Hochwasser: Aktuelle Pegeldaten im Viertel-Stunden-Takt
27 Millionen Euro werden 2012 in den Hochwasserschutz investiert // Presseinformation vom 3. Mai 2012
Für die Anlieger von Gewässerabschnitten an genau 29 Flüssen in Niedersachsen besteht bei Hochwasser ein besonders hohes Schadens-Risiko – umso wichtiger ist es, dass sie sich frühzeitig informieren können: Der NLWKN hat jetzt seinen seit genau zehn Jahren angebotenen Service noch verbessert: „Ab sofort werden die Daten der Wasserstände von 49 Binnenpegeln alle 15 Minuten am Pegel gemessen und zeitnah im Internet dargestellt“, sagte Umweltminister Dr. Stefan Birkner am Donnerstag vor Journalisten in Norden. Eine Überarbeitung für die neun Küstenpegel sei für 2013 vorgesehen.
Die Einstiegsseite zu den Hochwassermeldungen gibt einen Informationsüberblick über die aktuelle Lage der Pegel im niedersächsischen Binnenland. Wie bisher gibt es eine Karte mit 49 Pegeln: Beim Überfahren der Pegelsymbole mit der Maus werden wesentliche Informationen in einem kleinen Fenster dargestellt. Dazu gehören der letzte gemessene Wasserstand und der dazugehörige Messzeitpunkt sowie die Meldestufe. Dargestellt werden die Veränderung des Wasserstandes in den vergangenen zwei Stunden und der voraussichtlichen Trend des Pegelstandes. Ein Klick auf das Pegelsymbol öffnet die Detailseite des Pegels: Diese enthält ausführliche Informationen rund um den Pegel sowie historische Daten und eine grafisch, interaktive Darstellung der Wasserstands-Ganglinie. Weitere Informationen sind nachzulesen im Jahresbericht des NLWKN, den Dr. Birkner am Donnerstag vorstellte.
Der Minister: „Die rasche Information via Internet ist ein wichtiges Element im Hochwasserschutz. Damit soll auch deutlich werden, dass sich Bürgerinnen und Bürger nicht allein auf Vater Staat verlassen können, sondern selbst aktiv werden müssen, um Hochwasserschäden zu minimieren“.
Der Minister betonte gleichzeitig, dass Niedersachsen zu seiner Verantwortung im Hochwasserschutz steht: „Für den Hochwasserschutz im Binnenland investieren wir in diesem Jahr rund 27 Millionen Euro. Insgesamt können etwa 60 Projekte von Kommunen, Verbänden und des Landes fortgeführt oder neu begonnen werden. Neben den großen Maßnahmen der letzten Jahre wie dem Hochwasserrückhaltebecken bei Delmenhorst werden beispielsweise Hochwasserschutzmaßnahmen an der Ems in Lingen sowie im Bereich Stedorf an der Aller fortgesetzt. Darüber hinaus wird die Sanierung der Dämme an der gehobenen Hase ebenso vorangetrieben wie der Hochwasserschutz für die Stadt Hoya. An der Elbe werden die letzten Maßnahmen aus dem Programm „Hochwasserschutz Elbe“ (Elbe-Aufbauhilfefonds) abgeschlossen. 2011 hat der NLWKN insgesamt mehr als 24 Millionen Euro bewilligt, mit denen 67 Hochwasserschutz-Projekte auf den Weg gebracht wurden.
„Mit der Ausweisung von Überschwemmungsgebieten und der Umsetzung der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie rücken nicht ausreichend vor Hochwasser geschützte Siedlungs- und Wirtschaftsräume in den Focus der Öffentlichkeit“, sagte Birkner. Mit der vorläufigen Bewertung des signifikanten Hochwasserrisikos habe der NLWKN einen weiteren Umsetzungsschritt der EG-Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken abgeschlossen. „Gewässer- und Küstenabschnitte mit einem signifikanten Hochwasserrisiko wurden als Risikogebiete bestimmt und werden nun an die EU gemeldet. Im Binnenland betrifft dies Gewässerabschnitte an 29 Flüssen, für die nun bis Ende 2013 Gefahren- und Risikokarten erstellt werden“, kündigte Dr. Birkner an.
Bis zum Ende 2015 sind für alle diese Risikogebiete so genannte Hochwasserrisiko-Managementpläne zu erarbeiten. Ziel der neuen flussgebietsbezogenen Pläne sei es, in Form von Karten über bestehende Gefahren und Risiken zu informieren und Maßnahmen der verschiedenen mit dem Hochwasserschutz befassten Akteure zu erfassen und abzustimmen.
Auswirkung hat die vorläufige Risikobewertung auch auf die Festsetzung der gesetzlichen Überschwemmungsgebiete. So müssen entsprechend der gesetzlichen Vorgabe in den Risikogebieten die Flächen, die bei einem Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren überflutet werden, durch die Unteren Wasserbehörden bis zum 22. Dezember 2013 als Überschwemmungsgebiet festgesetzt werden. Für die übrigen Flüsse sieht der Gesetzgeber keine Fristen mehr vor. Der NLWKN arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, auch diese Überschwemmungsgebiete zu berechnen und zu veröffentlichen. Bis Ende 2011 wurden 1.726 Flusskilometer vom NLWKN vorläufig gesichert und weitere 1.338 km vom NLWKN und den Unteren Wasserbehörden festgesetzt.
Den Jahresbericht 2011 des NLWKN gibt es als pdf-Datei
oder kann bestellt werden: Webshop
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Liste der 29 Flüsse, für die Gewässerabschnitte im Rahmen der „Vorläufigen Bewertung“ als so genannte Risikogewässer an die EU gemeldet werden:
Hinweis: Risikogewässer bedeutet, dass bei diesen Gewässerabschnitten von einem potentiellen signifikanten Hochwasserrisiko ausgegangen wird. Das bedeutet praktisch nicht, dass hier eine höhere Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Hochwassers besteht, sondern, dass das Risiko von Schäden hier besonders hoch wäre.
Hase
Hunte
Weser
Aller
Leine
Innerste
Oker
Vechte
Dinkel
Ems
Ochtum
Große Aue
Emmer
Fulda
Werra
Hamme
Wümme
Böhme
Wietze
Örtze
Fuhse
Lachte
Schunter
Westaue
Rhume
Elbe
Oste
Ilmenau-Oberlauf
Jeetzel
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erstellt am:
03.05.2012
