natura 2000 sollen ein "kohärentes ökologisches Netz" bilden. Sie müssen daher hinsichtlich ihrer Größe und Verteilung geeignet sein, die Erhaltung der Lebensraumtypen und Arten in ihrem gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet zu gewährleisten. Dazu ist anzustreben, dass die Lebensräume, die von Natur aus großflächig und zusammenhängend ausgeprägt sind bzw. waren, auch in möglichst großen und miteinander verbundenen Komplexen geschützt werden. Dies gilt z.B. für die Lebensraumtypen Wälder und Flüsse oder für die Lebensräume von Vogelarten mit großen Raumansprüchen, wie z.B. Rotmilan oder Zwergschwan. Andere Lebensräume, wie z.B. Moore, Seen und Felsen sollen in größere Biotopkomplexe eingebunden werden, da viele Arten verschiedene Lebensräume in räumlicher Nähe benötigen. So nutzen z.B. manche Fledermausarten Höhlen als Winterquartier und Wälder als Jagdrevier.

Meldung
Niedersachsen hat der EU-Kommission aufgrund der in Anhang 3 der FFH-Richtlinie festgelegten Kriterien in mehreren Tranchen (1998, 1999, 2004 und 2006) insgesamt 385 FFH-Gebiete mit zusammen 610.393 ha gemeldet. Die EU-Kommission hat am 12.11.2007 (atlantische biogeografische Region) bzw. 13.11.2007 (kontinentale Region) aktualisierte Listen von Gebieten mit gemeinschaftlicher Bedeutung verabschiedet, in denen auch die niedersächsischen Gebiete (mit Ausnahme von Nr. 2: Unterems und Außenems - laufendes Gerichtsverfahren) enthalten sind.

Die insgesamt 71 EU-Vogelschutzgebiete hat Niedersachsen ebenfalls in mehreren Tranchen (1983, 2001, 2007) erklärt und an die EU-Kommission gemeldet. Das 1993 von Mecklenburg-Vorpommern festgelegte EG-Vogelschutzgebiet "Elbetal Naturpark" ging 1993 durch die Angliederung des Amtes Neuhaus an Niedersachsen auf Niedersachsen über und wurde 2002 durch das Gesetz über das Biosphärenreservat ,,Niedersächsische Elbtalaue" aktualisiert.

Die Flächen der FFH-Gebiete und der EU-Vogelschutzgebiete überschneiden bzw. überlagern sich in vielen Bereichen. Tab. 1 gibt einen Überblick über Fläche und Anteil an der Landesfläche der insgesamt 456 Natura 2000-Gebiete in Niedersachsen.

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Tab. 1: Anzahl und Fläche1 der NATURA 2000-Gebiete in Niedersachsen
(Stand: Dezember 2007)

Anzahl

Fläche

Anteil an der Landesfläche 2

Fläche

Anteil an der Landfläche 3

einschließlich mariner Bereiche

ohne marine Bereiche

FFH-Gebiete (385 Gebiete)

385

610.393 ha

11,5 %

325.420 ha

6,8 %

EU-Vogelschutzgebiete
(71 Gebiete)

71

677.579 ha

12,8 %

339.736 ha

7,1 %

NATURA 2000-Gebiete
(FFH-Gebiete + EU-Vogelschutzgebiete)

456

852.914 ha

16,1 %

499.984 ha

10,5 %

1 Angaben lt. GIS-Berechnung
2 Landesfläche einschließlich mariner Bereiche / 12-Seemeilen-Zone (Bezugsgröße 5.305.099 ha)
3 Landfläche ohne marine Bereiche / 12-Seemeilen-Zone (Bezugsgröße 4.765.798 ha)

Die Übersendung aller relevanten Daten eines Natura 2000-Gebietes an die Kommission erfolgt auf einem vorgeschriebenen Formular, dem "Standarddatenbogen". Die dort verzeichneten Arten und Lebensraumtypen sind im Zweifelsfall die relevanten Schutzgüter des Gebietes. Diese Daten werden in Abständen fortgeschrieben und sind unter anderem Grundlage für den in Abständen von 6 Jahren für die FFH-Gebiete zu erstellenden Bericht bzw. den Durchführungsbericht für die EU-Vogelschutzgebiete (alle 3 Jahre).

Die vollständigen Gebietsdaten aller Natura 2000-Gebiete, die Texte der EU-Richtlinien und weitere Informationen finden Sie im Internet:
www.nlwkn.de > Naturschutz > Natura 2000 > Downloads

GIS-Daten zum Download sowie eine interaktive Karte finden Sie unter:
www.umwelt.niedersachsen.de > Service > Umweltkarten > Natur & Landschaft > Natura 2000

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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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