NLWKN Niedersachen klar Logo

Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

__________________________________________

22.10.2020

Fischadler-Sichtung am Dollart

Einem Emder Hobby-Fotographen gelangen Anfang Oktober einige schöne Aufnahmen eines Fischadlers, die er der Naturschutzstation Ems jetzt freundlicherweise zur Verfügung stellte. Das junge, vermutlich durchziehende Tier hielt sich nahe der niederländischen Halbinsel Punt van Reide am Nordwestrand des Dollarts auf.

Bis zur ersten Wiederbesiedlung im Jahr 1991 galten Fischadler in Niedersachsen jahrzehntelang als ausgestorben. Als Gründe werden vor allem Verfolgung und Pestizidbelastung genannt (KRÜGER et al. 2014: Atlas der Brutvögel in Niedersachsen und Bremen 2005-2008). Inzwischen brüten im Land wieder knapp 30 Paare des imposanten Fischjägers mit Schwerpunkten am Dümmer, Steinhuder Meer und östlich der Allerniederung. Auf dem Durchzug, seit Kurzem aber auch während der Brutzeit, werden Fischadler wieder in Ostfriesland gesichtet, so zum Beispiel am großen Polder Holte in Rhauderfehn. Hier bleibt es spannend, ob eine neue Ansiedlung gelingt!

Fischadler stellen besondere Ansprüche an den Nistplatz. An natürlichen Standorten wird der Horst auf überstehenden Baumkronen angelegt und gewährleistet dadurch eine weite Übersicht. Nach Auskunft von Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Station Steinhuder Meer, brüten in Niedersachsen derzeit aber ausnahmslos alle Vögel auf künstlich bereitgestellten Horsten oder auf Strommasten.

 
Ein Fischadler im Anflug auf eine Sitzwarte.
 
Die helle Unterseite und der weiße Kopf…
 
…mit dem charakteristischen dunklen Augenstreif sind gut zu erkennen.
 
Die hellen Federspitzen auf der dunklen Oberseite zeigen den Vogel noch in seinem Jugendkleid.
 
Typische Flugsilhouette mit angewinkelten, langen und schmalen Schwingen
 
Die Seehunde lassen sich auf ihrer Sandbank währenddessen nicht stören.

_______________________________

14.10.2020

Herbstlicher Bekassinen-Zug auf Bingumer Sand

Man muss sich schon mühen, wenn man die Bekassinen-Trupps, die derzeit auf der Emsinsel bei Leer rasten, mit Hilfe der Inselkamera aufspüren will. Denn Farbe und Muster ihrer Gefieder lässt sie mit der Vegetation und Bodenstruktur förmlich verschmelzen. Oft machen erst die Bewegungen putzender oder stochernder Tiere auf ihr Vorhandensein aufmerksam – erkennen sie alle acht Tiere auf dem zweiten Video-Clip?

Während Bekassinen als nordische Gastvögel auf dem Durchzug noch regelmäßig beobachtet werden können, sind sie als Brutvögel an der Ems inzwischen verschwunden. Doch nicht nur hier. Bundes- wie landesweit ist der Brutbestand der Art, die „sehr empfindlich auf Entwässerungen und Nutzungsintensivierungen im Grünland“ reagiert, in den letzten Jahrzehnten dramatisch geschrumpft (KRÜGER et al. 2014: Atlas der Brutvögel in Niedersachsen und Bremen 2005-2008).

__________________________________________

07.10.2020

Unverhoffte Beobachtung am Schöpfwerk Terborg – auf Augenhöhe!

Einen knappen Kilometer stromabwärts der Naturschutzstation befindet sich das Siel und Schöpfwerk Terborg der Sielacht Moormerland. Neulich in der Mittagspause, die noch einmal warme Sonne dort genießend, hatte Stationsmitarbeiter Peter Pauschert eine besondere Begegnung: Ein Hermelin nutzte bei seinem Weg von buten nach binnen bequem die Deichtreppe - und bemerkte den dort sitzenden Kollegen erst im letzten Augenblick…
 
Ein Hermelin erscheint ahnungslos am Geländer der Außenseite.
 
Die Geräusche der auslösenden Kamera lassen das Tier zwar aufmerken, aber keine Gefahr erkennen.
 
Am Fuß der Treppe angelangt schaut das Kerlchen zum reglos verharrenden Fotografen hinauf.
 
Ein Satz....
 
… und die erste Stufe ist genommen.
 
Im Schleichgang geht’s über die zweite.
 
Auge in Auge mit dem Hermelin hält der Fotograf den Atem an.
 
Bis sich das Tier schließlich – keine zwei Meter mehr entfernt – dann doch seitlich in die Botanik schlägt.

__________________________________________

30.09.2020

Rehe zurück auf Bingumer Sand

Angelika Pfirrmann, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Naturschutzstation Ems, gelang mittels der Inselkamera jetzt eine überraschende Beobachtung: Einem Rehbock war es offensichtlich wieder gelungen, die Insel vom Bingumer Vorland aus schwimmend zu erreichen. Es ist die erste Sichtung von Rehwild seit den Sturmfluten um Orkantief „Sabine“. Diese hatten im Februar die Insel komplett überschwemmt und zum Rückzug der mindestens 10 Tiere zählenden Gruppe geführt.

__________________________________

23.09.2020

Masterplan Ems 2050: Baumaßnahme für Wiesenvögel in Südbrookmerland gestartet

Die im Sommer vom Landkreis Aurich genehmigten Planungen zur Verbesserung von Wiesenvogelbrutplätzen in der Bedekaspeler Marsch, Gemeinde Südbrookmerland, werden jetzt umgesetzt. Seit einer Woche werden mit schwerem Gerät in eigens erworbenen Grünlandflächen Grabenufer aufgeweitet oder abgeflacht, Gräben verschlossen und ein regelbares Stauwehr eingebaut. Ziel der Maßnahmen ist eine bis zum späten Frühjahr höhere Wasserhaltung in den Flächen – also während der wichtigen Brutzeit selten gewordener Wiesenvögel. Denn die mögen nasse und damit „stocherfähige“ Böden.

Hintergrund des Vorhabens ist der Masterplan-Ems 2050: In diesem Vertragswerk sind auch Lebensraumverbesserungen für Wiesenvögel binnendeichs der Ems vorgesehen. Bislang konnten bereits 89 Hektar für diese Zwecke erworben werden, damit wurden die Vorgaben des Masterplans bereits übertroffen. Im zweiten Schritt werden die Bereiche nun durch entsprechende Baumaßnahmen optimiert.
 
Die Planung zur „Entwicklung von Wiesenvogellebensräumen im Zielgebiet Bedekaspeler Marsch“ am Westufer des Großen Meeres.
 
Geplante Überstauungen zur Brutzeit im Frühjahr; zur späteren extensiven Grünlandbewirtschaftung werden die Wasserstände dann abgesenkt.
 
Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems (links) hat die Maßnahmen konzipiert, zusammen mit Kollege Mike Hermann Stöter, Baufachmann der Betriebsstelle Aurich (rechts) …
 
… überwachen sie vor Ort die Ausführung der Maßnahmen, die von der Ihlower Firma Heyen übernommen wurde.
 
Die Aufweitung steiler Grabenufer bieten auch neue Lebensräume für Amphibien.
 
Einer der „Zielarten“, für die bessere Lebensbedingungen geschaffen werden sollen: Der Kiebitz.

__________________________________

16.09.2020

Höhepunkt des Durchzugs nordischer Steinschmätzer

Seit Ende August fallen in Ostfriesland wieder Trupps von Singvögeln auf, die man sonst kaum einmal zu Gesicht bekommt: Steinschmätzer legen auf ihrem Langstreckenflug von den nord- oder nordöstlichen Brut- bis zu ihren Überwinterungsgebieten in Afrika Zwischenstopps bei uns ein. Afrika ist übrigens das Ziel auch der nordamerikanischen Teilpopulationen, selbst Brutvögel aus Alaska überwintern südlich der Sahara. Das aber erfordert extreme Kraftakte: Nach der Querung des amerikanischen Kontinents müssen die Vögel 2.400 km in 30-stündigem Nonstop-Flug über den Atlantik zurücklegen!

Steinschmätzer brüten vereinzelt auch in Niedersachsen, Schwerpunkte bilden unter anderem die Ostfriesischen Inseln, wo sie vor allem in Kaninchenbauten nisten. In unseren Kulturlandschaften teilen sie aber das Schicksal vieler weiterer Offenlandarten, so ist der niedersächsische Bestand von 2.500 Brutpaaren in 1980 auf derzeit vermutlich weniger als 400 Paare geschrumpft. Als Ursache wird die Überdüngung der Landschaft und der „damit einhergehende Verlust von Offenbodenbereichen“ sowie die Abnahme geeigneter Brutmöglichkeiten für den in verschiedenen Bodenhöhlen brütenden Vogel genannt (KRÜGER et al. 2014: Atlas der Brutvögel in Niedersachsen und Bremen 2005-2008).

 
Vier Steinschmätzer am Deich des Sauteler Kanals.
 
Drei Steinschmätzer auf Spülrohren am Sauteler Kanal, in der Mitte ein Männchen mit der typischen schwarzen „Augenmaske“.
 
Wenig scheu lässt der Steinschmätzer die Annäherung zu…
 
… hier vermutlich ein diesjähriger Jungvogel.

__________________________________

09.09.2020

Schwärmereien in Ostfriesland

Alljährlich in den Spätsommertagen erreichen Meldungen über spektakuläre Insekten-Beobachtungen die Naturschutzstation. Oftmals werden Fotoaufnahmen großer und außergewöhnlich gefärbter Schmetterlingsraupen zugeschickt. Die sonst meist im Verborgenen lebenden Tiere gelangen auf ihrem Weg zu geeigneten Verpuppungs- oder Überwinterungsorten ins Blickfeld der Menschen.

Die heimische Schmetterlingsfamilie mit den größten und auffälligsten Arten ist die der Schwärmer. Neben Sichtungen von Raupen fallen im August und September auch immer wieder Falter beim Blütenbesuch auf, die im übrigen Jahr kaum in Erscheinung treten. Hier handelt es sich oft um Wanderfalter aus südlichen Gefilden, die zum Teil sogar aus den Tropen stammen und tausende Kilometer zu uns zurücklegen.

 
Die Raupe des mittleren Weinschwärmers, aufgenommen in Leer. Die verdickten Segmente mit den auffälligen Augenflecken hinter dem Kopf sollen Feinde erschrecken (Foto: A. Pfirrmann).
 
Der Falter des mittleren Weinschwärmers ist auch an der Ems zu finden. Er zählt zu den besonders schön gefärbten Nachtschmetterlingen (Foto: C. Heinecke).
 
Eine riesige, etwa 12 cm lange Raupe wurde jetzt auf der Insel Juist entdeckt (Foto: K. Kroll). Es ist die Raupe des …
 
… Windenschwärmers, mit bis zu 13 cm Spannweite die zweitgrößte heimische Schmetterlingsart (Foto: P. Pauschert). Der dämmerungs- und nachtaktive Falter zeigt ein ausgeprägtes Wanderverhalten. Von seinem tropischen Haupt-Verbreitungsgebiet …
 
… unternimmt das flugkräftige Tier weite Flüge bis hoch in den Norden und pflanzt sich dort fort. Den Winter überleben sie hier aber nicht, ein Teil fliegt in den Süden zurück. Auffällig ist der extrem lange Saugrüssel (Foto C. J. Sharp) …
 
… der im Puppenstadium in einer besonderen Rüsselscheide eingebettet ist (Foto P. Pauschert).
 
Ebenfalls eine Schwärmerart: Das tagaktive Taubenschwänzchen, das beim Blütenbesuch im Schwirrflug oft für einen Kolibri gehalten wird; hier eine Aufnahme aus Leer (Foto A. Pfirrmann).
 
Das Taubenschwänzchen besucht uns meist als Wanderfalter aus dem Mittelmeergebiet. Im Zuge wärmerer Durchschnittstemperaturen entstehen heimische Populationen aber auch immer weiter nördlich (Foto P. Pauschert).

__________________________________

02.09.2020

Erkundungsbohrungen im Petkumer Deichvorland werden diese Woche beendet

Seit Mitte August beschäftigen Bodensondierungen im Naturschutzgebiet Unterems bei Petkum die Mitarbeiter der Naturschutzstation. Die bis zu 40 m tiefen Bohrungen sollen Aufschluss darüber geben, ob Kabelverlegungen unter der Ems im Rahmen der geplanten Energieleitungstrasse A-Nord grundsätzlich möglich sind.

Um Beeinträchtigungen der wertvollen Brackwasser-Salzwiesen auf das geringstmögliche Maß zu beschränken, hatte der Landkreis Leer in einem Befreiungsverfahren die Beteiligung der Naturschutzstation Ems bei der ökologischen Baubegleitung verfügt, Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel war regelmäßig vor Ort.

 
Vor Beginn der eigentlichen Bohr- und Sondierungsarbeiten wurden mittels Stahlplatten mobile Baustraßen ins Vorland gelegt.
 
Der Arbeitsbereich selbst wurde vor Ort ebenfalls großzügig mit Platten ausgelegt. So konnten dauerhafte Schädigungen von Bodengefüge und Vegetation vermieden werden.
 
In der Ems selbst kam ein Bohrschiff zum Einsatz.
 
Tide-Niedrigwasser: Säbelschnäbler lassen sich bei der Nahrungssuche in den vorgelagerten Wattflächen nicht stören. Das Vorland selbst war vor Beginn der Arbeiten auf mögliches Vorkommen von Spätbruten abgesucht worden.
 
Tide-Hochwasser: Dank der Gewichtsverteilung durch die Stahlplatten mussten die Erkundungsbohrungen nur einmal während der Sturmflut am 26.08. bei höheren Wasserständen unterbrochen werden.

__________________________________

19.08.2020

Tidetümpel auf Bingumer Sand

Ruhe ist eingekehrt auf Bingumer Sand. Bis auf einige Nachzügler aus Spätbruten haben die meisten Vögel die Insel bereits verlassen. Die noch im Juni tonangebenden Möwen fehlen komplett, Kiebitz, Austernfischer & Co. ziehen in Schwärmen umher, nur hier und da dösen auf der Insel Graugans-Trupps in der Sonne.

Doch es gibt Bereiche, die auch jetzt im Spätsommer noch Vögel anziehen: Die Tidetümpel in der Nähe des Kamera-Standortes. In den flachen, vom Wechselspiel aus Ebbe und Flut geprägten Blänken, die offensichtlich unerschöpflich Nachschub an Kleingetier produzieren, ist immer wer Nahrung suchend unterwegs. Derzeit besonders auffällig sind dort Flussuferläufer zu beobachten. Die kleinen Watvögel stammen aus nördlichen Gefilden und machen hier Rast vor dem Weiterzug Richtung Mittelmeer.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

__________________________________

12.08.2020

Reger Betrieb in den neuen Schmetterlingsbeeten

Im Zusammenhang mit der ursprünglich für dieses Jahr geplanten, aufgrund von Corona aber verschobenen Ausstellung über Schmetterlinge an der Tideems wurden auch Teile der Außenbereiche der Naturschutzstation neugestaltet.

Hochsommerliche Temperaturen und schwacher Wind – in dieser Kombination am Terborger Deich nicht oft zu haben – begünstigen derzeit ein reges Insektentreiben in den Blühflächen vor der Station.

Im Frühjahr mit Schmetterlingsstauden bepflanztes Beet.  
Im Frühjahr mit Schmetterlingsstauden bepflanztes Beet.
Ein Kleiner Fuchs an Eisenkraut.  
Ein Kleiner Fuchs an Eisenkraut.
Der Admiral, ein alljährlich einwandernder Falter, saugt hier an Sonnenhut.  
Der Admiral, ein alljährlich einwandernder Falter, saugt hier an Sonnenhut.
Im Schmetterlingsbeet nicht fehlen darf der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch. Hier laben sich zwei Tagpfauenaugen, eines schon älter und arg zerzaust, an seinem Nektar.  
Im Schmetterlingsbeet nicht fehlen darf der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch. Hier laben sich zwei Tagpfauenaugen, eines schon älter und arg zerzaust, an seinem Nektar.
Die namensgebenden Pfauenaugen sind nur bei ausgebreiteten Flügeln zu erkennen.  
Die namensgebenden Pfauenaugen sind nur bei ausgebreiteten Flügeln zu erkennen.
Das Kleine Wiesenvögelchen fliegt auch in den Wiesenflächen an der Station.  
Das Kleine Wiesenvögelchen fliegt auch in den Wiesenflächen an der Station.
Der Kleine Kohlweißlich gehört zu den häufigeren Schmetterlingsarten.  
Der Kleine Kohlweißling gehört zu den häufigeren Schmetterlingsarten.
Auch andere Insektenarten wie diese Schwebfliege profitieren von Blüten und Nektar.  
Auch andere Insektenarten wie diese Schwebfliege profitieren von Blüten und Nektar.
Und auch die Hummel nimmt das sommerliche Nahrungsangebot gerne in Anspruch.  
Und auch die Hummel nimmt das sommerliche Nahrungsangebot gerne in Anspruch.

__________________________________

06.08.2020

Neue Fahnenmasten vor Naturschutzstation

Seit dieser Woche wehen drei große Fahnen für die Station – und den Naturschutz an der Ems. Die vierte Naturschutzstation im NLWKN wurde im Mai 2015 als erste Maßnahme des Masterplan Ems eingerichtet, das Domizil am Sauteler Siel dann im Sommer 2018 bezogen. Die Mitarbeiter beschäftigen sich vor allem mit der Feldforschung an der Tideems, wirken mit an Projekten des Masterplans und betreuen landeseigene Naturschutzflächen vor und hinter den Deichen.

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt liegt Corona-bedingt derzeit weitgehend brach: die aktive Öffentlichkeitsarbeit. Die im laufenden Jahr geplanten Veranstaltungen wie Schulbesuche, Vortragsreihen, faunistische Exkursionen und die große Schmetterlingsausstellung mussten abgesagt werden. Die Stationsmitarbeiter hoffen sehr darauf, ihrem Anspruch, Anlaufstelle für interessierte Anwohner und Reisende zu sein und eine Kommunikationsplattform für alle Nutzergruppen an der Ems zu bieten, bald wieder gerecht werden zu können.

 
Die fachgerechte Fundamentlegung und Aufstellung der Masten wurde dankenswerterweise von den Mitarbeitern des NLWKN-eigenen Bauhofs in Remels übernommen, …
 
… Hier verschrauben die Kollegen Thorsten Folkers und Jörg Penning die Masten.
 
Die ersten Fahnen sind gehisst, …
 
… sie weisen auf die Naturschutzstation Ems sowie auf den Niedersächsischen Landesbetrieb NLWKN hin. Später sollen spezielle Drucke zum Beispiel auf Ausstellungen aufmerksam machen.
 
Der Säbelschnäbler eignet sich besonders als „flagship species“. Denn die Art findet an der Ems sowohl in extensiv bewirtschafteten Brackwasser-Salzwiesen, als auch in naturbelassenen Tidebiotopen wichtige Teillebensräume.

__________________________________

31.07.2020

„Die Vögel“ in Terborg

Ein auffällig großer Starenschwarm fiel am Donnerstag mit entsprechender Geräuschkulisse ins Vorland bei Terborg ein. Die Tiere befinden sich jetzt noch in der Mauser (Wechsel des Federkleids) und brechen erst nach dessen Abschluss auf in ihre südlichen Überwinterungsgebiete.

 
Die Stare überqueren den Emsdeich und lassen sich im Vorland nieder.
 
Ein Teil hockt dicht an dicht auf dem Schafszaun am Deichfuß …
 
… während andere im Vorland nach Nahrung suchen.
 
Unstet erheben sich immer wieder Teile des Schwarms und wechseln zu anderen Standorten am Deich. Im Hintergrund die Naturschutzstation in Sautel.

__________________________________

10.07.2020

Rettung der Sauteler Austernfischerküken geglückt!

Vor genau einer Woche schritten Kollegen des Entwässerungsverbandes Oldersum zur guten Tat – durchaus erfolgreich, wie nun bescheinigt werden kann. Die in diesem Jahr recht spät geschlüpften Küken drohten wie im vergangenen Jahr abzustürzen. Von den Stationsmitarbeitern über WebCam und Zuruf zur genauen Position der gut getarnten Küken geführt, gelang es rasch, die Kleinen sicher vom Kiesdach ins Vorland zu verbringen.

Mittlerweile ist eine weitere Woche vergangen. Die Altvögel haben den Nachwuchs stromabwärts ins Vorland geführt, wo die Küken - offensichtlich gesund und munter – zwischen den Tieren der Deichschäferei mit Schnakenlarven und anderem Gewürm gefüttert werden.

Die Beobachtungen und Dokumentationen gelangen mit Hilfe der am Schöpfwerksdach befindlichen und steuerbaren WebCam. Diese war vor zwei Jahren im Rahmen eines Projektes der Naturschutzverbände WWF, BUND und NABU installiert worden und ist seither fester Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der Naturschutzstation.

 
Ende Juni schlüpften die Austernfischerküken auf dem Sauteler Sieldach.
 
Wie bereits im vergangenen Jahr zu beobachten war, warteten die Kleinen oft gefährlich nah am Dachrand auf ihre Futter bringenden Eltern.
 
Arnold Janssen vom Entwässerungsverband lässt die gefundenen Küken am 03. Juli vom Dach herab…
 
… während er von den aufgeregten, laut rufenden Eltern umflogen wird.
 
Am Boden entlässt Kollege Tammo de Berg die Kleinen ins Gras. Tief in die Vegetation gedrückt verschmilzt die Färbung des Rückengefieders mit der Umgebung.
 
Die Altvögel halten über Rufe Kontakt mit ihren Jungen. Bereits kurze Zeit später führen sie die Küken fort.
 
Am 06. Juli suchen die Stationsmitarbeiter nach dem Wochenende das Vorland ab und sichten nördlich der Station erwachsene Austernfischer …
 
… und kurz darauf auch beide Küken! Meist halten sie sich am Deichfuß, oft direkt an den Schaftränken auf.
 
Inzwischen sind die Kleinen zwei Wochen alt und scheinen beide wohlauf!

__________________________________

07.07.2020

Masterplan Ems 2050: Weitere Meilensteine für Wiesenbrüter erreicht

Gleich zwei Wiesenvogel-Projekte des Masterplan Ems sind jetzt von den zuständigen Behörden der Landkreise Emsland und Aurich genehmigt worden. Auf dieser Grundlage können nun die geplanten Arbeiten beginnen, welche die Bedingungen für Wiesenbrüter auf Masterplan-Flächen in der Gemeinde Rhede (11 ha, Kreis Emsland) und in der Bedekaspeler Marsch am Großen Meer (44 ha, Landkreis Aurich) verbessern werden. Die Pläne für die Optimierungen der Flächen wurden von Mitarbeitern der Naturschutzstation Ems und Wasserbauingenieuren des NLWKN erarbeitet. Die Naturschutzstation wird die Flächen auch betreuen.

Sowohl am Großen Meer, als auch bei Rhede im Emsland werden regelbare Einbauten an Entwässerungsgräben dafür sorgen, dass die Bodenfeuchte vor allem zu Beginn der Brutzeit die Flächen ausreichend „stocherfähig“ für die Schnäbel der Wiesenvögel hält. Die Anlage flacher, im Frühjahr Wasser führender Blänken sowie eine auf die Bedürfnisse der Vögel abgestimmte Bewirtschaftung gehören ebenfalls zum Maßnahmenprogramm.

Der Hintergrund der Maßnahmen: Im Rahmen des Masterplan-Ems 2050 werden in verschiedenen binnendeichs gelegenen Zielgebieten entlang der Ems Flächen als Lebensraum für Wiesenvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe optimiert. Dies geschieht als Ausgleich für mögliche Verluste von Wiesen und Weiden mit Bedeutung für Wiesenvögel bei der gewünschten Entwicklung von ästuartypischen Lebensräumen an der Ems, wie z. B. Prielsysteme, Röhrichte und Auengehölze, die nicht von Wiesenvögeln besiedelt werden.

Das Etappenziel des Masterplan-Vertrags, bis 2025 für Wiesenvögel 78 Hektar von insgesamt 200 ha bis 2050 zu beschaffen, wurde inzwischen übererfüllt: bislang konnten schon 89 Hektar erworben werden.

 
Plant und organisiert auch im Freiland: Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems des NLWKN in der Bedekaspeler Marsch am Großen Meer.
 
Niedersachsen trägt eine besondere Verantwortung für den Erhalt charakteristischer Wiesenvögel der Niederungslandschaften, wie für den Kiebitz…
 
… oder für die stark gefährdete Uferschnepfe.
 
Voller Leben: Eine vormalige Ackerfläche bei Rhede, die sich nicht zur Vernässung eignet, wurde mit einer kräuterreichen Wiesensaatgutmischung mit standorttypischen Arten aus der Region angesät.

__________________________________

30.06.2020

Küken am Sauteler Schöpfwerk geschlüpft

Seit wenigen Tagen werden zwei Austernfischer-Küken auf dem Dach des Siel- und Schöpfwerkgebäudes vis-à-vis der Naturschutzstation aufgezogen. Drei Anläufe hatte das Elternpaar genommen, bereits im April war eine Nistmulde über Tage besetzt. Nach deren Aufgabe wurde ein anderer Standort auf dem Kiesdach gewählt - doch später wiederum verlassen, die Ursachen blieben jeweils im Dunkeln.

Nun stellt sich wieder die Frage, ob es den Altvögeln diesmal gelingt, den Nachwuchs auf dem Werksdach flügge zu bekommen. Im Vorjahr war die erste Brut vom Dach gestürzt, die zweite nach Bergung durch die Mitarbeiter des Entwässerungsverbands im Emsvorland vermutlich Beutegreifern zum Opfer gefallen.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

 
Von den Altvögeln beobachtet, schlüpft am Freitag, den 26.06. das erste Küken der Austernfischer.
 
Drei Tage später unternimmt das Kleine schon kurze Ausflüge auf dem Dach, …
 
… inzwischen sind sie zu zweit.
 
Während einer der Altvögel Futter beschafft, bleibt der andere vor Ort, bewacht und hudert (wärmt) die Küken im kalten Wind.

__________________________________

24.06.2020

Tierische Untermieter

Eine Reihe heimischer Brutvögel sucht die Nähe des Menschen. In Gärten, aber auch unmittelbar an und in Gebäuden finden sie geeignete Niststandorte – und oftmals auch Schutz vor Fressfeinden. Klassische Beispiele sind Haussperling oder Hausrotschwanz, die die menschliche Wohnstätte sogar im Namen tragen, aber auch Schwalben oder der auf Dachfirsten nistende Weißstorch. Auch der Gebäudekomplex am Sauteler Siel beherbergt solche „Kulturfolger“, die dabei manchmal verblüffende Lokalitäten besetzen…

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

 
Ein Flüssiggastank versorgt die Naturschutzstation mit Wärmeenergie…
 
Der Austernfischer, ursprünglich ein typischer Küstenvogel, tritt erst seit einigen Jahrzehnten als Kulturfolger in Erscheinung. Der Vogel auf dem Flachdach des Sielgebäudes ist mit seiner Brut enorm spät dran in diesem Jahr.

__________________________________

18.06.2020

Insektenfreundliche Gestaltung und Pflege der Grünflächen um die Naturschutzstation

Seit dem Bezug der Station am Sauteler Siel vor zwei Jahren gewährleistet die Abteilung Garten- und Landschaftsbau der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH die regelmäßige Pflege der Außenbereichsflächen. Wie es sich für eine Naturschutzstation gehört, wird dabei ein besonderes Augenmerk auf den Erhalt und die Verbesserung von Artenvielfalt und Strukturreichtum gelegt. So wurden zwei Beete im Eingangsbereich insektenfreundlich bepflanzt, bzw. eingesät. Doch auch die übrigen Grünflächen werden In Abstimmung mit den Stationsmitarbeitern in einer Art und Weise gepflegt, die möglichst vielen großen und kleinen Tieren Nahrungs-, Nist- und Ruheräume bietet.

 
Nach den Starkregenfällen der vergangenen Tage drohen schnellwüchsige Wildkräuter die noch jungen Stauden im „Schmetterlingsbeet“ zu überwuchern. Die Kollegen der obw schaffen Abhilfe.
 
Die gepflanzten Stauden (vorn) blühen zum Teil bereits, werden sich aber erst im kommenden Jahr richtig entfalten. In der eingesäten Insekten-Blühfläche im hinteren Bereich…
 
…tobt hingegen bereits das Leben, hier eine Ackerhummel an Phacelia.
 
In den zu mähenden Bereichen umkurven die Mitarbeiter der Firma aufmerksam wertvolle Wildstauden, wie hier den blaublühenden Natternkopf…
 
… oder eine Gruppe von Wiesenmargeriten …
 
… auf denen sich ein Bockkäfer (rechts) und ein grün-metallisch schimmernder Scheinbockkäfer (links) eingefunden haben.
 
Offene, südexponierte Bodenstellen sind wichtige Niststätten z. B. für bodengrabende Wildbienen. Sie werden von der Bearbeitung ausgespart und nicht nachgesät.
 
Vor dem Gehölzrand hinter der Station wird ein breiter Gras- und Staudenstreifen belassen.
 
Hier fliegt im Sommer das Waldbrettspiel, ein typischer Tagfalter lichter Waldsäume.
 
Auch der „alte Stationshase“, wenig scheu selbst am hellen Tage nah am Gebäude mümmelnd, profitiert von Pflanzenvielfalt und Deckungsmöglichkeiten an der Station.
 
Wie auch viele Singvögel, deren Nachwuchs mit Insekten gefüttert wird. Hier ist eine junge Dorngrasmücke bei ersten Flugversuchen auf dem Autodach von Mitarbeiter Pauschert zwischengelandet.

__________________________________

11.06.2020

Leben im verlassenen Nest

„Unsere“ Weißwangengansfamilie hat inzwischen ihren Brutplatz nahe des Kamerastandortes auf Bingumer Sand verlassen. Drei der fünf gelegten Eier gelangten zum Schlupf, vermutlich zwei waren nicht befruchtet. Zunächst verbrachten die Gänse ihre Ruhepausen zwischen immer länger werdenden Ausflügen noch im Nest, dieses wurde erst am 04. Juni, drei Tage nach dem Schlupf des ersten Kükens, endgültig verlassen. Wer nun aber dachte, dass das Leben am Gänsenest damit erloschen sei, wurde durch weitere Aufnahmen eines Besseren belehrt! So die überraschte Feststellung der ehrenamtlichen Stationsmitarbeiter, die die Insel-Videos in der Naturschutzstation regelmäßig auswerten.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

__________________________________

02.06.2020

Pfingstgänschen auf Bingumer Sand

Lange haben sie sich Zeit gelassen, die am Kamerastandort der Emsinsel brütenden Weißwangengänse, doch am letzten Wochenende war es soweit: Am Morgen des Pfingstmontags schlüpfte das erste Küken, noch am Nachmittag das zweite. Angelika Pfirrmann und Karl-Heinz Machner, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Naturschutzstation, ließen sich dieses Schauspiel nicht nehmen und verfolgten Schlupf und erste Gänseschritte live am Monitor der Naturschutzstation. Und drückten im richtigen Moment auf Aufnahme!

Die ersten drei Clips zeigen das Gelege mit angepicktem ersten Ei und das kurz darauf schlüpfende Küken. Wenige Stunden später sind die Pulli (Jungvögel im Dunenkleid) schon zu zweit, wie im vierten Video zu sehen ist. Im letzten Film sind es bereits drei Geschwister, die allmählich anfangen, die Umgebung des Nestes zu erkunden.

(Videos ggf. mit Klick auf rechter Maustaste "Link öffnen" oder „Link in neuem Fenster öffnen“ starten.)

Ansprechpartner in den Naturschutzstationen

Artikel-Informationen

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln