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EU-Vogelschutzgebiet V37 Niedersächsische Mittelelbe

Das EU-Vogelschutzgebiet „Niedersächsische Mittelelbe“ (34.010 ha) liegt an der östlichen Landesgrenze Niedersachsens. Die großräumige Stromtallandschaft setzt sich aus einem strukturreichen Mosaik verschiedenster Lebensräume zusammen. Hierzu gehören u. a. Nebenflüsse, Altarme, Auwälder, Qualmwasser und ausgedehnte Feuchtwiesen. In den trockeneren Bereichen des Schutzgebietes wachsen Laub- und Mischwälder sowie Kiefernforste. Hier finden sich zudem Ackerflächen. Typisch für die Vorlandgebiete sind weite, offene Flächen mit reliefreichem Stromtalgrünland, auf denen sich verschiedene Feucht- und Nasswiesentypen, Flutrasen, Stromtalwiesen sowie (auf höher gelegenen Flächen) Sandmagerrasen entwickelt haben.

Die Mittelelbe ist als Feuchtgebiet gemäß Ramsar-Konvention ein herausragendes Rast- und Überwinterungsgebiet für Wat- und Wasservögel. Insbesondere für Gänse und Schwäne ist das Gebiet von internationaler Bedeutung. Darüber hinaus ist die Niederung ein wichtiges Brutgebiet sowohl für zahlreiche Vogelarten der Feuchtwiesen, Röhrichtzonen und Fließgewässer als auch für Arten trocken-warmer Lebensräume wie beispielsweise Neuntöter, Sperbergrasmücke, Ortolan und Heidelerche.

Auch störungsempfindliche Großvögel wie Schwarzstorch, Seeadler und Kranich finden vor allem in den ausgedehnten alten Laubwäldern geeignete Brutplätze und profitieren bei der Nahrungssuche von der großräumig unzerschnittenen, störungsarmen und vielfältigen Landschaft. In Elbnähe haben die Wälder häufig den Charakter von Hartholz-Auwaldresten mit qualmwasserbeeinflussten Bereichen und sind auch wichtige Brutgebiete für Mittelspecht und Pirol.

Das offene Auengrünland ist Nahrungshabitat für den Weißstorch, der in der Elbtalaue sein größtes niedersächsisches Vorkommen besitzt. Das Grünland in Form der sehr spät genutzten Vorlandflächen hat insbesondere für den Wachtelkönig eine herausragende Bedeutung. Auch finden sich hier im Landesvergleich noch hohe Bestände von Braunkehlchen, Wiesenschafstelze und Feldlerche. Sie können in der Elbtalaue noch zu den typischen und meist häufigen Brutvögeln gezählt werden.

Wichtige Stillgewässer in der Elbmarsch sind die häufig aus abgeschnittenen Altarmen der Elbe oder ihrer Nebenflüsse entstandenen, langgestreckten „Seen“. Sie sind Brutplatz u. a. von Haubentaucher, Zwergtaucher, Graugans und Gründelenten. In den umgebenden Röhrichten brüten Rohrweihe, Wasserralle, Beutelmeise, Rohrschwirl, Drossel- und Schilfrohrsänger und an geeigneten Stellen auch Kranich und die vom Aussterben bedrohte Bekassine. Die Schwimmblattzone einzelner Seen ist eines der letzten natürlichen Brutgebiete der Trauerseeschwalbe in Deutschland. Die Art hat hier in Niedersachsen ihr zweitgrößtes Vorkommensgebiet.

Das EU-Vogelschutzgebiet überschneidet sich z. T. mit dem FFH-Gebiet 074 „Elbeniederung zwischen Schnackenburg und Geesthacht“.

Weiter Infos finden Sie beim Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue.

Zuständig sind die Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg sowie die Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue als untere Naturschutzbehörden.

Infos zu bestehenden Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten sowie Geschützten Landschaftsbestandteilen
Eine Übersicht, durch welche Naturschutzgebiete (NSG), Landschaftsschutzgebiete (LSG) oder Geschützte Landschaftsbestandteile (GLB) die einzelnen Natura 2000-Gebiete rechtlich geschützt sind, sowie Detailinfos zu den NSG/LSG/GLB finden Sie hier:


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Natura 2000 Bildrechte: NLWKN
Infos EU-Vogelschutzgebiete

Grundlageninformationen zu den einzelnen Vogelschutzgebieten

Artikel-Informationen

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover

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