Ilmenau-Sperrwerk
Erhöhung und Grundinstandsetzung 2020 bis 2023
Bildergalerie: Baufortschritte bei der Instandsetzung des Ilmenau-Sperrwerks
Als Reaktion auf die Erfahrungen der schweren Sturmflut vom Februar 1962 entstand zwischen 1969 und 1973 das llmenau-Sperrwerk als Teil umfangreicher Schutzmaßnahmen entlang der Küste und der Unterelbe. Seine Aufgabe: Gelegen in der Hauptdeichlinie der Tideelbe in der Ortslage Hoopte im Landkreis Harburg sperrt die Anlage die Mündung der Bundeswasserstraße Ilmenau bei Bedarf ab und schützt die Ilmenau- und Luheniederungen mit der Stadt Winsen (Luhe) vor Sturmfluten.
Die Betriebsstelle Lüneburg des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betreibt und unterhält das Sperrwerk, das rund 100-mal im Jahr geschlossen wird.
Nach fast 50 Betriebsjahren mit rund 100 Schließvorgängen pro Jahr haben die Steuerungs- und Elektrotechnik, die Hydraulik und der Stahlwasserbau des Sperrwerks das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht und sind auch hinsichtlich des Arbeitsschutzes veraltet.
Hinzu kommt, dass nicht nur die Deiche, sondern auch die Sperrwerke entlang der Unterelbe an die neu ermittelten Bemessungswasserstände anzupassen sind, um den Anforderungen an einen zeitgemäßen Küstenschutz zu genügen.
Aufgrund der festgestellten Defizite hat sich der NLWKN entschlossen, eine Grundinstandsetzung des Ilmenau-Sperrwerks vorzunehmen und das Bauwerk an die neuen Bemessungswasserstände anzupassen.
Vorgesehene Maßnahmen
In einem ersten Schritt wird ein neues Betriebsgebäude errichtet, das unter anderem auch die neue Steuerungs- und Elektrotechnik aufnimmt. Bis 2023 erfolgen dann der Austausch der alten Stemmtore in der Schifffahrtsöffnung durch höhere Exemplare sowie die Instandsetzung und Verstärkung der Hubtore. Diese Arbeiten können nicht parallel stattfinden, da sowohl die Deichsicherheit als auch ein ausreichender Durchfluss aus der Ilmenau in die Elbe jederzeit gewährleistet sein müssen.
Der NLWKN passt die Höhe der Sperrwerkstore von NHN +7,50 Meter auf NHN + 8,60 Meter an und erfüllt damit die Vorgaben aus den neu ermittelten Bestickhöhen für die Deiche und Sperrwerke an der Elbe.
Die Durchfahrtshöhe für Schiffe und Boote verändert sich durch die Maßnahme nicht. Die Fertigstellung der Maßnahme ist für das Jahr 2023 vorgesehen.
Diese und weitere detaillierte Informationen zum Vorhaben sind kompakt zusammengefasst im Informationsflyer zum Projekt rechts in der Infospalte.
Abmessungen des Bauwerkes
Länge 33,64 m
Breite 47,90 m
Schifffahrtsöffnung 16,00 m l. W.
Flutöffnung 10,00 m l. W.
Drempelhöhe in der Schifffahrtsöffnung NN - 3,00 bis NN - 4,00 m
Drempelhöhe in den Flutöffnungen NN - 0,50 m
Obere Plattform NN + 10,40 m
Brückenunterkante NN + 9,50 m
Brückenoberkante NN + 10,89 m
Tiefbau
Erdbewegungen rd. 210.000 m³
Schüttsteine für Ufer- und Sohlsicherung rd. 10.000 t
Stahlspundwände rd. 9.000 t
Stahlbeton B 300 – wasserundurchlässig
mit Hochofenzement und Korn 0-30 bzw.
0-50 (Sohlenbeton) sowie Ausfallkörnung 3-7 rd. 10.000 m³
Stahlwasserbau
Schifffahrtsöffnung
Hydraulisch betriebene Stahlstemmtore
Torflügel: Länge: 8,90 m
Höhe: 11,20 m
Gewicht je Torflügel: 33,00 t
Flutöffnungen
Hydraulisch betriebene Stahlhubtore
Tor: Länge: 10,26 m
Höhe: 4,55 m
Gewicht: 18,00 t
Notverschlüsse
Tafellehne: Breite/Dicke: 150/170 cm
Länge: 16,85 m
Gewicht: 8,00 t
Tafeln: Breite/Dicke: 100/40 cm
Länge: 8,00 m
Gewicht: 2,00 t
Technische Anlagen
Druckwasserspülanlage: Leistung: 600,00 m³/h
Druck: 6,50 bar
Motorleistung: 90 KW
Heizungs- und Druckluftsystem: gewährleistet den Winterbetrieb
Wasserwirtschaftliche Daten:
Einzugsgebiet AEo: 2984 km²
Fließlänge: 109 km
Gewässerordnung: I/II
Abflussdaten Ilmenau: Pegel Bienenbüttel, AEo: 1434 km²
NNQ: (05.09.1975) 3,07 m³/s
MQ: 9,20 m³/s
HQ: (19.03.1970) 144,00 m³/s
Wasserstände:
HHThW: NN + 6,35 m
max. Binnenstau: NN + 4,40 m
Bemessungswasserstand: NN + 7,68 m
Sehr schwere Sturmfluten am Pegel Zollenspieker:
17.02.1962 NN + 5,59 m
03.01.1976 NN + 6,35 m
24.11.1981 NN + 6,00 m
28.01.1994 NN + 6,27 m
10.01.1995 NN + 5,91 m
05.02.1999 NN + 5,84 m
04.12.1999 NN + 5,69 m
Lage des Sperrwerks an der Mündung der Ilmenau in die Elbe
Projektflyer Grundinstandsetzung Ilmenau-Sperrwerk (nicht vollständig barrierefrei)
(PDF, 4,39 MB)
Artikel-Informationen
Ansprechpartner/in:
Herr Klaus Jänsch
Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Lüneburg
Adolph-Kolping-Str. 6
21337 Lüneburg
Tel: 04131/2209-120
