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Rote Listen und Gesamtartenlisten der Amphibien und Reptilien in Niedersachsen und Bremen

4. Fassung, Stand Januar 2013


von Richard Podloucky und Christian Fischer

Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen

Heft 4/13, 48 S., 4,- €

Ein Besprechungsvorschlag für dieses Heft steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.


Inhalt
Einleitung
1 Einleitung

2 Bezugsraum, Datengrundlage

3 Bewertungsmethodik
3.1 Gefährdungsanalyse
3.2 Definition der Gefährdungskategorien
3.3 Regionalisierung
4 Amphibien

4.1 Rote Liste und Gesamtartenliste der Amphibien in Niedersachsen und Bremen – Stand Januar 2013
4.2 Gefährdungsanalysen der einzelnen Arten
4.3 Bilanz der Roten Liste Amphibien
5 Reptilien

5.1 Rote Liste und Gesamtartenliste der Reptilien in Niedersachsen und Bremen – Stand Januar 2013
5.2 Gefährdungsanalysen der einzelnen Arten
5.3 Bilanz der Roten Liste Reptilien
6 Zusammenfassung

7 Summary

8 Danksagung
9 Literatur

10 Aufruf zur Mitarbeit
/ Ansprechpartner in der Fachbehörde
Anhang: Übersichtstabelle Rote Listen
.

Zusammenfassung
Die 4. Fassung der Roten Listen und Gesamtartenlisten der Amphibien und Reptilien in Niedersachsen und Bremen liegt nun mit Stand Januar 2013 vor. Die Vorgängerversionen stammten aus den Jahren 1977, 1979 und 1994. Zum Zweck einer bundesweiten Vereinheitlichung und besseren Vergleichbarkeit wurden Bewertungsmethodik und Definitionen der Gefährdungskategorien verändert; sie orientieren sich an der entsprechenden Anleitung des Bundesamtes für Naturschutz. Damit soll zugleich der Einstufungsvorgang der Arten in das Bewertungssystem transparenter gemacht werden.

Ein direkter Vergleich mit der vorherigen Fassung dieser Roten Listen ist aufgrund der methodischen Änderungen allerdings nicht möglich. So ist die Mehrzahl der hier erfolgten Herabstufungen in geringere Gefährdungskategorien nicht etwa das Ergebnis von positiven Bestandsentwicklungen, sondern rein „technisch“ durch das Bewertungsverfahren bedingt. Erschwert wurde die Interpretation von Verbreitungsdaten durch eine seit längerem deutlich rückläufige Beteiligung von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Niedersächsischen Tierarten-Erfassungsprogramm.

Von 19 in Niedersachsen und Bremen vorkommenden Amphibienarten / -taxa stehen 11 auf der Roten Liste: zwei als „Vom Aussterben bedroht“, vier als „Stark gefährdet“, vier als „Gefährdet“ sowie eine als „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“, was zusammen 58 % des Artenspektrums entspricht. Drei weitere Arten stehen auf der „Vorwarnliste“, fünf sind derzeit „Ungefährdet“.

Bei fast allen Amphibienarten wurde ein langfristig negativer Bestandstrend nachgewiesen oder begründet vermutet; in vielen Fällen trifft dies auch für den kurzfristigen Trend zu, der speziell die letzten 25 Jahre betrachtet. Die Rückgangstendenzen haben sich jedoch nur bei zwei Lurcharten, der Geburtshelferkröte und der Kreuzkröte, in einer Höherstufung der Gefährdungskategorie ausgewirkt (von „Gefährdet“ auf „Stark gefährdet“). Zehn Arten haben ihre frühere Einstufung behalten und sieben Arten sind herabgestuft worden, obwohl sich ihr Gesamtbestand und ihr Areal mitunter sogar weiter verringert haben kann – wie bei der Rotbauchunke, die jetzt „Stark gefährdet“ anstatt „Vom Aussterben bedroht“ ist. Eine überregional tatsächlich positive Entwicklung in der letzten Zeit konnte auf insgesamt geringem Bestandsniveau allenfalls beim Springfrosch beobachtet werden. Trotz lokaler Erfolge im Amphibienschutz gehört diese Tierklasse in Niedersachsen und Bremen weiterhin zu den in hohem Maße bedrohten Artengruppen.

Sechs aktuell in Niedersachsen und Bremen vorkommende Reptilienarten werden im Bezugsraum als ursprünglich einheimisch angesehen; hinzu kommen eine als ausgestorben geltende Art sowie mit der Mauereidechse eine neu etablierte gebietsfremde Art. Von den sechs autochthonen Arten mit aktuellen Vorkommen werden zwei als „Stark gefährdet“ und zwei als „Gefährdet“ bewertet. Unter Berücksichtigung der „ausgestorbenen“ Sumpfschildkröte, aber ohne die künstlich angesiedelte Neubürgerin Mauereidechse stehen damit nach wie vor fünf von sieben Arten (71 %) auf der Roten Liste. Eine weitere Art steht auf der „Vorwarnliste“, eine Art ist „Ungefährdet“.

Zwei Arten wurden gegenüber der vorigen Fassung in höhere Gefährdungskategorien eingestuft, teils erhebliche Bestandsverluste sind jedoch bei allen Arten zu bilanzieren. Die kleine Tiergruppe der Reptilien zählt in Niedersachsen und Bremen damit unverändert zu den größten „Sorgenkindern“ des Artenschutzes.

Summary
This publication presents the fourth amended version of the Red List and a complete list of the amphibians and reptiles in Lower Saxony and Bremen as in January 2013. Previous versions have been published in 1977, 1979 and 1994. The assessment methodology and the definition of the categories of endangerment have been adjusted according to advice given by the Federal Agency for Nature Conservation, intending a better comparability on nationwide level and more transparency in the evaluation system.

Owing to these methodical adjustments, a direct comparison to the previous versions is not possible, though. So most of the reassessments of certain species into a lower category of endangerment do not reflect a positive trend in population development, but are consequences of a changed assessment methodology. Difficulties in the interpretation of range data were enhanced by the fact that the amount of data supplied by volunteers of the “Lower Saxony Monitoring Programme for Wildlife Species” have noticeably declined in years past.

11 out of the 19 amphibian species existing in Lower Saxony and Bremen feature in the Red List: Two species feature as “critically endangered”, four as “endangered”, four as “vulnerable” and one as “threatened, data deficient”. That sums up to 58 % of all amphibian species. Another three species feature as near threatened, only five species are classified “least concern”.

For almost all amphibian species a long term negative trend in population development could be established or can be reasonably suspected. In many cases the short term trend of the last 25 years is the same. However, only for two species, Midwife Toad (Alytes obstetricans) and Natterjack Toad (Bufo calamita), this obviously negative trend has led to a reassessment, placing them now in a higher category of endangerment (from “vulnerable” to “endangered”). 10 species remained in the same category, while another seven species were downgraded even though the overall population size and the range of distribution may show a decline for some of these species, e.g. the Fire-bellied Toad (Bombina bombina) which now features as “endangered” instead of “critically endangered”. Only for the Agile Frog (Rana dalmatina) a positive trend on countrywide level can be discerned even though the overall population size is rather small.

Thus, even though conservation measures have shown a certain success on local level, amphibians are still highly endangered species in the fauna of Lower Saxony and Bremen.

Six currently present reptile species in Lower Saxony and Bremen are considered to be originally indigenous. One further species has meanwhile been declared extinct (European Pond Turtle, Emys orbicularis) while yet another introduced one has newly established (Common Wall Lizard, Podarcis muralis).

Of the six currently present autochthonous species two are categorized as “endangered” and another two as “vulnerable”. Including the “extinct” European Pond Turtle, but excluding the introduced and now established Common Wall Lizard, five species out of seven (71 %) still feature in the Red List. Another one is classified as "near threatened" and one as of “least concern”.

Compared to the previous version of the Red List, two species have been reassessed into a higher category of endangerment. However, all species show a decline in population size, some of alarming dimensions. Thus, the small group of reptiles still remains a cause for great concern in the field of species conservation.


Anhang

Übersichtstabelle Rote Listen und Gesamtartenlisten der Amphibien und Reptilien in Niedersachsen und Bremen, 4. Fassung, Stand Januar 2013

Amphibien

0 Ausgestorben oder verschollen

1 Vom Aussterben bedroht

Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Wechselkröte (Bufo viridis)

2 Stark gefährdet

Rotbauchunke (Bombina bombina)

Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)

Kreuzkröte (Bufo calamita)

Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)

3 Gefährdet

Kammmolch (Triturus cristatus)

Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)

Moorfrosch (Rana arvalis)

Springfrosch (Rana dalmatina)

G Gefährdung unbekannten Ausmaßes

Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax [Rana] lessonae)

V Vorwarnliste

Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Fadenmolch (Lissotriton [Triturus] helveticus)

Seefrosch (Pelophylax ridibundus [Rana ridibunda])

* Ungefährdet

Bergmolch (Ichthyosaura [Triturus] alpestris)

Teichmolch (Lissotriton [Triturus] vulgaris)

Erdkröte (Bufo bufo)

Grasfrosch (Rana temporaria)

Teichfrosch (Pelophylax kl. esculentus [Rana kl. esculenta])

Reptilien

0 Ausgestorben oder verschollen

Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)

1 Vom Aussterben bedroht

2 Stark gefährdet

Schlingnatter (Coronella austriaca)

Kreuzotter (Vipera berus)

3 Gefährdet

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Ringelnatter (Natrix natrix)

V Vorwarnliste

Blindschleiche (Anguis fragilis)

* Ungefährdet

Waldeidechse (Zootoca [Lacerta] vivipara)

¨ Nicht bewertet

Mauereidechse (Podarcis muralis)


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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Naturschutzinformation

Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Göttinger Chaussee 76 A
D-30453 Hannover
Tel: +49 (0)511 / 3034-3305
Fax: +49 (0)511 / 3034-3501

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