NLWKN

Küstenschutzmittel langfristig sichern

Umweltminister Stefan Wenzel stellt Jahresbericht des NLWKN in Norden vor


Umweltminister Stefan Wenzel hat sich dafür ausgesprochen, die Küstenschutzmittel langfristig zu erhalten. Vor Journalisten begrüßte der Minister am Mittwoch in Norden die Initiative der Regierungschefs der fünf Küstenländer, die kürzlich bei einem Treffen deutlich gemacht hatten, dass der Bund angesichts des Klimawandels mehr Geld bereitstellen müsse. In diesem Jahr hat das Umweltministerium rund 72 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und damit fast vier Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. „Das Land Niedersachsen, der NLWKN und die Deichverbände bringen den Küstenschutz für das Land Niedersachsen weiter voran“, betonte der Minister anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).

Zwar seien die Deiche derzeit sicher, dennoch müssten noch rund 200 Küstenschutzprojekte realisiert werden, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Minister Wenzel nannte die wichtigsten Projekte für 2013 im Küstenschutz. Für den Schutz der Ostfriesischen Inseln stehen 12 Millionen Euro bereit, hier ist der NLWKN zuständig. Die Deichverbände erhalten runde 50 Millionen Euro. Größter Zuwendungsempfänger mit knapp einem Fünftel der Mittel (9 Millionen Euro) wird der II. Oldenburgische Deichband mit seinen Baumaßnahmen am Jadebusen und an der linksseitigen Weser sein. Weitere Schwerpunkte der Verbandsmaßnahmen liegen im Bereich der Deichacht Krummhörn (5,4 Millionen Euro für die Emsdeiche), der Osterstader Marsch (fünf Millionen Euro für Deichverstärkungen rechtsseitig der Weser) und in Kehdingen-Oste (5,4 Mio. Euro u.a. für die Fortführung des Deichbaus an der Oste und einer Deichpflasterung an der Elbe).

Auch in den kommenden Jahren seien also hohe Beträge notwendig, um den Küstenschutz sicherzustellen, zumal Insel und Küste immer mit schweren Sturmfluten rechnen müssten, sagte der Minister. So registrierte der NLWKN von Ende November 2011 bis Ende Januar 2012 – also innerhalb von nur zwei Monaten – 17 Sturmfluten. Nach zwölf Monate Ruhe brachte Orkantief Lennart im Januar 2013 jüngste Sturmflut.


Der Minister machte deutlich, dass die Natur jede Menge Überraschungen bereit halte und machte dies nicht nur am Beispiel Sturmfluten, sondern auch an der Kachelotplate westlich von Juist fest: „Aufgrund der Verlagerung gen Osten ist es eine Frage der Zeit, bis sich die etwa 150 Hektar große Plate mit der Insel Memmert verbindet“. NLWKN-Direktor Popp ergänzte, dass Plate und Insel derzeit bei Hochwasser noch rund zwei Kilometer voneinander entfernt sind. „Ein erwachsener Mensch könnte aber theoretisch schon von einem Eiland zum anderen laufen, müsste aber durch brusthohes Wasser waten“. Die Wattfläche zwischen Memmert und Kachelotplate werde allmählich anwachsen, dies führe letztendlich zu einem Verschmelzen in etwa 50 Jahren. Bis dahin werde sich die Plate immer mehr zu einer Insel entwickeln: „Der bisherige Trend deutet darauf hin, dass die Dünen auf der Kachelotplate soweit aufwachsen, dass die Plate auch bei Sturmfluten nicht mehr überspült wird“, sagte Popp. Im Jahresbericht des NLWKN ist anschaulich beschrieben, wie sich die Lage dieser Plate seit 2001 verändert hat.

Jahresbericht 2012 im Internet: http://www.nlwkn.niedersachsen.de/aktuelles/jahresberichte/46059.html

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Artikel-Informationen

erstellt am:
08.05.2013

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