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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

Mai 2016


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23.05.2016

Neues vom Leeraner Flachdach

Knapp 6 Wochen nach der Entdeckung brütender Austernfischer auf einem innenstadtnahen Flachdach in Leer konnte heute erstmals „Schlupferfolg“ vermeldet werden: 4 Küken flitzten über die ca. 400 m² große Fläche zum Futter-eintragenden Altvogel am Dachrand. Austernfischergelege umfassen im Schnitt drei Eier. Vier erfolgreich geschlüpfte und anscheinend sehr vitale Küken stellen auch angesichts des ungewöhnlichen Aufzuchtbiotops ein bislang bemerkenswertes Ergebnis dar. Wir bleiben dran!


Foto 1: Ein Austernfischer-Küken erscheint auf dem kleinen einsehbaren Teil des Flachdachs…  
Foto 1: Ein Austernfischer-Küken erscheint auf dem kleinen einsehbaren Teil des Flachdachs…
Foto 2: … ein zweites gesellt sich dazu…  
Foto 2: … ein zweites gesellt sich dazu…
Foto 3: … zu viert schließlich folgen sie dem Lockruf der Eltern…  
Foto 3: … zu viert schließlich folgen sie dem Lockruf der Eltern…
Foto 4: … die schon mit frischem Wurm bereitstehen.  
Foto 4: … die schon mit frischem Wurm bereitstehen.
Foto 5: Die Küken springen an der Dachkante hoch, dabei schlagen sie mit den noch kurzen Stummelflügeln.  
Foto 5: Die Küken springen an der Dachkante hoch, dabei schlagen sie mit den noch kurzen Stummelflügeln.
Foto 6: Wird der Regen stärker oder hält länger an, wärmen beide Altvögel ihre Jungen mit ihrem Körper, sie „hudern“.  
Foto 6: Wird der Regen stärker oder hält länger an, wärmen beide Altvögel ihre Jungen mit ihrem Körper, sie „hudern“.

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20.05.2016

Besuch bei Naturschutzverbänden im Emsland

Am Donnerstagabend war Stationsmitarbeiter Peter Pauschert zu Gast bei der „Arbeitsgemeinschaft Ems“, einem funktionalen Zusammenschluss von Mitgliedern der Naturschutzverbände NABU, BUND und BSH (Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems). In einem etwa einstündigen Vortrag wurden die Aufgabenschwerpunkte der inzwischen seit einem Jahr bestehenden Naturschutzstation Ems erläutert.

Von besonderem Interesse der ehrenamtlichen Naturschützer war die Mitarbeit der Naturschutzstation an Projekten des Masterplan Ems 2050, hier vor allem an der geplanten Anlage eines Probepolders am Altarm Vellage. Pauschert erläuterte die Ergebnisse der umfangreichen Bestandserfassungen an Flora und Fauna im Naturschutzgebiet bei Vellage und berichtete vom aktuellen Planungsstand. In der anschließenden Diskussion wurden Erfahrungen und Kenntnisstände über den Naturraum Ems und die Entwicklung des Emsästuars zum heutigen Zustand ausgetauscht.


Der Altarm bei Vellage verlandet zunehmend, hier im Bild der Einlaufbereich an der Ems. Für einen begrenzten Zeitraum soll hier ein Tidespeicherbecken im Probebetrieb entstehen.  
Der Altarm bei Vellage verlandet zunehmend, hier im Bild der Einlaufbereich an der Ems. Für einen begrenzten Zeitraum soll hier ein Tidespeicherbecken im Probebetrieb entstehen.

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18.05.2016

Stare an der Ems

Nicht nur auf den Emswiesen können jetzt wieder junge, graubraune Stare neben den schwarzgefärbten Altvögeln beobachtet werden. Sie entstammen der diesjährigen Erstbrut, die, soeben flügge, bereits nach wenigen Tagen selbständig nach Futter sucht.

In der aktuellen, vom NLWKN vorgelegten Roten Liste der Brutvögel Niedersachsens wird der Star erstmals als gefährdete Art geführt. Gemäß Analyse der Staatlichen Vogelschutzwarte verzeichnet die Art langjährige Rückgänge, seit etwa 1990 sogar Bestandseinbrüche um etwa 50 %. Dabei wurden Stare einst als „Allerweltsvögel“ betrachtet, in früheren Zeiten hing man Nistkästen vor allem deshalb auf, um den eigenen Speiseplan mit ein paar fetten Jungstaren aufzubessern, die riesigen Herbstschwärme waren nicht nur im Weinbau gefürchtet. Heute scheint die Art das Schicksal vieler Arten der offenen Feldflur zu teilen, die angesichts des immer intensiveren Landbaus besonders stark bedroht sind.


Foto 1: Starenmännchen am Nistkasten, erkenntlich am blaugrauen Schnabelgrund und der ungefleckt schwarz-schillernden Brust  
Foto 1: Starenmännchen am Nistkasten, erkenntlich am blaugrauen Schnabelgrund und der ungefleckt schwarz-schillernden Brust
Foto 2: Jungvogel kurz vor dem Ausflug  
Foto 2: Jungvogel kurz vor dem Ausflug
Foto 3: Starenweibchen, der Schnabelgrund ist gelblichblass und die Brust weist einige Flecken auf  
Foto 3: Starenweibchen, der Schnabelgrund ist gelblichblass und die Brust weist einige Flecken auf
Foto 4: Noch werden die Jungen am Nest pausenlos von beiden Eltern gefüttert...  
Foto 4: Noch werden die Jungen am Nest pausenlos von beiden Eltern gefüttert...
Foto 5: …doch diese erscheinen jetzt häufiger auch ohne Futter im Schnabel und locken die „Stubenhocker“ mit ihren Rufen.  
Foto 5: …doch diese erscheinen jetzt häufiger auch ohne Futter im Schnabel und locken die „Stubenhocker“ mit ihren Rufen.

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13.05.2016

Behördenbesuch bei der Naturschutzstation

Vertreter der emsanliegenden Unteren Naturschutzbehörden (UNB) der Landkreise Aurich, Leer und Emsland sowie der Stadt Emden trafen sich am heutigen Freitag zu einem fachlichen Austausch in den Stationsräumen in Leer. Dabei berichteten Heinrich Pegel und Peter Pauschert zunächst aus ihrer inzwischen einjährigen Tätigkeit sowie über die Bemühungen um ein neues Stationsdomizil. Im Weiteren wurde der Stand der Masterplanprojekte „Tidepolder Coldemüntje“ und „Pilotpolder Vellage“, an deren naturschutzfachlicher Planung die Naturschutzstation beteiligt ist, erörtert.

Die geplanten Schutzgebietsausweisungen an der Unter- und Außenems, das Dauerthema „Gänseproblematik“ und die vermehrte Nutzung privater und gewerblicher Drohnen an Schutzgebieten wurden als Themen diskutiert. Dabei wurden auch Aufgabenfelder besprochen, bei denen die Naturschutzstation die zuständigen Behörden bei ihrer Arbeit sinnvoll unterstützen kann. Einhellig wurde befürwortet, die Gesprächsrunde in jährlichem Turnus als feste Einrichtung fortzusetzen.

von links: Hiltrud Péron (Amt für Planung und Naturschutz Leer), Wolfgang Ippen (UNB Aurich), Thomas Wegmann und Hartmut Fresemann (UNB Emden), Heinrich Pegel von der Naturschutzstation, Dr. Niels Gepp (UNB Emsland) und Thomas Imsande (UNB Leer)  
von links: Hiltrud Péron (Amt für Planung und Naturschutz Leer), Wolfgang Ippen (UNB Aurich), Thomas Wegmann und Hartmut Fresemann (UNB Emden), Heinrich Pegel von der Naturschutzstation, Dr. Niels Gepp (UNB Emsland) und Thomas Imsande (UNB Leer)

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04.05.2016

Masterplan Ems: Machbarkeitsstudie Coldemüntje fertiggestellt

Die im Sommer 2015 beauftragte Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung tidebeeinflusster Feuchtbiotope („ästuarine Lebensraumtypen“) an der alten Emsschleife bei Coldemüntje, Gemeinde Westoverledingen, wurde gestern in einem ersten Schritt als Entwurf allen beteiligten Behörden und Interessenvertretern vorgelegt. Das Gutachterteam aus Umwelt-, Naturschutz- und Wasserbauingenieuren der NLWKN-Betriebsstellen Brake-Oldenburg und Aurich beleuchtet darin Möglichkeiten und Grenzen der im Masterplan Ems 2050 vorgesehenen Maßnahme.

Unter den Rahmenbedingungen aus Naturschutz-, Boden-, Abfall-, Wasser- und Deichrecht sowie unter Beachtung der Erfordernisse des Küstenschutzes werden unterschiedliche Varianten anhand von Kosten- und Nutzenaspekten betrachtet. Im Ergebnis attestiert die Machbarkeitsstudie, dass eine Umsetzung der Maßnahme unter entsprechenden Voraussetzungen sinnvoll und möglich ist.

Ende Mai wird der Entwurf den beteiligten Stellen in den Räumlichkeiten der Naturschutzstation in Leer vorgestellt und diskutiert. Einen Monat später wird sich der entsprechende Masterplan-Arbeitskreis mit der Machbarkeitsstudie befassen, der wiederum dem Lenkungskreis als höchstem Gremium des Masterplans die weiteren Schritte zur Entscheidung empfiehlt.


Lageplan der Flussschleife bei Coldemüntje vor der Flussbegradigung im Jahr 1925  
Lageplan der Flussschleife bei Coldemüntje vor der Flussbegradigung im Jahr 1925
Heute ist der alte Emsbogen bei Coldemüntje mit seinem ehemaligen Vorland verlandet und verbuscht zusehends. Hier soll die Tidedynamik der Ems wieder zugelassen werden; in der Folge werden charakteristische Lebensräume entstehen.  
Heute ist der alte Emsbogen bei Coldemüntje mit seinem ehemaligen Vorland verlandet und verbuscht zusehends. Hier soll die Tidedynamik der Ems wieder zugelassen werden; in der Folge werden charakteristische Lebensräume entstehen.
Planung von Tide-geprägten Biotopen an der Ems bei Coldemüntje: Dauerwasserflächen (dunkelbau) und nur bei Hochwasser geflutetes Flusswatt (hellbau)  
Planung von Tide-geprägten Biotopen an der Ems bei Coldemüntje: Dauerwasserflächen (dunkelbau) und nur bei Hochwasser geflutetes Flusswatt (hellbau)
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