Vreschen-Bokel: Deichrückverlegung am Aper Tief
Maßnahme dient Hochwasser- und Naturschutz gleichermaßen/ Pressemitteilung vom 27. April 2012
Apen/ Leer – Im Auftrag des Leda-Jümme-Verbandes und nachdem das niedersächsische Umweltministerium die entsprechenden Mittel freigegeben hat, nutzt der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) die kommenden Monate für eine umfangreiche Verbesserung des Hochwasser- und Küstenschutzes in der Gemeinde Apen. Nahe des Ortsteils Vreschen-Bokel wird der Deich an der Südseite des Aper Tiefs verstärkt und teilweise zurückverlegt. Die ausgedeichten Flächen werden naturschutzfachlich hergerichtet und künftig der Tidedynamik überlassen. „Im Osten verlässt der neue Deich die alte Trasse entlang des Brückenweges, dem er nach Süden folgt. Entlang des Mastenweges verläuft die neue Deichtrasse dann in westlicher Richtung, ehe sie vor dem Sandabbaugebiet Apen-Holtgast wieder nach Norden zur alten Linie schwenkt“, beschreibt Arnold Hensmann von der zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Aurich die Planung. Der neue Deich wird auf eine Ausbauhöhe von 3,40 Meter gebracht, er besteht aus einem Sandkern mit einer mindestens 50 Zentimeter starken Abdeckung aus Klei auf der Außenseite und bindigem Mutterboden auf der Binnenseite. „Die neuen Anlagen werden damit dem Stand der Technik entsprechen, was auf die jetzigen Deiche nicht zutrifft“, ergänzt Hensmann. In einer Vorabuntersuchung war neben zu geringen Höhen auch der überwiegend aus sandigem Boden bestehende Deichkörper bemängelt worden.
Die gesamte Ausbaustrecke umfasst rund 3.200 Meter zwischen der Brücke Schöpfwerk Holtgast bis zur Einmündung des Nordloher Kanals. Die Länge des Rückdeichungsabschnittes beträgt 1.790 Meter, die ausgedeichte Fläche beläuft sich auf rund 40 Hektar. Innerhalb dieses Areals sind naturschutzfachliche Maßnahmen vorgesehen: So soll der Mittelgraben entlang eines ehemals im Westen vorhandenen Altarms ans Aper Tief angeschlossen werden. „Dieser Mittelgraben wird bis zu einem zweiten Altarm im Osten mit wechselnden Uferneigungen naturnah aufgeweitet. So soll im Überschwemmungsbereich des Aper Tiefs ein neues Prielsystem entstehen. Außerdem werden an den Sandentnahmestellen ausgedehnte Flachwasserbereiche angelegt. Die Maßnahmen dienen vor allem der Fischfauna und vielen Wirbellosen der heimischen Tidegewässer“, erklärt Peter Pauschert vom NLWKN, der die ökologische Baubegleitung leitet. „Ferner bedeuten die regelmäßig überfluteten Flächen auch ein neues Nahrungshabitat für Wiesenvögel, so dass von dieser Küstenschutzmaßnahme auch ein positiver Beitrag zum kürzlich vom Niedersächsischen Umweltministerium vorgestellten Wiesenvogelschutzprogramm des Landes ausgeht. Menschen, Tiere und Natur profitieren hier jeweils auf ihre Weise und nach ihren Bedürfnissen“, resümiert Pauschert.
Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 2,9 Millionen Euro und werden aus Mitteln des Niedersächsischen Umweltressorts und des Bundes bestritten. Der Abschluss der Arbeiten ist für 2013 vorgesehen.
Artikel-Informationen
erstellt am:
27.04.2012
Ansprechpartner/in:
Achim Stolz
Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
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