Technische Daten | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
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Technische Daten

Allgemeine Angaben

Die bestehende Deichlinie, die derzeit hinter den beiden Hafenbecken "Ritzebütteler Schleusenpriel" und "Alter Fischereihafen" verläuft, wird verkürzt. Die neue Deichlinie wird die beiden Sperrwerke "Schleusenpriel" und "Alter Fischerhafen" einbeziehen. Dazu müssen die Sperrwerke erhöht und mit einer 2.Deichsicherheit (doppelte Tore) versehen werden.

Sperrwerk Schleusenpriel

Direkt vor dem bestehenden Sperrwerk wird ein weiteres Bauelement errichtet. Dieses Bauteil wird ein zusätzliches Stemmtorpaar aufnehmen. Es entspricht grundsätzlich dem Bestehenden und wird im Zuge der Baumaßnahme an dieses monolithisch angeschlossen. Ferner wird das bestehende Sperrwerk auf die neue Bauwerkshöhe aufgehöht.

Die lichte Weite der Öffnung des Sperrwerkes "Schleusenpriel" beträgt 19,00 m. Das neue Sperrwerk besteht aus einem nach oben offenen Stahlbetonrahmen mit einem Drempel zur Aufnahme der Anschläge und Spurlager der Stemmtore. Die Aufnahme der Kräfte aus den Stemmknaggen und Halslagern übernehmen zwei Ortbetonwände.

Das Sperrwerk ist tiefgegründet. Der Stahlbetonrahmen wird als Fertigteil hergestellt und
mit Schwimmkranhilfe auf vier Pfählen abgesetzt. Die Ortbetonwände liegen sowohl auf den Seitenwänden des Fertigteiles als auch auf einer Tiefgründung aus Spundwänden und Lotpfählen.

Querschnitt Sperrwerk Schleusenpriel  
Querschnitt Sperrwerk Schleusenpriel

Weitere Bauabschnitte:

  • Herstellung und Montage der neuen Stemmtore, deren zugehöriger Bauteile und der hydraulischen Antriebe
  • Ausbau, Umbau (Ertüchtigung) und Wiedereinbau der vorhandenen Stemmtore des bestehenden Sperrwerkes, deren zugehörige Bauteile und der hydraulischen Anlagen.
  • Fertigung eines neuen Betriebsgebäudes und dessen Montage
  • Technische Ausrüstung des Sperrwerkes
  • Ertüchtigung der Sturmflutschutzwand

Sperrwerk Alter Fischereihafen

Das neue Sperrwerk liegt seeseitig ca. 4m vor dem vorhandenen Sperrwerk im Hafenbecken "Alter Fischereihafen" und es wird keine Verbindung zum vorhandenen Sperrwerk haben.

Das vorhandene Sperrwerk geht erst nach der Herstellung und Anschluss der Sturmflutschutzwand an das neue Sperrwerk außer Betrieb und bleibt dann als Trogbauwerk erhalten. Die neue Sturmflutschutzlinie wird später durch Spundwände an der Hinterkante des Sperrwerkes seitlich fortgesetzt. Das neue Sperrwerk hat eine Durchfahrtsbreite von 14m. Dies entspricht gegenüber dem vorhandenen einer Reduzierung von 7,00m.

Das neue Sperrwerk wird mit zwei hintereinander liegenden Stemmtoren ausgerüstet. An beiden Enden des Sperrwerkes sind Revisionsverschlüsse vorgesehen.Als Sperrwerkskörper wird ein auf Pfählen und Spundwänden tief gegründeter Stahlbetontrog mit Ortbetonergänzung der Wände oberhalb von +2mNN eingebaut. Das Sperrwerk erhält eine geschlossene Sohle, die für Reparaturzwecke ein Verschließen und Lenzen des Sperrwerkskörpers ermöglicht. Die vertikale Lastabtragung erfolgt durch Stahlrohrpfähle und Spundwände. Die Abtragung der Horizontallasten erfolgt in beide Richtungen durch außenseitig am Sperrwerk angebrachte, geneigte Stahlpfähle. Aufgrund der geometrischen Beengtheit müssen die längs gerichteten Pfähle an der Vorderkante des Sperrwerkes angeschlossen werden.

Während der Bauzeit soll die Zufahrt zum alten Fischereihafen gewährleistet werden. Daher ist das Herstellen eines Ortbetonbaukörpers in einer geschlossenen Baugrube nicht vorgesehen. Der Sperrwerkskörper muss deshalb aus mehreren Fertigteilen, die durch Ortbetonergänzungen in Sohle und Wänden gekoppelt werden, hergestellt werden. Zur Abtragung der (Vertikal-) Lasten werden die Spundwände herangezogen. An der Hinterkante des Sperrwerks wird später die neue Sturmflutschutzlinie angeschlossen. Die Ostwand muss im Bereich des vorhandenen Sperrwerks einen Gurt erhalten. Dieser Gurt trägt seine Lasten in das neue Sperrwerk ein.

Weitere Bauabschnitte:

  • Herstellung und Montage der Stemmtore des neuen Sperrwerkes, deren zugehöriger Bauteile und der hydraulischen Anlagen
  • Der Ausbau der Tore des bestehenden Sperrwerkes, deren zugehöriger Bauteile und der hydraulischen Anlagen. Diese bleiben bis auf weiteres in Betrieb.
  • Fertigung eines neuen Betriebsgebäude und dessen Montage
  • Elektro- und Steuertechnik
  • Herstellung der Sturmflutschutzwand.

Allgemeine Technische Daten

Bauwerkshöhe (OK Wände): +7,50 mNN
Bauwerksunterkante (UK Sohle): - 8,50 mNN
OK Sperrtore / Tor 1: + 7,00 mNN, Tor 2: + 6,75 mNN
OK Sohle in Nord – Süd Richtung -7,00 mNN bis -6,0 mNN
Lichte Weite der Durchfahrtsöffnungen 19 m / 14 m
Schließwasserstand Sturmflutfall +3,00 mNN (Innenwasserstand Hafenbecken)
Schließwasserstand Reparatur -1,00 mNN (Innenwasserstand Hafenbecken)
Flutung Reparaturbereich bei Hochwasser > +3,00 mNN (Außenwasserstand elbseitig) bei Niedrigwasser < -2,25 mNN

Draufsicht Sperrwerk Schleusenpriel  
Draufsicht Sperrwerk Schleusenpriel

Technische Umsetzung am Sperrwerk Schleusenpriel
Erdarbeiten und Sohlsicherung

SandsäulenSüdlich des vorhandenen Sperrwerks muss der Baugrund verbessert werden. Die Baugrundverbesserung erfolgt durch geotextilummantelte Sandsäulen.

Diese werden in einem Dreiecksraster im Abstand von 1,8 m angeordnet und in einem bodenverdrängenden Verfahren eingebracht. Hinzu kommt eine zusätzliche Sohlsicherung mit Wasserbausteinen.

Die Gründung

Pfahlgründung
Lotrechte Pfähle
Als Gründung des Stahlbetonrahmens sind 4 Absetzpfähle vorgesehen. Die Pfähle werden als Stahlrohre in den Baugrund eingebracht.Als Gründung der Wandköpfe des Ortbetonbauteiles sind an den seeseitigen Stirnseiten4 weitere Stahlpfähle zu setzten. Diese werden in den Spundwandkasten für den Ortbetonkörper eingebunden.

Geneigte Pfähle
Zur Abtragung der horizontalen Lasten aus den Stemmtoren in Querrichtung sind Schrägpfählevorgesehen. Diese werden an die Ortbetonwände des Neubaues angeschlossen. Sie sind als offene Stahlprofile vorgesehen.

Spundwände
Die Spundwände sind Gründungselemente des Sperrwerks und übernehmen gleichzeitig die Funktion der Dichtschürze des Hochwasserschutzes. Sie werden an die Sperrwerkswände und an die Fertigteilsohle angeschlossen. Der Stahlbetonrahmen (Fertigteil) wird mit einer Stahlspundwand eingefasst. Die Oberkante der Spundwand liegt im Durchfahrtsbereich auf geplanter Sohl- bzw. Drempelhöhe des Sperrwerkes. Im Bereich der Wände des Fertigteils reichen die Spundwände bis auf NN +2,50 m.

Dalben
Nördlich des Sperrwerks werden Leitdalben aus Stahlrohren gesetzt. Außerdem ist ein als Pegelrohr vorgesehener Stahlrohrpfahl herzustellen.

Stahlbetonrahmen
Der Stahlbetonrahmen wird als Fertigteil hergestellt. Er wird anschließend mit Schwimmkranhilfe auf die Absetzpfähle gesetzt. Die Herstellung des Stahlbetonrahmens erfolgt in Cuxhaven.

Ortbetonarbeiten
Unterwasserbetonarbeiten
Die Sohle des Stahlbetonfertigteils wird an den Spundwandkasten angeschlossen. Dazu wird die Anschlussbewehrung an den Spundwänden und am Fertigteil hergestellt und die Fuge mit Unterwasserbeton ausbetoniert.

Ortbetonwände des neuen Sperrwerkes
Die Spundwände und Schrägpfähle binden in die Ortbetonwände ein. Die Ortbetonwände erhalten Aussparungen zur Aufnahme der Einbauteile der Stemmtore. Die Ortbetonwände des neuen Sperrwerkes werden monolithisch an das bestehende Bauwerk angeschlossen. Der Anschluss (u.a. Bewehrungsführung mit Muffen) wird an dem neuen Sperrwerk vorgesehen. Die monolithische Ausbildung erfolgt nach Fertigstellung des neuen Sperrwerkes. Der Anschluss an das bestehende Sperrwerk erfolgt im Zuge der Aufhöhung des bestehenden Sperrwerkes.

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