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Aktuelles aus der Naturschutzstation Ems

Juli 2015


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Besuch von Vertretern des Landkreises Emsland

Zu einem fachlichen Austausch mit anschließender Exkursion ins Emsgebiet trafen sich die Mitarbeiter der Station mit Kollegen vom Landkreis Emsland. Ludger Pott, Fachbereichsleiter Umwelt und Dr. Niels Gepp, Leiter der unteren Naturschutzbehörde, erläuterten die naturschutzfachlichen Ziele des Landkreises im emsländischen Teil des Emsästuars. Die Stationsmitarbeiter ihrerseits informierten über die Ihnen übertragenen Aufgaben und berichteten von den angelaufenen Projekten im Rahmen des Masterplans Ems.

Die angebotene Unterstützung in der Gebietsbetreuung zwischen Herbrum und Papenburg wurde seitens der Gäste aus Meppen sehr begrüßt.

Peter Pauschert und Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems, Ludger Pott und Dr. Niels Gepp vom Landkreis Emsland  
Peter Pauschert und Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems, Ludger Pott und Dr. Niels Gepp vom Landkreis Emsland


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Probebohrungen im Altarm Vellage unterbrochen – aber weiter im Zeitplan

Durch die erhöhten Wasserstände der Ems (bis 1 m über dem mittleren Tide-Hochwasser) sowie die anhaltend starken Niederschläge wurden die Bohrarbeiten am Emsaltarm in der letzten Juliwoche aus Sicherheitsgründen unterbrochen. „An vielen Stellen stand das Wasser mehrere Zentimeter über dem Gelände“, so Ingenieurin Stephanie Klack, die die bautechnischen Arbeiten für den NLWKN in Aurich beaufsichtigt. „Wir gehen aber davon aus, dass die Arbeiten in der kommenden Woche wieder aufgenommen werden können.“

Bislang schafft die beauftragte Firma Kneib Bau- und Bohrgesellschaft aus Ludwigsfelde in Brandenburg im Schnitt 4 bis 5 Bohrungen pro Tag. Dabei erweist sich die Anfahrt zu den Bohrpunkten oft am schwierigsten. Denn auch mit GPS-Gerät wird die Orientierung im Gelände durch das stellenweise mehr als 2 m hohe Röhricht und das verzweigte Prielsystem erschwert. Doch trotz dieser Widrigkeiten und der aktuellen Unterbrechung ist man noch gut im Zeitplan.

An der Bohrvorrichtung befinden sich innerhalb des Gestänges 1,20 m lange Kunststoffrohre, sogenannte Liner. Diese werden jeweils einen Meter tief in den Untergrund gerammt. Um ein Vermischen der Bodenschichtung zu vermeiden, werden die Liner bis zur Bodenprobe abgeschnitten und mit Kappen verschlossen (rot: oben, schwarz: unten). Da es sich in den oberen Schichten um sehr weiche, durch die Rammung zusammengedrückte Böden handelt, fallen die ersten drei Liner deutlich kürzer aus (siehe Abbildung). Nach Entnahme werden die Bodenproben dunkel in einer Kühlbox gelagert und im Labor der beauftragten Firma untersucht. Insgesamt werden 45 Punkte beprobt, mit dem Ende der Bohrungen wird in der 33. Kalenderwoche gerechnet.


Das Bohrfahrzeug ist in den weiten Röhricht- und Hochstaudenflächen des Altarmes erst auf den zweiten Blick (mit Tele-Objektiv!) zu erkennen!  
Das Bohrfahrzeug ist in den weiten Röhricht- und Hochstaudenflächen des Altarmes erst auf den zweiten Blick (mit Tele-Objektiv!) zu erkennen!
Kettenfahrzeug mit Bohrvorrichtung (Typ: Geoprobe Model 7822DT); das Bohrgerät wird in die richtige Position gefahren und der verrohrte Liner in den Boden gerammt  
Kettenfahrzeug mit Bohrvorrichtung (Typ: Geoprobe Model 7822DT); das Bohrgerät wird in die richtige Position gefahren und der verrohrte Liner in den Boden gerammt.
Nahaufnahme der Außenverrohrung (worin sich der Kunststoff-Liner befindet) mit Schlagkopf  
Nahaufnahme der Außenverrohrung (worin sich der Kunststoff-Liner befindet) mit Schlagkopf
Liner mit Bodenproben aus einer Punktbeprobung  
Liner mit Bodenproben aus einer Punktbeprobung


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Besuch der Naturschutzverbände in Leer

Beatrice Claus, WWF-Referentin, Elke Meier vom NABU-Landesverband und Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler vom BUND-Landesverband machten sich am 23. Juli 2015 ein Bild vom Verlauf der „ersten 100 Tage“ der Naturschutzstation in Leer. Peter Pauschert und Heinrich Pegel erläuterten den laufenden Aufbau der Station, die bisherigen Aufgabenzuweisungen und Maßnahmenbeteiligungen. Dabei wurden die ersten Masterplanprojekte ebenso erörtert, wie die Gebietsbetreuung in den Naturschutzflächen und nicht zuletzt auch das umfangreiche Besuchsprogramm, das die Stationsmitarbeiter gegenwärtig bei Behörden, Verbänden und Interessengruppen absolvieren.

Die Verbandsvertreter aus Hamburg und Hannover zeigten besonderes Interesse an dem entstehenden Konzept zur Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit. Konkret wurden in diesem Zusammenhang regelmäßige Abstimmungsgespräche mit den Landesverbänden, aber auch die Einrichtung eines „Stationstisches“ für den Informationsaustausch mit regionalen Ehrenamtlichen vereinbart.

von links nach rechts: Elke Meier vom NABU, Beatrice Claus vom WWF, Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler vom BUND sowie Stationsmitarbeiter Pegel und Pauschert  
von links nach rechts: Elke Meier vom NABU, Beatrice Claus vom WWF, Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler vom BUND sowie die Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel und Peter Pauschert


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Tidepolder Coldemüntje: Planer-Ortstermin

Am 22. Juli 2015 erläuterte Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems den Bauplanern des NLWKN aus Aurich die naturschutzfachlichen Zielsetzungen des geplanten Tidepolders Coldemüntje. Das rund 30 ha große Areal soll im Rahmen des Masterplan Ems künftig wieder dem Tideeinfluss unterliegen. Durch eine steuerbare bauliche Einrichtung im Emsdeich sollen im Gebiet des ehemaligen Emsaltarmes wieder typische Lebensräume im Gezeitenwechsel entstehen.

Die Bauingenieure aus Aurich arbeiten derzeit an einer entsprechenden Machbarkeitsstudie. Vor Ort wurden bestehende biologische und morphologische Rahmenbedingungen, hydrologische Verhältnisse sowie die Erwartungen aus Sicht des Naturschutzes diskutiert.



Weitgehend trockener Altarm Coldemüntje auf der rechten Emsseite nordöstlich von Weener  
Weitgehend trockener Altarm Coldemüntje auf der rechten Emsseite nordöstlich von Weener
Haben den Überblick vom Emsdeich (von links nach rechts): Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems, Praktikant Valentin Storre, Dipl.-Ing. Henning Paulsen, Bauingenieur-Studentin Edda Klose und Klaus Wenn, Bau-Dezernent  
Haben den Überblick vom Emsdeich (von links nach rechts): Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems, Praktikant Valentin Storre, Dipl.-Ing. Henning Paulsen, Bauingenieur-Studentin Edda Klose und Klaus Wenn, Bau-Dezernent
Geländebegehung in Coldemüntje  
Geländebegehung in Coldemüntje
Dichte Gras- und Hochstaudenvegetation im ehemaligen Feuchtgebiet  
Dichte Gras- und Hochstaudenvegetation im ehemaligen Feuchtgebiet


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Die Unterems bei Critzum  
Die Unterems bei Critzum


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Reportage: Singvogelberingung an der Ems bei Coldam

Samstagmorgen Mitte Juli, kurz vor neun. Langsam steuere ich den Wagen die enge Deichrampe hinab. Am Deichfuß steht ein Landrover, daneben einige andere Fahrzeuge, ein Pavillon schützt vor der Sonne. Darunter Camping-Tisch und Stühle, allerlei Messgeräte, Schreibutensilien und Bestimmungsbücher, ein großer Koffer mit Spezialwerkzeug.

Im Vorland, jenseits des Schafzauns ist ein durch Röhricht und Hochstauden Richtung Ems führender Pfad zu erkennen. Alle 9 Meter sind hohe Aluminiumstangen aufgestellt, dazwischen sind filigrane, rund zwei Meter fünfzig hohe Netze gespannt.

Acht Augenpaare blicken neugierig auf, als ich aus dem Auto steige, doch Dr. Helmut Kruckenberg, der gemeinsam mit Dipl.-Biologin Nicole Stöber das Forschungsprojekt seit 2003 leitet, hat meinen Besuch bereits angekündigt. Die altersmäßig breit gefächerte Gruppe ist Teil des Projektes „Integriertes Monitoring von Singvogelpopulationen in Coldam“, kurz IMS Coldam. Bereits seit der frühen Dämmerung um 4:45 Uhr ist man am Fangnetz auf den Beinen.

Ein bisschen Smalltalk, dann steht der nächste Kontrollgang an. Mit gezücktem Fotoapparat folge ich Helmut Kruckenberg, Ina Hilbrands, Schülerin aus Weener und Bernd Hensell vom NABU in Leer. Im Netz vor uns zappelt es gleich an mehreren Stellen. Zwei Buchfinken und ein Rohrsänger hängen in den Netztaschen. Mit geübten Griffen puhlt Hensell einen zappelnden Piepmatz aus den Schnüren und steckt ihn in einen roten Stoffbeutel. Weiter hinten freut sich Ina Hilbrands über einen besonderen Fang: eine Bartmeise. „Dunkler Schnabel, Ina, ein junges Weibchen“, erklärt Dr. Kruckenberg.

Am Deichfuß werden die drei bereits erwartet. Unter fachlicher Anleitung von Nicole Stöber vermerkt das Team akribisch jeden einzelnen Fang. Routiniert übernimmt jeder seine Rolle: Ina Hillbands und Nicole Stöber beringen und vermessen die Vögel, während der Junior-Protokollant Sönke Meyer die Werte in Formulare einträgt. Am Ende reichen die Beringer die Vögel im roten Beutel an Silas, Kruckenbergs Jüngsten, weiter, der mittels Feinwaagen deren genaue Gewichte bestimmt. Nach dem Wiegen folgt für die Kinder der größte Augenblick: die Entlassung der Vögel in die Freiheit. Und dies genau ist die Aufgabe von Benjamin, mit 7 Jahren der jüngste in der Runde.

Seit inzwischen 13 Jahren werden am Emsaltarm bei Coldam Singvogelfänge und -beringungen in einem festgelegten Turnus durchgeführt. Die Untersuchungen vor Ort sind Bestandteil eines bundesweiten Programms. Dabei sind bundesweit zum gleichen Zeitpunkt für exakt sechs Stunden ab Sonnenaufgang alle gefangene Vögel zu beringen. Nur so können die Ergebnisse miteinander verglichen und auch gemeinsam ausgewertet werden. Das Programm schließt damit eine wichtige Lücke: Bislang war wenig über demografische Faktoren wie Bruterfolg oder Überlebensraten der heimischen Singvogelarten bekannt. Nur solche Daten können aber die unterschiedlichen Bestandsentwicklungen der Singvogelarten in Mitteleuropa erklären: Langstreckenzieher und Arten mit hohen Ansprüchen an den Lebensraum zeigen überwiegend Bestandsrückgänge, andere Arten dagegen nehmen zu. Um geeignete Schutzmaßnahmen einleiten zu können, ist genaueres Wissen über Umfang, Ursachen und Ausmaß von Bestandsabnahmen erforderlich. „Der Anteil gefangener Jungvögel beschreibt den alljährlichen Bruterfolg und die Wiederfänge von beringten Vögeln in verschiedenen Jahren liefern Daten zur jährlichen Überlebensrate“, erläutert Dr. Kruckenberg. „Und diese wiederum lassen Rückschlüsse auf die Qualität des Brutgebietes zu“, ergänzt Nicole Stöber.

In dem ehrenamtlich durchgeführten Projekt, welches von der Vogelwarte Helgoland begleitet wird, wurden bis heute 38 Singvogelarten nachgewiesen und insgesamt über 2.500 Vögel bei Coldam beringt. Möglich war und ist dies nur dank tatkräftiger Unterstützung zahlreicher Helfer aus Familie, Freundeskreis und angrenzenden Ortschaften.

Den Helfern ist die Freude an der Arbeit mit den Tieren durchaus anzumerken. So ist es Kruckenberg-Junior, der das Team darauf aufmerksam macht, dass eine halbe Stunde verstrichen und somit der nächste Kontrollgang ansteht: „Im Netz wartet Kundschaft!“


Emsvorland bei Coldam  
Emsvorland bei Coldam
„Expedition IMS Coldam“  
„Expedition IMS Coldam“
Stellnetz im Vorland  
Stellnetz im Vorland
Dr. Helmut Kruckenberg und Ina Hilbrands befreien frische Fänge  
Dr. Helmut Kruckenberg und Ina Hilbrands befreien frische Fänge
Ein Rohrsänger ist ins Netz gegangen  
Ein Rohrsänger ist ins Netz gegangen
Bernd Hensell hat einen Rohrsänger aus dem Netz geholt  
Bernd Hensell hat einen Rohrsänger aus dem Netz geholt
Eine junge Bartmeise. Der dunkle Schnabel verrät das weibliche Geschlecht  
Eine junge Bartmeise. Der dunkle Schnabel verrät das weibliche Geschlecht
Halbstündliche Ausbeute, nach Netznummer sortiert  
Halbstündliche Ausbeute, nach Netznummer sortiert
Silas Kruckenberg wiegt die Vögel  
Silas Kruckenberg wiegt die Vögel
Sönke Meyer führt Protokoll  
Sönke Meyer führt Protokoll
Ina Hilbrands, Sönke Meyer und Nicole Stöber nehmen die Daten eines Buchfinks auf, hinten Gabi Hartz-Kruckenberg  
Ina Hilbrands, Sönke Meyer und Nicole Stöber nehmen die Daten eines Buchfinks auf, hinten Gabi Hartz-Kruckenberg
Mit Feuereifer bei der Sache: Benjamin Bergmann mit einem Schilfrohrsänger  
Mit Feuereifer bei der Sache: Benjamin Bergmann mit einem Schilfrohrsänger
Jeder Piepmatz wird einem ausführlichen Messprogramm unterzogen  
Jeder Piepmatz wird einem ausführlichen Messprogramm unterzogen
Millimetergenaue Vermessung der Flügellänge  
Millimetergenaue Vermessung der Flügellänge
Die junge Bartmeise wird beringt  
Die junge Bartmeise wird beringt
Erinnerungsfoto vor der Entlassung in die Freiheit  
Erinnerungsfoto vor der Entlassung in die Freiheit


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Naturschutzstation zu Gast bei der Bürgerinitiative „Rettet die Ems“

Am 7. Juli 2015 berichteten die Mitarbeiter der Naturschutzstation anlässlich einer Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative von ihrer Arbeit. Peter Pauschert und Heinrich Pegel stellten sich und die neue Naturschutzstation mit ihren Aufgaben und Zielen vor. BI-Sprecherin Birgit Rutenberg von der Bürgerinitiative hatte im Vorfeld einen Fragenkatalog zusammengestellt, der von beiden nach bestem Wissen vor Ort beantwortet wurde.

Insbesondere wurde Auskunft gegeben zum gegenwärtigen Planungsstand der Masterplanprojekte Pilotpolder Vellage und Tidepolder Coldemüntje. Da zahlreiche kritische Fragen auf Maßnahmen und Projekte des Masterplan Ems zielten, die nicht den Zuständigkeitsbereich des NLWKN betrafen, verwies man auf die entsprechenden Stellen und legte eine Liste mit allen Akteuren vor.

Peter Pauschert und Heinrich Pegel (im Bild hinten vor Gebietskarte) erläutern Aufgaben und Ziele der Naturschutzstation  
Peter Pauschert und Heinrich Pegel (im Bild hinten vor Gebietskarte) erläutern Aufgaben und Ziele der Naturschutzstation.


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Naturschutz und Landwirtschaft an der Ems

Anfang Juli 2015 besuchte Rudolf Bleeker, Geschäftsführer des Kreisverbandes Leer im Landwirtschaftlichen Hauptverein für Ostfriesland, die Naturschutzstation Ems. Dabei informierte sich Bleeker über die Aufgaben und Ziele der neuen Einrichtung, bekräftigte aber auch die Positionen der im Emsästuar wirtschaftenden Landwirte. In Erörterung der Themenfelder Schutzgebietsausweisung Unterems, Integrierter Bewirtschaftungsplan und Masterplan Ems wurden zum Teil konkurrierende Ansprüche des Naturschutzes und der Landwirtschaft deutlich. Gleichwohl begrüßte Herr Bleeker das Angebot der Mitarbeiter der Naturschutzstation, bei einem flexiblen Umgang mit Bewirtschaftungsauflagen behilflich zu sein.

Rudolf Bleeker (rechts) vom Landwirtschaftlichen Hauptverein mit Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems  
Rudolf Bleeker (rechts) vom Landwirtschaftlichen Hauptverein mit Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems


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Kiebitzschwärme entlang der Ems

Seit einiger Zeit lassen sich überall in Ostfriesland, wie am 6. Juli 2015 an der Ems bei Bingum, größere Kiebitz-Trupps beobachten. Vor allem anhand der noch deutlich kürzeren Haube sind die diesjährigen Jungtiere von Altvögeln mit charakteristischer langer „Federholle“ zu unterscheiden. Oft in mit Staren gemischten Schwärmen suchen die Vögel auf den Binnen- und Vorlandwiesen nach Nahrung. Erste Ansammlungen können sich nach Ende der Kükenaufzucht bereits Anfang Juni bilden. Den ganzen Sommer hindurch bleiben anwachsende Trupps im Gebiet, zum Herbst werden ihre Kopfstärken durch erste Durchzügler aus dem Norden nochmals verstärkt.


Kiebitzschwärme an der Ems

Kiebitze über dem Deichvorland an der Ems  
Kiebitztrupp im Emsvorland zwischen Bingum und Coldam, am Boden schwarze Altstare und Jungvögel im braunen Jugendkleid
Kiebitze über der Ems  
Abfliegender Trupp Kiebitze und Stare
Kiebitze über dem Deichvorland an der Ems  
Jungkiebitze mit wenigen Altvögeln
Deichvorland an der Ems  
Emsvorland „Meentefähr“ bei Bingum, Teil des Vogelschutzgebietes „Emsmarsch von Leer bis Emden“

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03.07.2015

Antrittsbesuch bei Rheider Unterhaltungsverbänden

Am Mittwoch den 01. Juli wurden Peter Pauschert und Heinrich Pegel von der Rheider Deichacht und der Sielacht Rheiderland im gemeinsamen Verwaltungsgebäude in Soltborg empfangen. Dabei stellten die Stationsmitarbeiter sich und ihre künftigen Aufgaben vor und beantworteten unter anderem Fragen zu anstehenden Naturschutzmaßnahmen. Dabei wurden auch Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung, beispielsweise bei anstehenden Baumaßnahmen oder bei der Bewirtschaftung der Emsvorländer erörtert. Konkret verabredet wurde ein Ortstermin im Nendorper Deichvorland. Dort sollen vermehrt schädliche Neophyten, unter anderem die aufgrund ihrer Giftigkeit nicht unproblematische Herkulesstaude, aufgeschlagen sein.

Treffen der Naturschutzstation Ems mit den Rheider Unterhaltungsverbänden  
v.l.n.r.: Heinrich Pegel (Naturschutzstation), Meint Hensmann (Oberdeichrichter), Detert Gruis (Deichrichter), Armin Beening und Stefan Michels (Geschäftsführung Deich- und Sielacht), es fehlt Gesprächsteilnehmer Hinrich Geerdes (Obersielrichter).
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Weidevieh im Deichvorland der Ems bei Jemgum  
Weidevieh im Deichvorland der Ems bei Jemgum

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01.07.2015

Pilotpolder Vellage: Abschluss der Kartierarbeiten zu Flora und Fauna

Dr. Volker Blüml und Arnold Schönheim vom Planungsbüro BMS Umweltplanung berichteten heute vor Ort über den Abschluss ihrer Kartierarbeiten an der Tunxdorfer Schleife bei der Ortschaft Vellage südlich Weener. Im Bereich des Altarms Vellage ist im Rahmen des Masterplan Ems ein sogenannter Tidepolder im Probebetrieb einzurichten. Dabei soll ein Teil der einströmenden Tide in einem Becken zwischengespeichert werden, um bei ablaufendem Wasser den Ebbstrom unterstützen zu können. Mit einem umfangreichen Messprogramm nach Inbetriebnahme des Probepolders soll dann unter anderem die Wirksamkeit von Tidespeicherbecken zur Minderung der Schwebstofffracht untersucht werden.

Doch bevor es soweit ist, gilt es die schützenswerten Tier- und Pflanzengemeinschaften des FFH- und Vogelschutzgebietes Altarm Vellage zu untersuchen, die Vorkommen zu bewerten und diese Erkenntnisse in den weiteren Planungsprozess einzuspeisen.

Bei einer Geländebegehung erläuterten die Mitarbeiter von BMS Umweltplanung insbesondere ihre aktuellen Beobachtungen zum Ablauf des diesjährigen Brutgeschehens im Vogelschutzgebiet. Danach ist das Aufzuchtgeschäft Ende Juni bei vielen Arten noch nicht abgeschlossen. „Die demnächst anstehenden bodenkundlichen Beprobungen werden erst nach Ende dieser Phase anlaufen“, bekräftigten Peter Pauschert und Heinrich Pegel von der Naturschutzstation Ems.

Polder Vellage  
Arnold Schönheim und Dr. Volker Blüml von BMS Umweltplanung sowie Stationsmitarbeiter Heinrich Pegel vor der Gebietskulisse des Altarms Vellage
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