In Bögen zum Ursprung: Veerse-Oberlauf teilweise renatureiert
21. August 2007
Verden/ Schneverdingen – Der Oberlauf der Veerse soll mittel- und langfristig seinen ursprünglichen Charakter als mäandrierendes Flachlandgewässer zurückbekommen: In einem ersten Schritt wurde nun ein 285 Meter langer begradigter Flussabschnitt bei Schneverdingen, Ortsteil Lünzen, entsprechend renaturiert. Im Ergebnis ist der Nebenfluss der Wümme in diesem Bereich nun wieder 412 Meter lang und windet sich in sieben Bögen durch die Heidelandschaft. Durch die Laufverlängerung konnte auch das Gefälle von 0,36 auf 0,25 Prozent verringert werden, gleichzeitig wurden zwei Sohlabstürze geschliffen, so dass das Gewässer in diesem Abschnitt wieder günstige Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserlebewesen bietet. Das Projekt geht auf eine Initiative der Stadt Schneverdingen zurück und wird vom Unterhaltungsverband Obere Wümme sowie vom Landkreis Soltau Fallingbostel unterstützt. Zum Gelingen trugen auch die Grundstücksbesitzer bei, die ihr Land für den zusätzlichen Flächenbedarf zur Verfügung stellten. Als Gegenleistung wurde der neue Verlauf als Grunddienstbarkeit in das Grundbuch eingetragen. Die Kosten dieses Teilabschnittes belaufen sich auf 135.000 Euro, die zu 80 Prozent aus Landesmitteln stammen.
Die Renatureirung der Veerse ist eingebettet in das Modellprojekt Wümme, dessen Träger der Wasser- und Bodenverband Teufelsmoor ist und das unter fachtechnischer Begleitung der Betriebsstelle Verden des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) steht. Hintergrund dieses Modellvorhabens ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die bis 2015 die Erreichung eines guten ökologischen Zustandes der europäischen Gewässer anstrebt. Im Zuge einer vorgeschalteten Bestandsaufnahme wurde die Veerse insgesamt als natürliches Gewässer eingestuft. Den weitgehend natürlichen Verhältnissen im Mittel- und Unterlauf steht jedoch ein stark veränderter Oberlauf bis zur Mühle in Lünzen gegenüber. Begradigungen der 60er-Jahre und Querbauwerke haben die Fließgeschwindigkeit erhöht bzw. unüberwindbare Hindernisse für Wasserlebewesen geschaffen. Die höhere Fließgeschwindigkeit hat darüber hinaus das Flussbett tief eingeschnitten und verursacht einen hohen Sandtrieb, der die kiesigen Laichbänke als Lebensraum für die Wirblellosen und die Wanderfischarten vernichtet. Der neue, mäandrierende Flussabschnitt mit seiner kiesig gestalteten Sohle soll nicht nur diese Fehlentwicklung rückgängig machen, sondern auch einen stabilen Talraum für den Hochwasserabfluss schaffen.
Weitere Renaturierungsmaßnahmen im Oberlauf der Veerse sind in den Folgejahren geplant.
Ein neu angelegter Mäander vor der Begrünung
Artikel-Informationen
erstellt am:
21.08.2007
zuletzt aktualisiert am:
27.04.2010

